Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
Mitte Februar hat das Jahr des Tigers begonnen. Er steht für Mut und Risikofreude, aber auch für Unberechenbarkeit. Letztere hat sich an den internationalen Finanzmärkten bereits eingestellt:
Die Lage dort ist fragil. Zum Jahresbeginn wuchs die Hoffnung, dass die internationale Finanzkrise doch weitgehend ausgestanden ist - befeuert durch gute Unternehmenszahlen und teils freundliche Konjunkturdaten. Doch das Dilemma rund um die Eurozone-Peripheriestaaten hat wieder einen großen Teil des Optimismus geraubt. So hat bereits im Januar jene Korrektur an den internationalen Aktienmärkten eingesetzt, die Experten erst für das zweite Quartal vorausgesagt hatten. Somit wächst auch wieder einmal die Verunsicherung der Anleger. Was tun mit dem Geld? Staatsanleihen? Bis auf die klassischen sicheren Häfen wie etwa deutsche Emissionen inzwischen auch vielfach ein schwieriges Geschäft. Oder doch die riskantere Anlageklasse Aktien? Angesichts der unsicheren Aussichten für viele eher zu riskant.
Aber doch bietet sich gerade zum aktuellen Zeitpunkt in dieser Hinsicht ein Investment an. Denn die klassische Dividendenstrategie nach dem Vorbild der schon seit Jahrzehnten erprobten "Dogs-of-the-Dow"-Methode verspricht ausnehmend lukrativ zu sein. Wem das Stockpicking jedoch zu riskant ist, der sollte sich auf die Expertise von Fondsmanagern verlassen. Als langfristiges Investment bieten sich dabei - trotz der Unsicherheit in vielen dieser Länder - Emerging-Markets-Anleihen an. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund des sich noch über Jahre erstreckenden Aufholprozesses dieser Länder gegenüber den etablierten Industriestaaten. Einen interessanten Ansatz bietet auch der Markt für passive Indexfonds (ETF): Über eine Steuerung der passiven Instrumente, sei es durch aktive Fondsauswahl oder durch regelbasierte Investments, bieten viele ETF-Dachfonds einen soliden Grundstock für jedes Depot.
Wer dann auch noch über Zertifikate sein Vermögen gegenüber den Markt-Unbilden absichert, dem muss um sein Geld trotz der unruhigen Zeiten derzeit nicht bang sein. Und dann braucht man auch die Unberechenbarkeit im Jahr des Tigers nicht zu fürchten, sondern kann sich ganz auf Mut und Risikofreude konzentrieren.
Frank Bremser Leitender Redakteur
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nach obenStarker Rückgang
Geschlossene Fonds: Anzahl der Anleger nahezu halbiert
Die durchschnittliche Zeichnungshöhe für Anteile an geschlossenen Fonds hat laut Zahlen des Branchenverbands VGF im Jahr 2009 über alle Assetklassen hinweg bei 28 594 Euro gelegen. Dies ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die höchsten durchschnittlichen Zeichnungssummen gab es bei inländischen Immobilienfonds (38 066 Euro), die niedrigsten
bei Lebensversicherungsfonds (14 546 Euro). Die Anzahl der Anleger hat sich jedoch fast halbiert, von 257 337 im Jahr 2008 auf 132 248. Insgsamt sank das Zeichnungsvolumen 2009 ebenfalls sehr deutlich. Das platzierte Eigenkapital schrumpfte von 8,3 Mrd. auf 5,23 Mrd. Euro, das Fondsvolumen insgesamt von 15,4 Mrd. auf 9,4 Mrd. Euro.
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nach obenFonds-Sparen
5,4 % pro Jahr
3,5 Millionen Arbeitnehmer haben ihre vermögenswirksamen Leistungen (VL) 2009 in Investmentfonds angelegt. Dies ist weniger als 2008, als diese Zahl noch bei 3,8 Millionen gelegen hatte. Das Gesamtvermögen der VL-Depots belief sich laut Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) auf 5,1 Mrd. Euro per 31. Dezember 2009. Im Schnitt erzielten Arbeitnehmer, deren siebenjährige VL-Vertragsdauer zu diesem Stichtag auslief, eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 5,4 %.
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nach obenKritik an Anlegerinformation
Verbände arbeiten an Leitlinie
Die Kritik an den Informationsblättern der Banken für Anlageprodukte wächst. Die Verbraucherzentrale fordert einen einheitlichen gesetzlichen Standard für die gesamte Branche, da sonst eine Vergleichbarkeit nicht gegeben sei. Um eine solche drohende gesetzliche Vorgabe zu verhindern, haben die verschiedenen Bankenverbände inzwischen einheitliche, jedoch nicht bindende, Leitlinien für ihre Mitglieder erarbeitet.
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nach obenSchwacher Auftakt für Hedgefonds
Angst vor Regulierung
Hedgefonds haben 2009 die beste Wertentwicklung seit sechs Jahren verbucht. Im Januar büßten sie jedoch 0,8 % ein und wiesen damit den ersten Rückgang seit vier Monaten auf, wie Zahlen von Eurekahedge zeigen. Hintergrund sind Sorgen der Anleger um eine restriktivere Geldpolitik in China sowie die in den USA diskutierten Reformen an den Finanzmärkten und die Instabilität der griechischen Volkswirtschaft.
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nach obenRohstoffhandel wächst
Banken stellen ein
Die internationalen Großbanken entdecken den Rohstoffhandel. Angesichts sinkender Margen und wachsender Regulierung in anderen Segmenten suchen viele Häuser ihr Glück in dem im Vergleich zu anderen
Bereichen noch unterentwickelten Geschäft. Neben Zukäufen diverser Spezialisten stocken die großen Finanzhäuser auch ihren eigenen Mitarbeiterstamm in diesem Bereich deutlich auf.
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nach obenZertifikateberater
Lehrgang der Börsen-Zeitung
Die Börsen-Zeitung bietet im Mai erstmals einen Lehrgang zum Zertifikateberater an. Themen des fünftägigen Seminars mit der Abschlussprüfung zum Zertifikateberater (EDA) sind Börsenorganisation und Handel, rechtliche und steuerliche Aspekte, Risiko-Rendite-Eigenschaften von Hebel- und Anlageprodukten, Optionsbewertung, Bewertung und Preisbildung am Sekundärmarkt, Risikoklassifizierung von Zertifikaten, Rating und Produktauswahl sowie Einsatz von Zertifikaten im Portfoliokontext.
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nach obenUnterversorgter US-Mobilfunkmarkt lockt
Tower Companies vor Wachstumsschub Geschlossene Fonds versprechen sichere Rendite
Das iPhone von Apple hat den Mobilfunkmarkt in Bewegung gebracht. Vor allem die Nutzung des mobilen Internets ist durch das Apple-Handy rasant angestiegen. Der Nachfrage nach höheren Bandbreiten steht derzeit jedoch vor allem in den USA ein nur unzureichend ausgebautes Mobilfunknetz gegenüber, sodass hier kräftig investiert werden muss.
Von Heidi Rohde
Der Siegeszug des iPhones hat dem US-Mobilfunkriesen AT & T nicht nur Freude gemacht. Trotz sprunghaft gestiegener Erlöse entwickelte sich der Ertrag zunächst nur unbefriedigend, weil AT & T das Teilnehmerwachstum mit hohen Subventionen anschieben musste, während Apple sich das Handy teuer bezahlen ließ. Nun muss sich der Mobilfunknetzbetreiber auch noch um die Treue seiner Kunden - und auch die von Apple - Sorgen machen. Denn das iPhone hat auf die Nutzung des mobilen Internets wie ein Katalysator gewirkt. Die Nachfrage nach Bandbreite ist drastisch gestiegen, die Netze sind permanent überlastet mit der Folge erheblicher Qualitätsmängel in der mobilen Kommunikation. Die Kunden sind genervt. Apple droht mit dem Wechsel des Vertriebspartners.
Dass die USA als weltweit führende Industrienation im Mobilfunk als "Entwicklungsland" gelten dürfen, wird vom Branchenverband Cellular Telephone Industries Association (CTIA) bestätigt. Die bestehenden Netze sind den Zukunftstechnologien von iPhone und Blackberry jetzt schon nicht mehr gewachsen. Hinzu kommt, dass aufgrund einer wachsenden Gesamtbevölkerung und einer bisher noch niedrigen Marktdurchdringung von 83 % (zum Vergleich: Deutschland kommt auf 118 %) noch auf Jahre mit starkem Teilnehmerwachstum gerechnet werden darf. Mittelfristig bis 2014 dürfte die Mobilfunknutzung in den USA um 40 Millionen Verträge ansteigen. Aktuell liegt der Markt bei rund 265 Millionen Verträgen. Die Erlöse aus mobilen Zusatzdiensten werden für 2009 von Goldman Sachs auf 45 Mrd. Dollar geschätzt. 2014 sollen es 70 Mrd. Dollar sein. Um dieses Wachstum zu meistern, muss in den kommenden Jahren "massiv" in mobile Infrastruktur investiert werden, glauben Experten. Investoren können aufgrund der Besonderheiten des US-Marktes in einer Weise profitieren, die in Europa in diesem Zusammenhang weitgehend unbekannt ist, nämlich mit Fokus auf die Mobilfunkmasten. Denn der Ausbau der Infrastruktur erfordert nach Berechnungen der CTIA u.a. eine deutliche Erhöhung der Zahl von Mobilfunkmasten (Cell Sites). Zurzeit gibt es davon rund 220 000 Standorte, binnen zehn Jahren sollen es mindestens 300 000 sein. Diese Immobilien, die die Mobilfunkinfrastruktur tragen, sind in Europa in aller Regel im Besitz der Mobilfunknetzbetreiber, die sie bauen und warten und - auch teilweise gemeinsam - für ihr Netz nutzen.
Binnen Jahresfrist verdoppelt
In den USA dagegen werden diese Einrichtungen von den Unternehmen fast ausschließlich gemietet. Die Masten sind in der Hand von Tower Companies. Darunter sind drei große börsennotierte Unternehmen, die jeweils tausende von Masten in ihrem Besitz verwalten. Marktführer ist derzeit American Tower, knapp vor Crown Castle, gefolgt von SBA. Die Aktien der drei Gesellschaften haben den breiten Markt, gemessen am S & P 500, im vergangenen Jahr deutlich hinter sich gelassen, wobei die Titel von American Tower die stärkste Wertentwicklung zeigten. Ihr Wert hat sich binnen Jahresfrist knapp verdoppelt.
American Tower kommt auch mit 17,1 Mrd. Dollar auf die mit Abstand höchste Bewertung und ist als einzige des Trios profitabel. Sowohl Crown Castle als auch SBA ächzen unter einer hohen Zinslast, die unterm Strich tief in rotes Terrain führt. Allerdings präsentierte sich SBA zuletzt deutlich wachstumsstärker als die beiden größeren Konkurrenten. Die Erlöse kletterten 2008 gegenüber Vorjahr um 16 %, verglichen mit einem Anstieg um 10 % bei Crown Castle und um 9,4 % bei American Tower.
Ambitionierte Bewertungen
Obwohl die Unternehmen in den nächsten Jahren mit wachsender Nachfrage ihrer auf Expansion getrimmten Kunden AT & T, Verizon Wireless, Sprint/Nextel und
T-Mobile USA rechnen können, erscheinen die Bewertungen allerdings schon recht ambitioniert. So kommt die profitable American Tower immerhin auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 66,3. Das Unternehmen ist mit dem 11-fachen Umsatz des Jahres 2008 bewertet, Crown Castle bringt es dagegen nur auf das 6,5-fache, SBA wiegt an der Börse das 8,2-fache der Erlöse von 2008. Neben den notierten Tower Companies konkurriert in den USA eine Vielzahl kleinerer Mastenbetreiber um Standorte und Mieter. Sie besitzen Portfolien von bis zu 500 Masten. Dazu zählt beispielsweise Tower Ventures mit 400 oder Vangard Wireless mit rund 220 Masten. Um von der Expansion dieses Marktsegments zu profitieren, bietet die auf Investitionen in den USA spezialisierte Berlin Atlantic Capital (BAC) Anlegern hierzulande die Möglichkeit, in geschlossene Fonds zu investieren, die ebenfalls ein oder mehrere Portfolien von Mobilfunkmasten in den USA erwerben.
Die BAC entwickelt und vertreibt seit 2004 geschlossene Fonds, die in weitgehend kapitalmarktunabhängige Assetklassen wie beispielweise dem US-Infrastrukturmarkt investiert werden. Seit ihrer Gründung hat sie nach eigenen Angaben kumuliert gut 247 Mill. Euro Eigenkapital platziert, allein 2008 waren es 71 Mill. Euro. Dabei entfielen die Platzierungen zur Hälfte auf öffentliche Angebote und zur Hälfte auf Privatplatzierungen. Bisher wurden vier Anlageprodukte - allesamt im Segment Zweitmarkt für US-Lebensversicherungspolicen - wieder aufgelöst. Dabei konnten Rückflüsse von 121 % in 19 Monaten bzw. eine jährliche Rendite vor Steuern von 13 % erzielt werden.
Für das breite Publikum
Nach Infratrust 2 und 5 ist die BAC mit dem neuen Publikumsfonds BAC Infratrust 6 am Start, der bis 31. März platziert werden soll. Der Fonds hat ein Planvolumen von 18 Mill. Dollar und soll ein Portfolio von 21 Mobilfunkmasten erwerben. Wie Chloe Kohlhoff, Head of Product Developement, im Gespräch mit rendite sagte, handelt es sich um ein Produkt fürs breite Publikum mit relativ geringem Risikoprofil. Das Mastenportfolio konzentriert sich auf sehr verkehrsstarke Gebiete wie Kalifornien im Westen sowie die Ostküste und Texas. Der BAC Infrastrust 6 investiert dabei in Masten mit "bestehenden Mietverträgen", wie Kohlhoff betonte, sodass von Anfang an Mittelzuflüsse gesichert seien. 15 Mieter teilten sich 47 Plätze, weitere 52 könnten noch vermietet werden, hier bestehe weiteres Ertragspotenzial. Der Kaufpreis entspricht der gegenwärtig 16-fachen Jahresnettomiete und wird als "marktüblich" qualifiziert. Kohlhoff geht davon aus, dass der Fonds, für den ein
Gesamtrückfluss von 169 % bis zum Ende der Laufzeit 2018 kalkuliert wird, am Ende eine höhere Rendite abwerfen wird. "Das Ebitda-Multiple müsste bis zum Verkauf eigentlich steigen", sagt sie. Ein etwas höheres Risikoprofil hat der BAC Infratrust 7, der in die Entwicklung eines Mobilfunkmastenportfolios investiert. Hier sollen im Wege der Privatplatzierung 20 Mill. Euro eingeworben werden. Beide Anlageprodukte könnten auch währungstechnisch interessant sein. Analysten gehen davon aus, dass der Greenback stärker als der Euro vom globalen Aufschwung profitieren wird, sodass ein Investment in der gegenwärtigen Schwächephase auch Währungsgewinne abwirft.
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nach obenNetzwerkausrüster bringen sich in Stellung
Die Netzwerkausrüster sehen dem Verlauf des Jahres 2010 mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Marktbedingungen werden als anhaltend schwierig wahrgenommen, spürbares Wachstum wird nicht erwartet, wenn man den Ausblick von Weltmarktführer Ericsson oder auch den des Rivalen Nokia Siemens Networks (NSN) zugrunde legt. Allerdings haben sich beide Konzerne auch Marktanteilsgewinne vorgenommen. Sie wollen schneller zulegen als der Wettbewerb. Vor allem das Joint Venture NSN, das von Nokia und Siemens zusammen betrieben wird, hat im vergangenen Jahr mit dem Konzernchef auch die Strategie gewechselt. Während zuvor alle Anstrengungen darauf gerichtet wurden, hinter - mehrfach verschobenen - Renditezielen herzulaufen, warf der neue Unternehmenslenker Rajeev Suri das Steuer herum. NSN hat im vergangenen Jahr erheblich Marktanteile vor allem an die preisaggressive chinesische Konkurrenz abgegeben und damit zweistellig an Umsatz verloren. Damit wurde eine neuerliche Restrukturierungsrunde fällig, wenn die Renditeziele - aktuell für 2010 im mageren einstelligen Bereich - nicht völlig aus den Augen verloren werden sollen. Zugleich will NSN die Marktanteilsverluste wieder wettmachen. Damit drohen für alle Marktteilnehmer eher ungemütliche Zeiten. Denn "der Preisdruck von Huawei und ZTE dürfte auch 2010 unvermindert anhalten", prophezeite Scott Siegler, Analyst beim US-Marktforschungsinstitut Dell'Oro im Gespräch mit rendite. Er glaubt auch, dass es Ericsson unter diesen Umständen schwerfallen wird, Marktanteile und operative Marge (Ebitda-Basis) zugleich zu verteidigen. Immerhin stehen die Schweden mit ihrer Ertragskraft an der Spitze. Die Ebitda-Marge im Kerngeschäft ohne die beiden verlustträchtigen Joint Ventures STEricsson und Sony Ericsson kletterte auch im Krisenjahr 2009 von 15 auf 16 %. Die Netzwerkdivision zeigte im vierten Quartal stabile 17 %. Das zweitstellig wachsende Service-Geschäft brachte es auf 16 %, nach 19 % im Vorjahr. Davon kann die europäische Konkurrenz nur träumen. NSN (5,5 %) schaffte ebenso wie Alcatel-Lucent (6,8 %) nur eine einstellige operative Rendite im Schlussquartal, die zudem um zahlreiche Sondereffekte bereinigt war. Fürs laufende Jahr haben beide angekündigt, noch kleinere Brötchen backen zu wollen. Aufgrund des "hoch kompetitiven Umfeldes", so Alcatel-Lucent, könne nur mit einer Marge zwischen 1 und 5 % gerechnet werden, ließ der krisengeschüttelte Konzern wissen. NSN will irgendwo zwischen Break-even und 2 % landen. Beide Unternehmen wollen lieber auf Marge als auf Wachstum verzichten. Für den auf Jahressicht planenden Anleger ist damit zumindest bei Alcatel-Lucent Vorsicht angezeigt. Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20 deutlich teurer als die Wettbewerber. Ericsson notiert beim 14-fachen, Nokia bringt es auf ein KGV von 13. Auf mittlere Sicht dürfte sich für die Unternehmen der Fokus auf Wachstum im laufenden Jahr allerdings lohnen. Denn es gibt doch einiges zu verteilen. Nach einer Studie der Deutschen Bank dürften die Mobilfunknetzbetreiber 2010 weltweit allein 72 Mrd. Dollar in mobile Breitbandtechnik investieren. Das Gros entfällt auf den asiatisch-pazifischen Raum mit 34 Mrd. Dollar gefolgt von Nordamerika mit 19 Mrd. Dollar und Europa mit 14 Mrd. Dollar.
Im Hinblick auf den Anteil des Budgets für mobile Breitbandtechnik fällt Nordamerika mit 80 % eindeutig aus dem Rahmen. Laut Dell'Oro dürften Marktführer AT & T und Telekomtochter T-Mobile USA im laufenden Jahr die dicksten Investitionsbrocken schultern. Speziell für T-Mobile rechnen Analysten auch mittelfristig mit einem jährlichen Budget von etwa 3 Mrd. Dollar, weil das Unternehmen im Vergleich zum Wettbewerb zurückliegt und in der Netztechnik nachrüsten muss.
Der US-Markt ist nicht nur deshalb besonders interessant, weil er stärker als der europäische wächst, sondern weil die chinesischen Anbieter hier kaum eine Rolle spielen und somit der Preisdruck für die etablierten Platzhirsche geringer ist als beispielweise in den Wachstumsmärkten China oder Indien. Im dritten Quartal 2009 teilten die großen drei die Nachfrage nach Mobilfunklösungen der dritten Generation am nordamerikanischen Markt weitgehend unter sich auf, wobei Alcatel-Lucent mit 38% führend war und einen traditionellen Heimvorteil ausspielen konnte.
Allerdings gewinnt NSN, die in Amerika noch schwach ist, an Boden. Das Unternehmen ist zusammen mit Ericsson führender Provider von T-Mobile. Ericsson ist zusammen mit Alcatel-Lucent zugleich für AT&T tätig. Beide bedienen im Team mit Motorola auch Verizon Wireless. Insgesamt dürften Netzwerkausrüster im laufenden Jahr Rendite zugunsten von Marktanteilen
opfern. Damit empfiehlt sich der Sektor als mittelfristiges Investment, denn die Kunden- und Umsatzgewinne werden sich in Folgejahren auszahlen.
Heidi Rohde
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nach obenGoldgräberstimmung unter Smartphone-Anbietern
Kaum ein Markt wird aktuell derart revolutioniert wie der der Mobilfunktelefonie. Während andere Branchen aufgrund der Wirtschaftskrise noch im Investitionsstau stecken und die Unternehmen mit teilweise drastisch sinkenden Erlösen kämpfen, investieren Netzbetreiber Milliarden in den Ausbau ihrer Mobilfunknetze. Hauptgrund für die Investitionswut ist der in den vergangenen zwei bis drei Jahren massiv gestiegene Datenhunger der Kunden. Angetrieben wird dieser vom steigenden Absatz internetfähiger Multimedia-Handys, sogenannter Smartphones. Fast jedes sechste verkaufte Mobilfunkgerät ist mittlerweile dieser Gattung zuzurechnen. Für Mobiltelefonhersteller ist das ein Riesengeschäft, da die teureren Geräte neben Wachstum auch höhere Margen versprechen. So trägt das iPhone mittlerweile rund ein Drittel zum Umsatz des Elektronikkonzerns Apple bei. Damit stellt das Smartphone-Segment bereits die größte Sparte des Unternehmens dar, obwohl Apple erst seit gut zweieinhalb Jahren im Mobiltelefongeschäft mitmischt. Die deutlich höheren durchschnittlichen Verkaufspreise (Average Selling Price, ASP) von Smartphones sowie das seit Jahren steigende Absatzvolumen rufen stetig neue, marktfremde Hersteller auf den Plan, die sich von der Goldgräberstimmung anlocken lassen. Für Investoren können die steigende Anzahl an Wettbewerbern und die laufende technologische Fortentwicklung schnell einen toxischen Mix darstellen. Denn eines ist sicher: Dauerhaft werden nicht alle derzeitigen Anbieter profitabel am Markt bestehen können. Wer in Aktien von Mobiltelefonherstellern investiert, muss daher derzeit besonders aufmerksam die einzelnen Unternehmen und ihre Chancen und Risiken analysieren. Die Aktien der Wettbewerber unterscheiden sich in ihrer Performance sehr deutlich.
Grundsätzlich lassen sich die Unternehmen im Smartphone-Markt in zwei Gruppen aufteilen. Die erste Gruppe besteht aus traditionellen Mobiltelefonproduzenten wie Motorola, Nokia, Samsung und Sony Ericsson, die bereits vor der Smartphone-Welle den Markt bestimmt haben. Sie treffen in dem lukrativen Geschäftsfeld auf eine stetig wachsende Gegnerschar, die sich aus Smartphone-Spezialisten wie HTC, Palm und Research in Motion (RIM) sowie aus der PC-Branche kommenden Branchenneulingen wie Acer, Apple und Dell zusammensetzt. Das spezielle Problem der ersten Gruppe ist, dass sich die Unternehmen nicht voll auf das Geschäft mit modernen Multifunktionshandys konzentrieren können. Sie setzen noch sehr hohe Stückzahlen klassischer Mobiltelefone ab, besonders in den Schwellenländern in Osteuropa, Asien und Südamerika. Bei diesen liegen die Preise deutlich niedriger. Fallen Skaleneffekte weg, weil dieses Geschäft vernachlässigt wird, könnten die Verluste mit den Billighandys den Gewinn im Smartphone-Geschäft auffressen. Zudem müssen die Traditionshersteller damit fertig werden, dass klassische Handys seit der Einführung der Smartphones einen massiven Preisverfall erlebt haben, was sich bei allen Firmen in teils drastisch sinkenden ASP bemerkbar gemacht hat. Dies soll durch Marktanteilsgewinne im Smartphone-Geschäft gekontert werden. Marktführer Nokia weist deshalb sogar extra zwei ASP aus - einen für den Gesamtkonzern und einen für das Smartphone-Geschäft (siehe Grafik). Mehr Probleme als Nokia haben der US-Konzern Motorola und das japanisch-schwedische Joint Venture Sony Ericsson mit dem Preisverfall. Beide waren auf hochpreisige Mobiltelefone spezialisiert, die mit dem Aufkommen der
Smartphones sowohl bei den Marktanteilen als auch beim Preisniveau enorme Einbußen hinnehmen mussten. Den ehemals größten Hersteller der Welt, Motorola, hatten lange Innovationszyklen und Fehleinschätzungen bezüglich des Konsumentengeschmacks Marktanteile gekostet. Nach einem Managementwechsel hat man sich bei Motorola entschlossen, von nun an vor allem auf das Geschäft mit hochpreisigen Smartphones zu setzen und das klassische Handygeschäft schrittweise aufzugeben. In den letzten Monaten des abgelaufenen Jahres zeigte diese Strategie erste Erfolge. Mit einem weltweiten Marktanteil von 4,6 % war Motorola im Schlussquartal laut IDC der viertgrößte Smartphone-Anbieter hinter Nokia (38,2 %), RIM (19,6 %) und Apple (16,0 %). Allerdings ist der Abstand nach oben gewaltig und mit HTC sitzt dem US-Unternehmen ein Smartphone-Spezialist im Nacken, der ebenfalls auf das Google-Betriebssystem Android setzt und extrem kurze Entwicklungszyklen aufweist. Motorola gliedert das Handy-Geschäft daher zusammen mit dem übrigen Privatkundengeschäft aus und würde den neuen Bereich wohl am liebsten veräußern. Allein, ein Käufer findet sich nicht. Marktanteile gewinnen derweil in erster Linie die Spezialisten hinzu. Im Gesamtjahr gewann Apple gut 5 Prozentpunkte. Der Blackberry-Hersteller RIM gewann rund 4 Prozentpunkte. Die großen Mobiltelefonhersteller Samsung und Nokia profitierten zwar mit steigenden Absatzzahlen ebenfalls vom 15-prozentigen Wachstum des Gesamtmarktes. Allerdings legen sie nur unterproportional zu. Das kräftigste Wachstum zeigte 2009 wie schon im Vorjahr Apple. Das Unternehmen steigerte den Absatz um 80 % auf mehr als 25 Millionen iPhones. Im vierten Quartal wurde der Absatz sogar verdoppelt. Im laufenden Jahr werden sich die Verschiebungen fortsetzen. In weiterhin starker, aber auch gefährlicher Position befindet sich Nokia. Die Software der weltweiten Nummer 1 gilt als veraltet, doch zuletzt haben die aktuellen Highflyer der Branche, Apple und RIM, vor allem auf Kosten der sonstigen Konkurrenz Marktanteile gewonnen. Im laufenden Jahr dürfte sich zeigen, ob Nokia den Anteil von fast 40 % auch mittelfristig halten kann. Viele der Nokia-Smartphone-Nutzer besitzen nämlich keine Datenflatrate für mobiles Surfen im Internet. Rechnet man nur die höherwertigen Smartphones der E- und N-Serie, die üblicherweise auch mit einem Internetvertrag verkauft werden, ist Nokia nur noch die Nummer 3 hinter RIM und Apple. Da der Anteil der Smartphones mit Datenvertrag steigen dürfte, wie die Marktforscher von IDC erwarten, stehen die Finnen trotz des insgesamt dominanten Marktanteils hier vor Herausforderungen.
Für Apple und RIM wiederum dürfte es schwierig werden, das Wachstumstempo der ersten zweieinhalb Jahre zu konservieren. Die Unternehmen haben stetig neue Regionen erschlossen und damit das ansprechbare Kundenreservoir erweitert - zuletzt in China. Das wird 2010 kaum noch zum Wachstum beitragen können. Die beiden nordamerikanischen Unternehmen müssen also verstärkt Nutzer von Handys anderer Hersteller überzeugen. Wachstumsdynamik zeigen auch Handys mit dem Google-Betriebssystem Android. Allerdings wird die frei verfügbare Software von vielen Produzenten eingesetzt. Es muss sich erst noch zeigen, ob einer der vielen Hardwarehersteller (u.a. Acer, Asus, Dell, HTC, Motorola und Samsung) profitables Wachstum angesichts der Konkurrenzfülle erreichen kann. Wer in Aktien der Marktteilnehmer oder einen auf die Branche spezialisierten Fonds investiert, sollte also bedenken, dass einige der Unternehmen bis zum Jahresende ganz aus dem Wettbewerb ausscheiden könnten. Für kleinere traditionelle Hersteller und einige Neulinge aus der PC-Branche dürfte 2010 kein Platz mehr sein in der Goldgrube Smartphone-Markt.
Sebastian Schmid
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nach obenDividendenstrategie: Chance auf mehr Gewinn
Vorteile vor allem in wachstumsschwachen Phasen Aber Anleger sollten hohe Renditewerte hinterfragen
Der Auftakt des neuen Börsenjahres ist missglückt. Entgegen den überwiegend optimistischen Prognosen gerieten Europas Aktienmärkte schon ab der zweiten Handelswoche unter Druck. Für die kommenden Monate sagen Aktienstrategen nun eine volatile Seitwärtsbewegung voraus. In diesem Umfeld bieten Dividendenstrategien eine gute Chance auf eine höhere Rendite.
Von Thorsten Kramer
Als sich Marktanalysten vor dem Jahreswechsel Gedanken über das Börsenjahr 2010 machten, waren sich die meisten in einem Punkt einig: Nach der rasanten Kursrally des Vorjahres werden die Aktienmärkte immer wieder zu Korrekturbewegungen ansetzen, etwa wenn sich die Gewinnaussichten der Unternehmen eintrüben oder die Notenbanken den Ausstieg aus der extrem expansiven Geldpolitik signalisieren. Als wahrscheinlicher Zeitpunkt für das Ende der Kursrally galt allerdings die Jahresmitte, schon für Januar hatte die prognostizierte Kurskorrektur gewiss kaum jemand auf dem Zettel.
Ganz nach der Devise "Hinterher ist man immer schlauer" nannten Marktteilnehmer schließlich den zu starken Optimismus als Hauptgrund für den kräftigen Rücksetzer, der etwa den Dax im Februar um rund 8,8 % unter das Niveau vom Jahresbeginn drückte und den Euro Stoxx 50 um rund 11,7 %. Denn weil die Zuversicht so stark dominierte und sich Anleger dementsprechend offensiv positioniert hatten, erwischten die Schlagzeilen zur ausufernden Staatsverschuldung in Griechenland und Portugal sowie den Plänen für eine strengere Bankenregulierung in den USA die meisten Anleger auf dem falschen Fuß. Anlagestrategen hatten zuvor ohnehin betont, dass 2010 die Auswahl der einzelnen Aktieninvestments wichtiger wird, weil der Markt in der Breite nicht mehr so stark zulegen dürfte. Nach den hohen Kursverlusten im Januar und Februar erhält diese Aussage zusätzlich Gewicht, denn mit einer schnellen Erholung auf die alten Niveaus sowie einer daran anschließenden weiteren Aufwärtsbeweung rechnen aktuell nur die Wenigsten. Dies erhöht die Attraktivität von Investments in eher defensiven Sektoren wie Telekommunikation, Versorgung und Pharma, aber auch Nahrungsmittel, die sich in Schwächephasen nachweislich häufig besser schlagen als der Gesamtmarkt. Die Produkte aus diesen Branchen werden auch in einem angespannten konjunkturellen Umfeld relativ stabil nachgefragt. Sie bieten Anlegern deshalb häufig ein robustes Wachstum und konstant ausgeschüttete, ansprechende Dividenden. Bis zum steilen Kursanstieg Ende der neunziger Jahre, so belegt eine Studie von NFJ, einer Tochter der Allianz Global Investors, waren Dividenden ohnehin der maßgebliche Grund für Aktieninvestments. Angesichts der verhaltenen Perspektiven für die Aktienkurse kehrt diese Sichtweise nun verstärkt zurück, zumal viele Adressen wie etwa ING Investment Management wieder mit steigenden Unternehmensgewinnen und somit steigenden Dividenden rechnen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe pendelt derzeit zwischen 3,1 % und 3,2 %, die Dividendenrendite vieler europäischer Blue Chips aus dem Dax oder den Stoxx-Indizes liegt aber deutlich höher. So bringt es die Deutsche Telekom auf 8 % und der Versorger RWE auf 7 %. Bei führenden europäische Pharmakonzernen wie Novartis und Sanofi-Aventis liegt die Dividendenrendite zwischen 3,5 % und 4,4 %. Allerdings müssen Investoren hinterfragen, ob ein hoher Quotient lediglich auf eine enttäuschende Kursentwicklung zurückgeht oder tatsächlich auf eine attraktive Dividendenzahlung. Zudem sollten sie vor ihrer Investmententscheidung die Perspektiven der einzelnen Unternehmen abklopfen. Das Bankhaus Sal. Oppenheim rät außerdem dazu, einen Blick darauf zu richten, wie hoch die Ausschüttungsquote eines Unternehmens liegt. Zwar betonen Aktionärsvereinigungen im Sinne der Privatanleger immerzu, dass eine angemessene Ausschüttungsquote zumindest bei 50 % liegt. Bei Unternehmen mit einer eher niedrigen Quote, so argumentiert Sal. Oppenheim, sei hingegen die Wahrscheinlichkeit größer, dass die avisierte Dividende in jedem Fall gezahlt werde.
Ausschüttungen als Renditetreiber
Eine Untersuchung von Allianz Global Investors zeigt, dass Dividendenstrategien langfristig überzeugen. Dennis Nacken, Senior Analyst in der Kapitalmarktanalyse des Vermögensverwalters, führt zum Beleg ein einfaches und doch beeindruckendes Beispiel an: Hätte ein Investor 1970 einmalig 100 Euro in Aktien des MSCI Europe investiert und die Dividendenzahlungen jährlich wieder angelegt, hätte er Ende 2009 über eine Vermögenssumme von 4 770 Euro vor Steuern verfügt. Ohne den Beitrag der Dividenden hätte die Summe lediglich 1 125 Euro betragen.
Eine Dividendenstrategie hätte sich aber auch in den zurückliegenden zehn Jahren gelohnt, so Nacken weiter. Während der breite europäische Aktienmarkt in diesem Zeitraum lediglich ein Plus von 1,4 % pro Jahr erzielte, verbuchte der Dow Jones Euro Select Dividend 30 eine jährliche Rendite von 9 %. Durch Konzentration auf dividendenstarke Werte ist dieser Vorteil noch auszubauen. Zudem erwiesen sich Dividendenstrategien vor allem in Phasen mit schwächerer Konjunktur als besonders aussichtsreich.
Auf die Unpopulären setzen
Wie können Anleger also agieren, um diese Renditechancen zu nutzen? Recht einfach sicherlich mit einem auf dividendenstarke Titel ausgerichteten Investmentfonds oder mit Zertifikaten auf Dividendenindizes. Für Anleger, die sich lieber auf sich selbst verlassen möchten, gibt die sogenannte "Dogs of the Dow"-Strategie Orientierung. Sie zielt darauf ab, jeweils zum Jahresbeginn die unpopulärsten Aktien aus einem Index - hier dem Dow Jones - mit einer hohen Dividendenrendite zu kaufen. Auf Europa bezogen könnte ein Anleger sich also im Universum des Stoxx 50 oder des Euro Stoxx 50 tummeln und etwa auf RWE oder auch Eon setzen, in Deutschland gegebenenfalls im Universum von Dax, MDax und TecDax. Die Strategie empfiehlt Investments in zehn Werte zu jeweils gleichen Teilen. Bezogen auf den Euro Stoxx 50 hätte ein Anleger im zurückliegenden Jahr mit dieser Strategie eine Rendite von 36,6 % erwirtschaftet. Der Index erreichte ein vergleichsweise geringes Plus von knapp 16 %. Und wer diese Strategie seit Mitte der neunziger Jahre im Dax angewandt hätte, hätte seitdem eine Rendite von 230 % erzielt, zeigt eine Analyse der WGZ Bank. Der Dax schaffte zugleich einen Anstieg um 140 %. Seit nunmehr fünf Jahren steht Anlegern in Deutschland allerdings der Dividendenindex DivDax zur Verfügung, der einmal jährlich im September neu geordnet wird und stets die 15 dividendenstärksten Werte aus dem Dax umfasst. Seit Anfang 2009 stieg der DivDax um 25 %, der Dax lediglich um 21 %. Bei tendenziell leicht anziehenden Zinsen, die vielfach schon gegen Ende 2010 erwartet werden, sollte sich eine derartige Investmentstrategie als vorteilhaft erweisen, meint Klaus Stabel, Marktanalyst bei ICF Kursmakler, mit Blick auf den DivDax.
Als Risiko für diese Strategie ist allerdings anzusehen, ob die Unternehmen in dem wachstumsschwachen Umfeld tatsächlich der Prognose gerecht werden und die Dividenden wieder anheben, selbst wenn die Gewinne steigen. Für viele Unternehmen ist eine Refinanzierung derzeit nur zu höheren Zinsen möglich. Dies engt den finanziellen Spielraum hinsichtlich der Dividende ein.
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nach obenHohes Ertragspotenzial für Emerging-Markets-Anleihen
Geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen Schwellenländer hängen Industriestaaten ab
Anleger auf der Suche nach attraktiven Renditen sollten sich unbedingt mit dem Thema Schwellenländer-Anleihen beschäftigen. Im Unterschied zu den Staatsanleihen der Industrienationen bieten ihnen diese Assets langfristig ein interessantes Ertragspotenzial. Außerdem eignen sie sich zur Risikostreuung, da diese Papiere eine relativ geringe Korrelation zu anderen
Asset-Klassen zeigen.
Von Christopher Kalbhenn
Im Jahr 2009 wurde ein Engagement in Emerging-Markets-Anleihen belohnt. Basis dafür war zunächst allerdings der panikartige Ausstieg von Investoren aus den Industrienationen aus Schwellenländer-Anlagen vom Herbst 1998. Dieser hatte den Renditeaufschlag von Schwellenländer-Bonds auf US-Staatsanleihen - gemessen am Sammelindex EMBI Global Index von J.P. Morgan (EMBIG) - bis auf mehr als 7 Prozentpunkte hochgetrieben. Dabei lagen der Krisenherd eben nicht in den Emerging Markets, sondern in den USA. Die Immobilienkrise und der Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers waren die Auslöser der Turbulenzen in der Weltwirtschaft und an den Finanzmärkten. 2009 sind die Folgen der Panik weitgehend korrigiert worden. Der EMBIG-Renditeaufschlag reduzierte sich von 7,24 % auf 2,94 %. Für in Dollar rechnende Anleger bedeutete dies einen Ertrag von 28 %. So konnten sich auch die in Schwellenländer-Anleihen investierenden Fonds von ihren Vorjahresverlusten erholen. Laut dem Fondsinformationsdienst Citywire betrug deren durchschnittlicher Ertrag 32,4 %. Trotz der starken Entwicklung im Jahr 2009 bleiben Schwellenländer-Staatsanleihen für den langfristig orientierten Anleger als Beimischung interessant. Zwar haben im zurückliegenden Jahr vor allem die sehr hohen Renditen, die Flutung der Finanzmärkte mit Liquidität durch die Notenbanken und die wieder erstarkte Risikobereitschaft der Investoren den kräftigen Kursaufschwung maßgeblich angetrieben. Entscheidend aus Sicht des langfristig orientierten Anlegers sind jedoch die deutlich verbesserten fundamentalen Rahmenbedingungen in den Schwellenländern. Gegenüber der zweiten Hälfte der neunziger Jahre, die von den großen Krisen Ostasiens und Russlands geprägt waren, ist der Zustand der aufstrebenden Nationen nicht mehr wiederzuerkennen. Das hat mehrere Gründe. Zunächst haben die Schwellenländer Konsequenzen gezogen und eine solide Wirtschaftspolitik implementiert. Hinzu kommen
Reform- und Modernisierungsanstrengungen, die, zusammen mit der zunehmenden Einbindung in die Weltwirtschaft, für ein hohes Wachstum sorgen. Die Schwellenländer haben - auch dank des starken Anstiegs der Nachfrage nach Rohstoffen und ihres deutlichen Preisanstiegs - riesige Devisenreserven angehäuft und erwirtschaften mittlerweile sogar in aggregierter Betrachtung Leistungsbilanzüberschüsse. Ihre Haushaltsdefizite und Schulden haben nicht nur deutlich abgenommen. Vielmehr sind die Emerging Markets nun sogar insgesamt Nettogläubiger.
Bessere Bewertungen
Die fundamentale Verbesserung spiegelt sich auch in der Bonitätsbewertung durch die großen Ratingagenturen wider. Viele Schwellenländer haben bereits Investmentgrade erreicht, und Experten erwarten, dass das Schwellenländer-Universum in aggregierter Betrachtung in diesem Jahr Investmentgrade sein wird. Das hat direkte Folgen gerade für Anleihen aus den Emerging Markets. Viele institutionelle Investoren dürfen sich nur in Anleihen von Schwellenländern engagieren, die Investmentgrade sind. Die neue Stärke der Emerging Markets hat sich gerade in der zurückliegenden Krise gezeigt. Zwar wurden ihre Finanzmärkte in Mitleidenschaft gezogen, weil Investoren aus den Industrieländern, insbesondere den USA, aus Verunsicherung Mittel abzogen bzw. repartriierten. Letztlich setzte sich jedoch die neue Stärke durch. Indien und auch China erreichten sehr schnell wieder eine Wachstumsbeschleunigung, während die Industrienationen noch eine schrumpfende Wirtschaftsleistung zeigten. Ähnliches ist sowohl für die unmittelbare Zukunft als auch längerfristig zu erwarten. In diesem Jahr werden die Schwellenländer nach Schätzung von HSBC ein Wachstum von 6,2 % erzielen. Bei den entwickelten Volkswirtschaften wird sich das Wachstum der Schätzung zufolge auf 1,9 % beschränken. Langfristig werden die größeren aufstrebenden Nationen Zug um Zug die klassischen Industrieländer nach Wirtschaftsleistung überholen. China ist bereits an Deutschland vorbeigezogen und nun drittgrößte Volkswirtschaft.
Kurzfristige Irritationen
Im laufenden Jahr stehen die Schwellenländer allerdings vor Risiken. Anleihen könnten vorübergehend unter stärkeren Druck geraten bzw. starken Schwankungen ausgesetzt werden. Auslöser könnte erhöhte Nervosität bzw. ein wieder abnehmender Risikoappetit der Investoren werden, sobald die Notenbanken
rund um den Globus die Niedrigzinspolitik beenden. Während in den Industrienationen darauf noch gewartet werden muss, haben einige Schwellenländer den geldpolitischen Kurswechsel bereits eingeleitet. Jenseits der kurzfristigen Irritationen bleibt dem langfristig orientierten Anleger die Tatsache, dass Schwellenländer-Anleihen 3 Prozentpunkte mehr bieten als ihre Gegenstücke in den USA. Dabei sind nicht die Schwellenländer, sondern die USA in bedenklicher Weise verschuldet, und in einigen Ländern des Euroraums sehen die Fundamentaldaten auch nicht unbedingt berauschend aus. Eine Marktkorrektur und eine neuerliche Ausweitung des Renditevorsprungs der Schwellenländer würden daher erst recht für langfristig attraktive Investmentmöglichkeiten sorgen. Ein geldpolitischer Kurswechsel in den Schwellenländern,
d.h. steigende Zinsen, würde darüber hinaus auf Lokalwährungen lautenden Emerging-Markets-Anleihen zugutekommen. Denn die Landeswährungen würden bei höheren Zinsen tendenziell steigen. In Asien würde darüber hinaus eine Aufwertung des chinesischen Yuan für steigende Notierungen der Währungen der Region sorgen. Lokalwährungs-Anleihen machen 85 % des 8 Bill. Dollar schweren Marktes aus. 15 % der Schwellenländer-Anleihen entfallen auf Hartwährungen, wobei der Dollar als Emissionswährung dominiert.
Erfahrene Fondsmanager
Der Anleger kann unter einer Vielzahl von Schwellenländer-Anleihe-Fonds auswählen. Positiv ist, dass die Fonds häufig über sehr erfahrene und kompetente Management-Teams verfügen. Darauf deutet die hohe Zahl von Produkten hin, die von Morningstar mit fünf bzw. vier Sternen versehen und damit sehr gut benotet werden. Anleger sollten darauf achten, in welchen Währungen die Mittel angelegt werden. Einige Fonds legen nur in Hartwährungs-Anleihen an, wobei der Dollar dominiert. Andere spezialisieren sich auf in Landeswährungen aufgelegte Bonds. Hinzu kommen Mischformen. Einige Fondsgesellschaften, darunter HSBC, J.P. Morgan, Schroders und Threadneedle, bieten zusätzlich zu ihren Emerging-Markets-Anleihefonds noch währungsabgesicherte Produkte für den in Euro rechnenden Anleger an. Darüber hinaus unterscheiden sich die Fondsprodukte noch nach den Anleihe-Emittenten. Einige investieren nur in Anleihen von Staaten sowie weiteren öffentlichen Emittenten, andere zusätzlich in Anleihen privater Emittenten, d.h. in Unternehmenspapiere.
Einen Vier-Sterne-Fonds hat beispielsweise Fidelity im Angebot. Der Fonds wird seit 2001 von John Carlson gemanagt, der über 18 Jahre Investment-Erfahrung verfügt, überwiegend im Schwellenländerbereich. Sein Ziel ist die Erzielung von Ertrag und Kapitalzuwachs insbesondere durch Anlagen in Anleihen von Emerging Markets weltweit. Wie bei vielen anderen Schwellenländer-Anleihefonds ist eine Russland-Anleihe die größte Einzelposition. Beim Fidelity-Fonds ist dies die im März 2030 fällige Dollar-Anleihe mit einem Kupon von 5 %. Sie hat einen Anteil am Fondsvermögen von 7,3 %. HSBC bietet den Global Emerging Markets Bond an. Dieser ist ebenso wie seine Euro-abgesicherte Variante mit vier Sternen ausgezeichnet. Geführt werden beide von Peter Marber, der seit 1987 in der Investmentbranche tätig ist. Marber verantwortet auch einen Lokalwährungs-Fonds, der im Juli 2007 aufgelegt wurde und aufgrund der kurzen Historie noch kein Morningstar-Rating hat. Ziel des Global Emerging Markets Bond ist, mit Anleihen der wachstumsstarken Schwellenländer eine positive absolute Rendite zu erreichen. Mindestens zwei Drittel des nicht aus Liquidität bestehenden Vermögens wird in ein Portfolio aus Anleihen des Investmentgrade-Bereichs sowie niedrigerer Bonitäten investiert. Investiert werden kann sowohl in öffentliche Anleihen als auch in Unternehmensemissionen. Stärkste Einzelposition ist mit 10,8 % auch hier die im März 2030 fällige Russland-Anleihe. Vier Sterne hat ferner der Schroders ISF Emerging Markets Debt Absolute Return. Fondsmanager Geoff Blanning blickt auf 24 Jahre Investment-Erfahrung zurück. Den Schwellenländer-Fonds managt er bereits seit mehr als zehn Jahren. Auffällig ist der aktuell recht hohe Teil der Liquidität, der in Form kurzlaufender US-Staatspapiere gehalten wird, angesichts der zuletzt etwas stärker gewordenen Risiken für Schwellenländer-Anleihen eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung.
Höchstes Rating
Ebenfalls vier Sterne trägt der Threadneedle Emerging Market Bond Retail Gross. Dieser Fonds investiert vor allem in Staatsanleihen. Bis zu 15 % der Mittel können in halbstaatlichen Emissionen angelegt werden. Unternehmensanleihen werden nicht berücksichtigt. Gehalten werden nur liquide Papiere, die mindestens drei Market Maker und ein ausstehendes Volumen von wenigstens 500 Mill. Dollar haben. Angestrebt wird, den Benchmark-Index EMBIG um 2 Prozentpunkte zu schlagen. Das höchstmögliche Rating von fünf Sternen hat beispielsweise der Pictet
Funds Emerging Local Currency Debt. Sein höchster Einzelposten ist eine Anleihe der Republik Türkei. Der Templeton Emerging Markets Bond, ebenfalls mit fünf Sternen versehen, konzentriert sich auf festverzinsliche und variable Anleihen von Regierungen und öffentlichen Institutionen der Schwellenländer. Höchste Einzelposition ist eine Anleihe von Südkorea.
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nach obenAm Anleihemarkt heißt es Abwarten
Sorgen um Euroland-Peripheriestaaten drücken Sentiment Ausblick für Unternehmensbonds mittelfristig aber gut
Unternehmensanleihen sind das Investment des Jahres 2009 gewesen. Immer mehr Anleger entdeckten die festverzinslichen Papiere der Firmen, da sie mit hohen Kupons und einer enormen Kursperformance lockten. Zwar kann sich auch dieses Jahr bislang sehen lassen, doch ist derzeit Vorsicht geboten.
Von Kai Johannsen
Besser benotete Unternehmen aus dem Investment-Grade-Bereich, d.h. mit einem Rating von "AAA" bis "BBB-", boten in den ersten beiden Quartalen des vergangenen Jahres Kupons von 7, 8 oder noch mehr Prozent. Hinzu kamen zweistellige Kursgewinne. Bei den hochverzinslichen Anleihen aus dem Sub-Investment-Grade-Bereich, also einer Bonitätseinstufung von "BB" oder schlechter waren es noch höhere Kupons. Im Investment-Grade-Bereich war 2009 das emissionsstärkste Jahr überhaupt. Die meisten Privatanleger setzen bei Unternehmensanleihen auf die Variante der Fonds. Bis zu 11 % (vgl. Tabelle auf Seite 23) konnte mancher Fonds in den ersten sechs Wochen dieses Jahres erzielen. Im Schnitt liegen die gut performenden Fonds bei 5 bis 6 % für die ersten eineinhalb Monate. Mittlerweile ist es für die Fondsmanager aber nicht mehr so leicht, Geld mit Unternehmensanleihen zu verdienen. Denn der Markt kennt nicht mehr nur die Richtung hin zu engeren Spreads sprich Kursgewinnen. Seit einigen Wochen sind am Markt Spread-Ausweitungen zu beobachten. Denn in Sachen Krise ist ein neuer Brandherd aufgetreten. Der hinterlässt sowohl am Sekundärmarkt als auch am Primärmarkt für Anleihen recht deutliche Spuren.
Drohender Staatsbankrott
Seit Ende Januar verläuft das Emissionsgeschäft zunehmend schleppend. Viele Unternehmen, aber auch Banken gehen in die Defensive und warten auf eine Beruhigung an den Märkten. Der Grund für diese Nervosität ist in der Euroland-Peripherie zu suchen. Die finanzielle Situation einiger Staaten spitzt sich immer mehr zu. Mittlerweile ist an den Märkten schon von einem drohenden Staatsbankrott die Rede. Gefahren sehen die Anleger insbesondere für Griechenland. Die Hellenen haben ein ausuferndes Haushaltsdefizit und einen enorm hohen Schuldenstand. In diesem Jahr müssen die Griechen an den Märkten rund 54 Mrd. Euro aufnehmen. Es geht die Sorge um, dass die Griechen an den Märkten die Investoren nicht mehr zur Überlassung von Fremdkapital bewegen können bzw. dass die Anleger so hohe Zinsen verlangen, die die Hellenen schlichtweg nicht mehr schultern könnten.
Aber es ist nicht nur Griechenland, das den Investoren Kopfzerbrechen bereitet. Eine ähnlich desolate Finanzlage sehen die Anleger bei einem weiteren Kandidaten aus der Euroland-Peripherie: Portugal. Die Portugiesen müssen in diesem Jahr rund 18 Mrd. Euro an Anleihen emittieren. Hinzu kommt noch ein ganzer Schwung von Geldmarktpapieren. Ob die Portugiesen es in Sachen Investorenüberzeugung ähnlich schwer haben werden wie die Griechen, wird sich am 20. Mai zeigen. Dann nämlich müssen die Portugiesen 5,9 Mrd. Euro an auslaufenden Anleihen ersetzen. Etwas weniger dramatisch - aber auch nicht als vollkommen unkritisch - wird die Lage für Spanien und Italien eingeschätzt.
Nicht voll verwertbar
Wie stark die Risikoaversion der Investoren gegenüber Griechenland bereits angestiegen ist, lässt sich derzeit am Geldmarkt, also bei Laufzeiten von Staatspapieren von bis zu einem Jahr, oder im Repo-Handel unter den Geschäftsbanken ablesen. Derartige Geschäfte gelten in "normalen" Zeiten am Kapitalmarkt als quasi risikolos. Mittlerweile können beispielsweise griechische Banken derartige Geschäfte aber nicht mehr abschließen, weil etwa deutsche Institute nicht nur den Ausfall der griechischen Bank, sondern auch noch einen Verlust etwa durch einen Staatsbankrott Griechenlands befürchten. Somit wären die gestellten Sicherheiten nicht in voller Höhe verwertbar. Ein weiteres Beispiel für die stark angestiegene Risikoaversion ließ sich an einem Geldmarktgeschäft der Griechen im Januar ablesen. Die Griechen ersetzten damals ein auslaufendes Geldmarktgeschäft mit 13-wöchiger Laufzeit. Sie bezahlten mit 1,67 % fast das Fünffache des Satzes vom Oktober vergangenen Jahres. An den Märkten geht angesichts dieser Entwicklung die Furcht vor einer weiter ansteigenden Risikoaversion bis hin zum Käuferstreik für Anleihen aus diesen Ländern um. Das könnte einen Dominoeffekt auslösen.
Risikoscheu steigt
Unterdessen werden die Marktakteure immer risikoscheuer. Ablesbar ist das an den Renditedifferenzen zwischen den jeweiligen Staatspapieren der Griechen oder Portugiesen gegenüber den Bundesanleihen. Zehnjährige Bundesanleihen warfen Mitte Februar eine Rendite von 3,20 % ab. Bei den zehnjährigen griechischen Staatsanleihen waren es zur gleichen Zeit 6,25 %, also 305 Basispunkte mehr. Die Griechen zahlen auf ihre Staatsschulden also fast das Doppelte im Vergleich zu den Deutschen. Das lässt sich langfristig nicht tragen, sind sich Experten sicher. Bei den Portugiesen ist es noch nicht ganz so dramatisch, aber billig kommen sie auch nicht davon. Die zehnjährigen Staatsanleihen Portugals warfen Mitte Februar immerhin 4,45 % ab und damit 125 Basispunkte mehr als die deutschen Staatstitel gleicher Laufzeit.
Wie prekär die Lage eingeschätzt wird, zeigt sich aber noch an einem anderen Markt, und zwar bei den Kreditderivaten auf die betroffenen Länder. Mit sogenannten Credit Default Swaps (CDS) können sich Anleger gegen den Ausfall eines Staatskredites der Länder Griechenland oder Portugal absichern oder auf eben jenen Staatsbankrott spekulieren. Die fünfjährigen CDS auf das Staatsrisiko Griechenlands erreichten zeitweise schon 445 Basispunkte. Bei Portugal waren es deutlich mehr als 200 Basispunkte. Aus diesen CDS auf die einzelnen Staaten Westeuropas werden auch Indizes gebildet, sie gelten als Gradmesser für die vom Markt erwartete Bonitätsentwicklung der Ländergruppe dieses Index. Der sogenannte Sovereign Western Europe Index handelte im Februar schon bei 110 Basispunkten. Die vorrangigen Verbindlichkeiten (Anleihen, Kredite) von Banken lagen gemessen am iTraxx Senior Financials Index bei 106 Basispunkten. Die Unternehmen hatten aber im
Durchschnitt betrachtet (gemessen am iTraxx Europe Index) nur Risikoaufschläge von 95 Basispunkten. Das bedeutet: Marktteilnehmer vertrauen darauf, dass Unternehmen über den Verkauf von Produkten eher in der Lage sind, Cash-flows zu generieren und damit Zinsen bezahlen zu können, als dass Staaten über (erhöhte) Steuereinahmen in der Lage sind, ihre Verbindlichkeiten zu bedienen. Oder anders ausgedrückt: Die Kreditwürdigkeitsentwicklung von gut benoteten Unternehmen wird besser eingeschätzt als die Bonität von 15 westeuropäischen Staaten (im Durchschnitt betrachtet).
Furcht vor Hiobsbotschaften
Anlegern kann in dieser Situation nur dazu geraten werden, mit Neuinvestments erst einmal abzuwarten. Erst wenn sich die Lage in der Eurozonen-Peripherie beruhigt hat und Gefahren eines Staatsbankrotts abgewendet sind, sollten sich die Anleger wieder vermehrt den Unternehmensanleihen zuwenden. Die Unternehmen haben angesichts der immer noch andauernden Krise einen anhaltend hohen Refinanzierungsbedarf. Dieser wird auch in Zukunft nicht nachlassen. Denn die Unternehmen sind auf den Anleihemarkt
zu Refinanzierungszwecken heute und in Zukunft in stärkerem Maße angewiesen als in der Vergangenheit. Die Banken werden infolge der Krise und der Verschärfung der regulatorischen Bedingungen nicht so schnell zu den Kreditvolumina, die vor der Krise an den Unternehmenssektor ausgereicht wurden, zurückkehren können. Diese finanziellen Mittel müssen die Firmen über den Anleihemarkt besorgen. Derzeit sind die Unternehmen aus Furcht vor neuen Hiobsbotschaften aus den Eurozonen-Peripherieländern bei der Neuemissionstätigkeit zurückhaltender. Erst wenn diese Gefahren gebannt sind, wird es wieder mehr Unternehmensanleihen zu attraktiven Konditionen geben. Dann können Anleger wieder verstärkt zugreifen.
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nach oben2010 wird das Jahr des Dollar
Wachsende Bedeutung der Bank of China Europas Gemeinschaftswährung gilt als überbewertet
Allen Unwägbarkeiten an den internationalen Finanzmärkten zum Trotz: Experten sind sich einig, dass der Dollar zum Jahresende sehr gut dastehen wird. Doch Devisenprofis setzen mit ihren Fonds nicht nur auf den Greenback.
Von Stephan Balling
Der Optimismus lebt. Weder Kälte noch Schnee und erst recht nicht der Bären-Monat Januar an den Aktienmärkten konnten Chefvolkswirten wie Jim O'Neill von Goldman Sachs oder Holger Schmieding von Bank of America Merrill Lynch die Stimmung verderben. Ihr Credo: 2010 wird ein super Jahr, die Konjunktur zieht an, und ihr folgen die Aktienmärkte. "Der Investment-Ausblick ist gut", sagt etwa Jim O'Neill. Im vergangenen Jahr noch galt die Regel: Geht es der Weltwirtschaft gut, stärkt das den Euro. Für das Verhältnis des Euro zum Dollar in diesem Jahr dürfte allerdings völlig egal sein, wie sich das wirtschaftliche Umfeld weiter entwickelt. Egal also, ob die Weltkonjunktur ein fulminantes Comeback erlebt oder ob sie in die Rezession zurückfällt: Alles spricht derzeit dafür, dass der Dollar Ende 2010 im Vergleich zum Euro stärker stehen wird als zu Beginn des Jahres. Dazu kommen noch die Sorgen um die EU-Peripheriestaaten, also Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. In diesen Ländern explodieren Defizite und Arbeitslosigkeit. Mag sein, dass die Devisenmärkte darauf etwas übertrieben reagiert haben und den Euro zu sehr nach unten schickten. Der Euro gilt dennoch seit langem als überbewertet, und nur dank Sonderfaktoren konnte er seinen hohen Wert halten. Als fairen Wert nennen etwa die Analysten von Bank of America 1,33 Dollar. Die Volkswirte der DekaBank sprechen von 1,25 Dollar. Es sieht gut aus für den Dollar. Anders sieht es aus, vergleicht man den Dollar mit den Währungen von Schwellenländern und Ländern mit großen Rohstoffvorkommen. Hier würde eine gute Konjunktur den Dollar im Vergleich schwächen. Steigen die Kurse an den Aktienmärkten, wächst die Risikofreude der Anleger, und das dürfte die Währungen von Schwellenländern beflügeln. Denn höhere Risikofreude bedeutet auch, dass die Anleger in die jungen Märkte in Asien und Südamerika investieren, um die dortigen Wachstumschancen zu nutzen. Dazu kommt: Brummt die Weltkonjunktur, erhöht sich die Nachfrage nach Rohstoffen. In der Folge legen Rohstoff-Währungen wie der brasilianische Real zu. Liegen Ökonomen, Analysten und Händler mit ihrem Konjunkturoptimismus richtig, dürfte der Dollar in den kommenden Monaten zu den Währungen dieser Länder an Wert verlieren und damit den Trend der vergangenen zwölf Monate fortsetzen. Seit Februar 2009 haben australischer und Neuseeland-Dollar zum Greenback je gut 40 % zugelegt. Auch südafrikanischer Rand (+ 33 %), indonesische Rupie (+ 26 %) brasilianischer Real (+ 26 %), und chilenischer Peso (+ 19 %) gewannen zur US-Devise. Läuft die Weltkonjunktur schwächer, könnten genau diese Währungen leiden. Das zeigte sich etwa im Januar. Die Aktienmärkte verloren deutlich, und damit einher ging auch ein massiver Verlust bei den Rohstoff- und Schwellenländer-Devisen. Der Real etwa verlor rund 5 % zum US-Dollar. Wie es an den internationalen Devisenmärkten weitergeht, hängt aber insbesondere an China. Die chinesische People's Bank und das Regime in Peking haben den Wechselkurs des Yuan fest im Griff und verbieten seinen freien Handel. Der Yuan soll künstlich billig bleiben, um Chinas Exportwirtschaft Vorteile auf den Weltmärkten
zu verschaffen. Doch die Politik des billigen Yuan sorgt dafür, dass Pekings Währungsreserven immer weiter ansteigen. Die Zentralbank dort sitzt Schätzungen zufolge auf 1,6 Bill. Dollar. Chinas Regierung will aber den Anteil des Dollar an seinen Reserven begrenzen und tauscht das US-Geld deshalb in andere Währungen, vor allem Euro. Eine brummende Weltkonjunktur sorgte so bis vor kurzem für einen starken Euro. So zumindest erklären die Volkswirte von Bank of America den Euro-Anstieg im vergangenen Jahr.
Politik einer künstlich billigen Währung
Dieser Trend hat aber bereits im Dezember angefangen zu drehen. Vermutlich flossen weniger Gelder aus dem Westen in die Emerging Markets. Viele Anleger haben den Portfolio-Ausbau in den Schwellenländern abgeschlossen. In den kommenden Monaten dürften die Asiaten ihre Politik einer künstlich billigen Währung ändern. "Wir erwarten eine höhere Flexibilität in den Währungen Asiens, was einen stärkeren chinesischen Yuan einschließt", heißt es im Ausblick der Bank of America. Goldman-Chefvolkswirt Jim O'Neill prophezeite jüngst eine baldige Aufwertung des Yuan zum Dollar um 5 %. Ein stärkerer Yuan reduziert das Tempo, in dem Chinas Währungsreserven steigen, das führt wiederum zu einer sinkenden Euro-Nachfrage. Selbst bei einer deutlichen Erholung der Weltkonjunktur dürfte also der Aufwertungsdruck auf den Euro sinken. Auch die Frage, ob die Europäische Zentralbank (EZB) oder die Federal Reserve (Fed) zuerst anfängt, die Zinsen zu erhöhen, spielt für den Aufwärtstrend des Dollar zum Euro in diesem Jahr wohl keine entscheidende Rolle. Holger Schmieding glaubt zwar, dass die EZB ungefähr ein Quartal vor der Fed in den Zinserhöhungszyklus einsteigen wird. "Das kann den Euro etwas treiben, aber das sinkende US-Außenhandelsdefizit wird einen größeren Einfluss haben als Unterschiede beim Leitzins", so Schmieding. In den kommenden Monaten dürften die Sorgen um die Euro-Länder Griechenland, Italien, Portugal und Spanien eher auf dem Gemeinschaftsgeld lasten.
Nie in die falsche Richtung
Tindaro Siragusano, Leiter Asset Management der Berenberg Bank, setzt mit dem
Berenberg Currency-Alpha-Universal-Fonds (DE000A0RGXP9) auf ein Trendfolge-Modell. Er analysiert den kurz-, mittel- und langfristigen Trend, in dem sich bestimmte Währungspaare befinden, und baut entsprechende Positionen auf, vor allem in Unternehmensanleihen und Geldmarktprodukten, die dem Trend folgen. Damit hinkt er der Entwicklung zwar immer etwas hinterher, läuft aber auch nie in die völlig falsche Richtung. "Derzeit sehe ich den Dollar ganz klar im Aufwärtstrend, wir erleben einen richtig starken Trend zugunsten der US-Währung im Vergleich zum Euro", sagt Siragusano. Sein Fonds wurde Ende August 2009 aufgelegt und weist seitdem eine Performance von 2,7 % (Stand: 15. Februar) auf, bei einem Fondsvolumen von 159 Mill. Euro. Bereits seit
dem Jahr 2002 können institutionelle Anleger den Fonds kaufen. Laut Berenberg Bank hat sich der Anteilswert seitdem
mehr als verdoppelt. Die Verwaltungskosten des Fonds bewegen sich dabei im Mittelfeld der aktiv verwalteten Investmentfonds. "Der Devisenmarkt neigt aufgrund seiner besonderen Marktstruktur zu Ineffizienzen", sagt Siragusano. So seien ein Großteil der Devisentransaktionen Folgetransaktionen,
außerdem reagierten die meisten Marktteilnehmer wie Zentralbanken, Handelsunternehmen oder Touristen ohne Gewinnerzielungsabsicht. "Marktineffizienzen äußern sich in Preisverzerrungen und Preistrends, die durch entsprechende quantitative Analyse erfasst und genutzt werden können", so Siragusano, wobei er sich auf die liquidesten Währungspaare in Dollar, Euro, Franken, Yen und Pfund beschränke. Zur Frage des Risikos heißt es im Fonds-Prospekt: "Insbesondere in Zeiten ohne klare Trends in den verschiedenen Währungspaaren besteht das Risiko einer negativen Fondspreisentwicklung."
Klarer Trend
Doch einen klaren Trend sollte es in diesem Jahr geben. Selbst für den Fall, dass die Weltwirtschaft zurück in die Rezession fällt. Dann suchen Anleger sowieso den Greenback als sicheren Hafen. Der Grund: Kein Währungsraum ist so liquide wie der amerikanische. Während Eurolands Markt für Staatsanleihen noch immer zerstückelt ist, es keinen einheitlichen Markt für Bonds gibt und jedes Land seine eigenen Papiere emittiert, verfügen die USA über einen einheitlichen Markt. Devisenhändler und Reserve-Manager suchen in Krisen genau solche Märkte, weil sie sicher sein können, dass sie ihre Papiere jederzeit verkaufen können. Erfüllen sich die Prognosen der Volkswirte nicht und kehrt doch die Rezession zurück, gäbe das dem Dollar Auftrieb.
Clive Dennis, Leiter des Währungsfonds der Investmentgesellschaft Schroders, hält das gar für das wahrscheinlichste Szenario. Sein Schroder ISF Global Managed Currency (ISIN: LU0428346026) investiert nicht nur in die klassischen G10-Währungen, sondern auch in exotische Devisen. "Wir bleiben besorgt über die langfristigen Aussichten für die Vereinigten Staaten", sagt Dennis. Er befürchtet, dass US-Regierung und Fed ihre Stützungsmaßnahmen für die Konjunktur zu früh zurückfahren könnten, und das könnte zu erneuten Spannungen an den Kapitalmärkten führen. Zur Erinnerung: Im Juli 2008 war der Euro bis auf 1,6038 Dollar geklettert. Dennis erwartet deshalb auch jetzt eine zeitweise Dollar-Stärke, die durch die fiskalischen Probleme in der Eurozone gestützt werde. Auch Pessimismus nutzt dem Greenback.
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nach obenZertifikate machen das Depot krisenfest
Emittenten bieten Anlegern viele einfache Möglichkeiten Absicherung über Setzen auf den Gegentrend
Der Einbruch an den internationalen Finanzmärkten infolge der Pleite der amerikanischen Bank Lehman Brothers hat viele Anleger verschreckt. Vor allem eine Anlageklasse litt unter einem immensen Imageverlust: Zertifikate. Dabei können gerade diese Papiere helfen, das eigene Depot krisenfester zu machen.
Von Armin Schmitz
Die Angst hat die Märkte wieder erfasst. Die Besorgnis um die Finanzprobleme der südeuropäischen Länder Portugal, Italien und Spanien sowie Griechenland verunsichert die Anleger. Nachdem der Dax mit 6 094 Punkten im Januar den höchsten Stand seit der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers erreichte, legte er den Rückwärtsgang ein. Dabei unterschritt der deutsche Leitindex den seit März 2009 bestehenden Aufwärtstrend, was aus markttechnischer Sicht als schlechtes Zeichen zu interpretieren ist. Ein ähnlicher Kursverlauf war auch an anderen etablierten Märkten zu beobachten. Wieder einmal wurde somit eine Binsenweisheit belegt: Börsen sind keine Einbahnstraßen.
Dabei müssen Investoren Verluste allerdings nicht einfach nur hinnehmen.
Auch wenn ein Ausstiegssignal nur selten gegeben wird, wodurch diese Strategie riskant ist, verzichten Profis wie Fondsmanager oder Portfolioverwalter meist auf eine prophylaktische Portfolioabsicherung. Denn eine laufende systematische Absicherung verhindert zwar größere Verluste, mindert letztlich aber durch ihre Kosten die Performance. Die Profis gehen deshalb lieber ins Risiko, um möglichst viel Überrendite zu generieren, als dauerhaft für eine Absicherung zu zahlen. Es gibt auch für Privatanleger eine Reihe von Möglichkeiten, Depotrisiken abzufedern. Dabei ist die Diversifizierung des Portfolios mit verschiedenen Assetklassen, die zueinander einen geringen Gleichlauf in der Kursentwicklung haben, so wie es der Nobelpreisträger Harry M. Markowitz empfiehlt, die einfachste Form. Allerdings haben die Finanzmärkte 2008 und Anfang 2009 gezeigt, dass diese Theorie ihre Grenzen hat. Die Korrelation zwischen vielen Anlageklassen stieg steil an, da viele Investoren gleichzeitig versuchten, ihre Positionen zu liquidieren. Das hat zu gleichzeitigen kräftigen Korrekturen an unterschiedlichen Märkten geführt, wie beispielsweise bei Aktien und Rohstoffen.
Statisch oder dynamisch
Um Verluste abzufedern, greifen vor allem Profis auf klassische Absicherungsstrategien wie das statische oder das dynamische Hedging (Delta-Hedging) mit Optionen oder Terminkontrakten zurück. Zu einer vorhandenen Aktienposition wird eine Put-Option gekauft. Verliert die Aktie an Wert, wird der Verlust durch den Kursanstieg der Put-Option ausgeglichen. Eine Realisierung dieses Gewinns erfolgt meistens nicht durch die Ausübung der Put-Option, sondern durch deren Verkauf. Gewinnt die Aktie dagegen an Wert, wird die Option verfallen. Dann wird der Kaufpreis für die Option als Versicherungsprämie betrachtet. Beim statischen Hedging wird die Zahl der benötigten Put-Optionen zum Hedge-Beginn ausgerechnet und gekauft und bleibt anschließend konstant. Beim dynamischen Hedging wird eine exakte Absicherung der Position während der ganzen Laufzeit der Put-Option angestrebt. Zu diesem Zweck wird eine sogenannte deltaneutrale Position aufgebaut, über die sich die Put-Optionen bzw. Put-Optionsscheine und die abzusichernde Position exakt gegenseitig ausgleichen. Das Delta gehört mit zu den wichtigsten Kennzahlen im Finanzbereich und gibt die Wertänderung der Option oder des Optionsscheins in Abhängigkeit von der Kursveränderung des Basiswertes, also einer Aktie oder eines Index, an. Da sich das Delta der Put-Option verändert, muss das Hedging laufend angepasst werden. Die Absicherungsposition muss also ständig überwacht werden. Darüber hinaus muss die Zahl der Puts ständig durch Kauf
und Verkauf angepasst werden, was mit Transaktionskosten verbunden ist.
Weniger kompliziert
Weniger kompliziert sind Absicherungen mit dem Dax Bär Index-Zertifikat der LBB (DE000LBB2YR1). Das Zertifikat entwickelt sich spiegelverkehrt eins zu eins zum Kursverlauf des deutschen Leitindex. Es repräsentiert ein Hundertstel der Differenz aus dem Basiskurs des Zertifikats von 7 000 Punkten und dem deutschen Leitindex. Bei einem aktuellen Indexkurs von 5 540 Punkten notiert das Produkt bei 14,60 Euro. In den vergangenen vier Wochen hat das Produkt rund 18 % zugelegt. Sollte der deutsche Aktienmarkt in die entgegengesetzte Richtung laufen, ist theoretisch ein Totalverlust möglich, wenn der Leitindex die 7 000-Punkte-Marke erreicht. Vorsichtshalber wird das Produkt bei 6 500 Punkten durch den Emittenten ausgestoppt. Dann bezahlt die LBB den Restbetrag an den Anleger zurück. In einem Dax-lastigen Depot errechnet sich die Zahl der Indexzertifkate wie folgt: Bezugsverhältnis multipliziert mit Depotvolumen geteilt durch Indexstand. Das Positive an diesen Produkten ist die fehlende Abhängigkeit von der Volatilität und die fehlende Knock-out-Schwelle, die zu einem Totalverlust führen würde. Ebenfalls auf dem Markt gibt es von der LBB Bär-Zertifikate auf den Euro Stoxx 50 (DE000LBB11J6) und den S & P 500 (DE0005868384).
Eine Alternative für Anleger, die von leicht fallenden Kursen oder einem Seitwärtsmarkt ausgehen, sind sogenannte Reverse-Bonus-Zertifikate. Sie entwickeln sich genau entgegengesetzt zu den klassischen Bonuspapieren. Die Barriere des Reverse-Bonus-Zertifikats befindet sich über dem aktuellen Kursniveau. Wie bei dem klassischen Bonus-Zertifikat hat der Anleger kein Anrecht mehr auf den Bonus, sofern die Barriere verletzt wird. Dann wandelt sich das Produkt in ein klassisches Partizipationszertifikat, bei dem die Verluste dem prozentualen Anstieg des Basiswerts entsprechen.
Ein Reverse-Bonus-Zertifikat der Deutschen Bank auf den Dax (DE000DB4CKW4) bietet bei einer Laufzeit von knapp zwölf Monaten eine Rendite von 22,8 % pro Jahr, sofern die Barriere (Knock-in-Niveau) von 6 600 Punkten bis zum Laufzeitende, dem 20. Februar 2012, nicht verletzt wird. Der Sicherheitspuffer liegt also bei 19,1 %.
Für Profis sind die Zertifikate der Deutschen Bank (DE000DB2SRT5) und der Société Générale (DE000SG3G269) auf den Short-Dax bzw. den Short Daily Dax. Die Wertentwicklung ist umgekehrt proportional zur Entwicklung des Dax. Der Short Daily Dax spiegelt die Bewegungen des Index in gegenläufiger Richtung auf Tagesbasis wider und bildet die Entwicklung des deutschen Leitindex gegenüber dem jeweiligen Vortag mit einer Hebelwirkung von minus 1 ab. Fällt der deutsche Leitindex also beispielsweise um 3 %, würde der Short-Dax in der Theorie quasi spiegelverkehrt um 3 % steigen. Der Hebel bleibt auf Tagesbasis und nur dort konstant. Basierend auf den täglichen Schlusskursen des Dax wird die Hebelwirkung an jedem Handelstag wieder auf minus 1 zurückgesetzt. Zusätzlich zur gegenläufigen Kursentwicklung des Dax beinhaltet der Short-Dax auch die durch die Anlagestrategie anfallenden Zinszahlungen in Höhe des doppelten Tagesgeldsatzes.
Bei längerfristigen Investments muss die Zahl der Produkte angepasst werden, denn der Hebel bezieht sich immer nur auf einen Tag. Der Anleger muss allerdings den Einfluss der Volatilität auf das Produkt beachten. Eine steigende Volatilität hat einen negativen Einfluss auf die Performance der Short-Dax-Zertifikate in steigenden Märkten und einen positiven Performance-Einfluss in fallenden Märkten. Neben den Zertifikaten hat der Anleger die Möglichkeit, durch Anlegen in börsengehandelte Indexfonds, die sogenannten Exchange Traded Funds (ETF), auf die Short-Indizes das Emittentenrisiko zu umgehen.
Anleger müssen also das Marktrisiko nicht einfach hinnehmen. Dank einer Reihe von Produkten ist die Depotabsicherung heute kein kompliziertes Hexenwerk mehr und auch für den Privatanleger durchführbar.
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nach obenDie gesamte ETF-Welt unter einem Dach
Fondsmanager übernehmen Auswahl der Investments Passives Portfolio als sinnvolle Basisanlage
Der Siegeszug der passiven Produkte ist beeindruckend. Im Gegensatz zu vielen anderen Assetklassen verzeichnet der Markt für Exchange Traded Funds (ETF) solide Zuflüsse. Inzwischen nutzen viele Emittenten die börsengehandelten Indexfonds, um eigene Strategien abzubilden. In Dach-ETF werden verschiedene Fonds miteinander verknüpft. Dies ermöglicht es, kostengünstig verschiedene Strategien umzusetzen.
Von Frank Bremser
Das Konzept ist sehr einfach: Der Dachfonds nutzt für eine aktive Managerleistung oder für quantitative Strategien passive Indexprodukte. Diese haben den Vorteil, dass sie inzwischen fast alle wichtige Marktsegmente abdecken und schnell und kostengünstig gehandelt werden können. Auch in klassischen Investmentfonds werden ETF inzwischen genutzt, um einen Renditegrundstock
zu garantieren.
Hintergedanke bei vielen Dach-ETF ist die Erkenntnis der Kapitalmarktforschung, dass die erreichbare Rendite eines Produktes sich aus dem risikolosen Zins und der
Summe der vereinnahmten Risikoprämien zusammensetzt. Letztere werden aber nicht mehr durch aufwendiges und fehleranfälliges Stock Picking erzielt, sondern durch eine Gesamtpositionierung in renditeträchtigen Sektoren. Die meisten Dach-ETF sind in vielen Anlageklassen investiert - von Aktien bis Rohstoffen. Die Auswahl dieser Sektoren erfolgt meist über quantitative Methoden. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund interessant, dass wissenschaftliche Studien gezeigt haben, dass es nur einer Minderheit der aktiven Fondsmanager dauerhaft gelingt, den Markt zu schlagen. Dabei unterscheiden sich die Produkte jedoch in ihrer Ausgestaltung insofern, als in einigen Fällen ein aktives Management betrieben wird, wie bei den ETF von Veritas, oder rein passiv bzw. regelbasiert gemanagte Portfolios entstehen wie beim Arero Weltfonds oder dem Quirin-Wealth-Management-ETF. Vor allem die aktiven Passiv-Produkte erheben jedoch Gebühren, die an die klassischer aktiver Fonds heranreichen.
Pionier Veritas
Die Fondsgesellschaft Veritas gilt bei Dach-ETF als Pionier am deutschen Markt. Die Société-Générale-Tochter brachte 2007 den ersten börsengehandelten Dachfonds auf den Markt. Er investiert weltweit mit flexiblen Anteilen in verschiedene Assetklassen - mit einer Quote von 0 bis 100 %. Dazu hat Veritas ein hauseigenes Trendphasenmodell entwickelt. Fondsmanager Markus Kaiser umreißt die Vorteile seines Konzeptes so: "Wir können mit den ETF blitzschnell Positionen in unterschiedlichen Märkten aufbauen. ETF sind über die Börse einfach und kostengünstig handelbar. Zudem bieten sie eine stetige und transparente Preisfeststellung. Ein deutlicher Vorteil gegenüber den starren Annahmeschlusszeiten im außerbörslichen Fondsgeschäft." Veritas hat derzeit zehn verschiedene ETF-Dachfonds im Angebot, für verschiedene Anlegertypen und für die verschiedensten Assetklassen. Einige davon können auch in Riester- oder Rürup-Produkten verwendet werden.
Nicht nur für Wohlhabende
Im Jahr 2008 folgte DB X-Trackers mit einem ähnlichen Produkt auf ein Portfolio der Berliner Quirin Bank. Der Quirin-Wealth-Management-ETF will Privatanlegern eine professionelle Vermögensverwaltung zugänglich machen, die normalerweise nur sehr wohlhabenden Kunden vorbehalten ist. Die angestrebte Zielrendite des Produkts liegt bei 8 bis 9 % pro Jahr. Die Gewichtungsentscheidung der einzelnen Sektoren trifft quartalsweise ein Indexkomitee. Der Arero Weltfonds ist über die passiv gemanagten Indexfonds in Aktien, Renten und Rohstoffe investiert. Das Anlagekonzept wurde von Martin Weber, Wirtschaftsprofessor an der Universität Mannheim, entwickelt. Grundlage sind langfristige Studien, die zeigen, dass ein breit gestreutes Portfolio aus 60 % Aktien verschiedener Länder, 25 % Anleihen und 15 % Rohstoffen besonders gut abgeschnitten hat. Der im Sommer 2009 aufgelegte CAAM Multi Asset Protected investiert je nach Marktlage in Schwellenländer, Währungen, Rohstoffe, Aktien und am Renten- und Geldmarkt. Jede der Assetklassen hat ein jeweiliges Höchstgewicht in dem Fonds. Bei Währungen liegt dieses z. B. bei 20 %, bei Anleihen bei 70 %. Zudem verfügt er über eine Absicherung von 85 % des im jeweiligen Jahr erreichten Höchststandes. Auch der Asset-Management-Konzern Assenagon setzt bei seinem neuen Produkt, dem Assenagon Trend Sektor 80, auf passive Produkte. Für das Produkt werden Trendfolgestrategien verwendet, die dann über physisch replizierende ETF der Stoxx 600-Indexfamilie angewendet werden - bzw. am Rentenmarkt, falls keine positiven Trendsignale zu erkennen sind. In den Fonds ist eine nachziehende Höchsstandsabsicherung eingebaut. Einmal erreichte Höchsstände werden zu 80 % abgesichert, womit das Verlustrisiko auf 20 % minimiert wird.
Insgesamt bieten die ETF-Dachfonds sich als sinnvolles Basisinvestment für das Depot an, da sie die Vorteile des passiven Investments mit den Vorteilen des aktiven Fondsmanagements bzw. streng regelbasierten Investmentansätzen verknüpfen.
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nach obenEine Wette auf den Aufschwung
Wenn der Welthandel floriert, bieten Containerfonds hohe Renditen
Der verhaltene Optimismus der Branche hat sich nicht bestätigt: Das Jahr 2009 war für
Initiatoren geschlossener Fonds eine enorme Enttäuschung. Im neuen Jahr setzen die Gesellschaften darauf, dass sich zumindest einige Segmente stabilisieren. Dazu zählen Containerfonds.
Von Thorsten Kramer
Schon ein kurzer Blick auf die gerade veröffentlichte Jahresstatistik des Verbands Geschlossene Fonds (VGF) macht die ganze Misere sichtbar: 2009 sammelten die Anbieter nur noch 5,23 Mrd. Euro bei Privatanlegern ein, ein Rückgang um 37,1 % zum Vorjahr. Besonders dramatisch war die Entwicklung bei Schiffsbeteiligungen, die einen Einbruch um 67,3 % auf rund 824 Mill. Euro zu verkraften hatten. Höchst verunsichert durch Berichte über Liquiditätsschwierigkeiten vieler Schiffsfonds, denen der Einbruch des Welthandels zu schaffen macht, ließen Anleger die Finger von diesen Produkten. Ein unerwartet herber Dämpfer, zählten Schiffsbeteiligungen zuvor doch zu den beiden gefragtesten Anlageklassen. Die Containerschifffahrt ist direkt verbunden mit der Entwicklung des Welthandels. Weltweit werden etwa 70 % aller Waren in Containern transportiert. Mitte 2008 mussten Unternehmen für den Transport eines Standardcontainers auf einem der großen Container-Riesen noch mehr als 25 000 Dollar pro Tag bezahlen, zeigen Daten des Branchendienstes Alphaliner. Inzwischen hat sich der Preis zwischen 5 000 und 6 000 Dollar eingependelt. Hinzu kommt, dass nach Einschätzung der Ratingagentur Scope mindestens 120 durch Fonds finanzierte Schiffe ohne Auftrag vor den Häfen auf Reede liegen. Dies lastet nicht zuletzt auf dem Sentiment am Containermarkt. Wenn sich der Welthandel belebt, wird die Nachfrage nach Containern wieder anziehen. Scope prognostiziert für das laufende Jahr einen Anstieg des Containerumschlags um 6 bis 7 %. Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik in Bremen geht für die kommenden Jahre von einem Wachstum der Tonnage um jährlich 5 % im Durchschnitt aus. Entscheidend wird dabei sein, ob die asiatischen Schwellenländer unverändert hohe Wachstumsraten generieren. Denn in den Industrienationen zeichnet sich vorerst lediglich niedriges Wirtschaftswachstum unterhalb der Trendraten ab. Hoffnung macht in diesem Zusammenhang, dass große Containervermietungsgesellschaften wie Cronos nun wieder von einer wachsenden Nachfrage in Asien, speziell in China, berichten. Die Containerbestände verringerten sich bereits. In dem Segment waren die Überkapazitäten ohnehin nicht so angeschwollen wie bei den Schiffen, weil die Containerhersteller ihre Produktion schneller stoppen konnten als die Schiffswerften. Im Schiffbau ist dies schlicht nicht möglich. Daher werden im Laufe des Jahres weltweit noch rund 200 Schiffe ausgeliefert und die Probleme dadurch größer. Hinzu kommt, dass Experten wie Wolfgang Kubatzki von Feri Euro Rating davon ausgehen, dass etwa die großen Linien-Reedereien nun lieber Container leasen, anstatt sie zu kaufen, um die Eigenkapitalbasis zu schonen.
Großes Interesse
Viele Anleger sind sich der Chancen am Containermarkt ganz offensichtlich bewusst. Als das Emissionshaus Buss Capital im zurückliegenden Spätsommer den währungsgesicherten Global Container Fonds 6 Euro anbot, war er bereits nach fünf Wochen vollständig platziert. Nun können Anleger den Nachfolger Global Container-Fonds 7 Euro zeichnen, dessen Emissionskapital die Gesellschaft wegen der hohen Nachfrage im November kurzerhand auf 16 Mill. Euro erhöhte.
Auch der aktuell angebotene Fonds ist währungsgesichert. Dem Risiko eines Ausfalls eines Mieters tritt Buss Capital dadurch entgegen, dass die rund 47 000 Container des
Fonds unter mehr als 200 Mietern aufgeteilt werden. Zum Angebot zählen Standardcontainer, Kühlcontainer und Spezialcontainer. Anleger können sich mit einer Summe von mindestens 15 000 Euro an dem Produkt beteiligen. Die prognostizierte Rendite beträgt 6,25 % pro Jahr, die Laufzeit etwa sechs Jahre; der Verkauf der Container beginnt Ende 2015. Als zweiter Fonds befindet sich der DCM Deutscher Containerfonds Madeira 3 in Emission. Er hat ein Volumen von 23,5 Mill. Euro Eigenkapital und investiert in rund 27 500 Standardcontainer, von denen bereits etwa 75 % an die größten 20 Linienreedereien der Welt vermietet worden sind. Die prognostiezierte Ausschüttung liegt bei 7,25 % pro Jahr, die Mindestbeteiligung bei 10 000 Euro. Der Verkauf der Container beginnt ebenfalls Ende 2015.
Gelingt der Weltwirtschaft der Übergang zu einem selbsttragenden Aufschwung, stehen die Chancen gut, dass die Containerfonds ein lohnendes Investment sind, zumal die Kaufpreise für Container zurzeit recht niedrig liegen. Anleger sollten angesichts der aktuellen Sorgen an den Kapitalmärkten um die hohen Staatsschulden in Griechenland und Portugal aber nicht vergessen, dass geschlossene Fonds eine unternehmerische Beteiligung darstellen. Gerät die Weltwirtschaft aufs Neue unter Druck, müssen Anleger also womöglich zumindest teilweise auf die erhofften Ausschüttungen verzichten oder im schlimmsten Fall sogar eigene Mittel nachschießen, wenn ihr Fonds in Liquiditätsschwierigkeiten gerät. Als Risiko zählt es ferner, dass nach dem Ablauf bestehender Mietverträge die Container nur zu schlechteren Bedingungen zu vermieten sind oder dass die Zahlungen eines Mieters wegen Insolvenz ausfallen. Anleger sollten zudem Zinsrisiken und Wechselkursrisiken, aber auch steuerliche Risiken prüfen. Hinterfragen sollten sie zudem die Weichkosten. Bei Schiffsfonds liegen diese trotz der aktuellen Lage immer noch oberhalb von 20 %.
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nach obenBoom bei Ratenkrediten
Jeder Fünfte nutzt das Geld für ein Auto BGH-Urteil ermöglicht Widerruf
Die Werbetafeln sind groß und bunt. Mit "0 % Finanzierung" locken sie oder mit
"Jetzt mitnehmen, später zahlen". Das Geschäft mit Konsumenten- und Ratenkrediten boomt. Einer aktuellen Umfrage der Creditplus Bank zufolge könnten sich 40 % der Deutschen über 14 Jahren vorstellen, einen Ratenkredit aufzunehmen.
Von Frank Bremser
Fast 40 % aller Haushalte nutzen laut einer Umfrage vom September 2009 der GfK Finanzmarktforschung im Auftrag des Bankenverbandes bereits ein Finanzierungsangebot. Der Bestand an Ratenkrediten in Deutschland beträgt derzeit rund 140 Mrd. Euro. Zu den größten Spielern am Markt für Ratenkredite gehören die Autobanken sowie Citibank, Santander und Teambank. Ratenkredite sind auf dem Vormarsch, während die vertrauteste Kreditform, der Dispositionskredit, weniger genutzt wird. "Die Verbraucher finanzieren ihren Konsum verstärkt mit günstigeren Ratenkrediten", sagt Peter Wacket, Geschäftsführer des Bankenfachverbandes, in dem 57 Kreditbanken zusammengeschlossen sind. Ratenkredite werden in verschiedenen Formen genutzt. So liegt der Anteil der Raten- bzw. Konsumkredite, die bei einer Bank aufgenommen wurden, bei 14 %. Auf den Ratenkauf im Autohandel entfallen 11 %, im Einzelhandel oder Versandhandel 7 % und in der Drei-Wege-Auto-Finanzierung 2 %. Wichtigster Verwendungszweck der Finanzierungen ist der Autokauf. 12 % der Befragten nutzten die Mittel zur Finanzierung eines Neuwagens und 8 % für einen Gebrauchtwagen. Damit ist knapp jeder dritte private Neuwagen der Studie zufolge ganz oder teilweise finanziert.
Im Schnitt 250 Euro pro Monat
Finanzierungen für Unterhaltungselektronik, für Möbel oder Küchen und andere Verwendungszwecke lagen bei je 4 %. Weitere Verwendungszwecke sind der Ausgleich eines Dispokredits, Renovierung oder Umzug, Urlaub, Bekleidung, Schmuck oder Haushaltsgeräte. Im Schnitt zahlten die Kreditnutzer monatlich rund 250 Euro, um ihre Konsumkredite zu tilgen. Wichtigster Aspekt für die Aufnahme des Kredites ist der Wunsch, das Produkt schon jetzt zu besitzen. Mehr als zwei Drittel der Befragten, die im Handel eine Ware finanzierten, gaben an, dass sie ohne die Möglichkeit zur Finanzierung die Ware nicht erworben hätten. Aber auch auf die Autobranche trifft dies in gewisser Weise zu. "Ohne Kredite wären rund 20 % der privaten Neuwagen nicht verkauft worden", so Verbandschef Wacket.
Die Finanzierungsnachfrage dürfte wohl auch nicht nachlassen. Zwei Drittel aller Befragten, die sich in den nächsten zwei Jahren einen Neuwagen anschaffen wollen, können sich der Umfrage zufolge vorstellen, ihn zu finanzieren. Dazu würden zwei Drittel einen Kredit abschließen. Bei einem Gebrauchtwagen ist der Ratenkredit mit einem Anteil von 84 % die wichtigste Finanzierungsform. Rund 27 % der Ratenkreditbesitzer haben auch eine Restkreditversicherung. Diese dient dazu die Ratenzahlung für den Todesfall, gegen Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit abzusichern. Doch gerade an dieser Versicherung scheiden sich die Geister. Im Dezember 2009 urteilte der für das Bankrecht zuständige XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH), dass ein Darlehens- und ein Restschuldversicherungsvertrag verbundene Geschäfte bilden können (Az. XI ZR 45/09). Dadurch können Kreditnehmer mit einer Restkreditversicherung, die in der Widerrufsinformation zum Kredit nicht auf den Verbundcharakter hingewiesen wurden, den Darlehensvertrag unbefristet widerrufen. Zur Begründung führte der BGH unter anderem an, dass das Darlehen im konkreten Fall teilweise der Finanzierung der Restschuldversicherung gedient hat.
Diese Form der Finanzierung finde sich bei vielen bestehenden Ratenkrediten, die um eine Restkreditversicherung ergänzt wurden, teilte der Bankenfachverband auf Anfrage mit. Grundsätzlich könnte damit wohl der größte Teil der Kreditverträge widerrufen werden. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich wäre, geht der Bankenfachverband nicht davon aus, dass nun viele Verbraucher ihre Kreditverträge widerrufen werden. "Das Urteil ist wichtig für die Handlungsfähigkeit der Verbraucher", erläutert hingegen Frank-Christian Pauli, Bankenreferent bei der Verbraucherzentrale Bundesverband. Nachdem zuvor einige Landesgerichte gegenteilig geurteilt hatten, habe der BGH seiner Ansicht nach das richtige Urteil gefällt. Die Entscheidung zeige grundsätzlich, dass ein Zusammenhang zwischen Ratenkredit und Restkreditversicherung bestehe. Diesbezüglich liegen die Verbraucherschützer schon lange im Clinch mit den Anbietern von Ratenkrediten. Diesen wird vorgeworfen, dem Konsumenten den Eindruck zu vermitteln, er würde den Kredit nur im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Versicherung erhalten.
Einige Fallstricke
Neben der Restschuldversicherung warten aber noch weitere Fallstricke bei vielen Ratenkrediten, wie ein Urteil aus Österreich zeigt. Dort hatte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in erster Instanz einen Prozess gegen den Kleidermarkt Kika gewonnen, weil dieser mit Werbeaussagen wie "Finanzierungsaktion: 4 Jahre - 0 % Zinsen" geworben hatte, das Kleingedruckte jedoch zeigte, dass der effektive Jahreszinssatz 1,9 % betrug. Unter Umständen ist es sowieso günstiger, einen Finanzierungskauf direkt über eine Bank abzuwickeln.
Neben diversen Ratenkreditrechnern im Internet bietet auch die Stiftung Warentest auf ihrer Homepage ein kostenpflichtiges Infodokument an, das die Konditionen für verschiedene Ratenkredite unterschiedlicher Laufzeiten sowie die monatliche Belastung darstellt.
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Frankfurt 5./6. März Anlegermesse Frankfurt 2010 >> www.anlegermesse-frankfurt.de
Eschborn 8. - 13. März Stuttgart 20. - 25. September Lehrgang zur Qualifizierung im Wertpapier- und Börsengeschäft. Programm: Grundlagen des Börsenhandels, Wertpapierhandelsaufsicht, Insider- und Compliance-Regeln, Konsortialgeschäft und Zulassung von Wertpapieren, Präsenzhandel, elektronischer Handel, Derivate, Indizes, steuerliche Aspekte, Wertpapierleihe und Repos, Abwicklung
>> www.wm-seminare.com
Stuttgart 9. März - 13. April Seminarreihe für Privatanleger der Börse Stuttgart mit Veranstaltungen zu Aktien, Anleihen, Genussscheinen, Fonds und verbrieften Produkten >> www.boerse-stuttgart.de
Stuttgart 23. April Invest - Die Messe für institutionelle und private Anleger >> www.messe-stuttgart.de/invest
Düsseldorf 24. April
6. Düsseldorfer Börsentag >> www.boerse-duesseldorf.de
Dresden 28./29. April Deutsches Eigenkapitalforum: Eine Veranstaltung von KfW Bankengruppe, Deutsche Börse und dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Den Kern des Eigenkapitalforums bilden die Präsentationen von 50 ausgewählten Eigenkapital suchenden Unternehmen. Zusätzlich gibt es Workshops und Vorträge rund um die Themen Innovation und Beteiligungsfinanzierung. >> www.eigenkapitalforum.com
Frankfurt 29./30. April Die Finanzbranche von morgen denken. Themen: Systematische Methoden, um relevante Entwicklungen und Möglichkeiten frühzeitig zu erkennen; Aufzeigen von Trends, die Ihre Produkte, Leistungen, Märkte und Zielgruppen verändern werden; Möglichkeiten, um sich gegen strategische Risiken zu rüsten >> www.ifk-cfs.de
Bad Homburg 3. - 7. Mai Intensivseminar Zertifikate. Themen: Börsenorganisation und Handel, rechtliche und steuerliche Aspekte, Risiko-Rendite-Eigenschaften von Hebel- und Anlageprodukten, Grundlagen der Optionsbewertung, Bewertung und Preisbildung am Sekundärmarkt, Risikoklassifizierung von Zertifikaten, Rating und Produktauswahl, Einsatz von Zertifikaten im Portfoliokontext >> www.wmseminare.de
Wien 28./29. Mai Seminar Alternative Investments. Themen: Formen alternativer Investments, Portfoliodiversifikation mit Hedgefonds, quantitative Bewertung, Commodity Trading, Managed Futures. >> www.wiener-boerse.at
Frankfurt 8./9. Juni 6. Immobilientag der Börsen-Zeitung. Thema des Vorabendprogramms: Die Chancen für die Immobilienmärkte im Jahr nach der Krise. Die Fachkonferenz am 9. Juni widmet sich dann in drei thematischen Blöcken verschiedenen Fragen zu Immobilientransaktionen, Trends in der Immobilienwirtschaft und beim Immobilien-Asset-Management.
>> www.wmseminare.de
Frankfurt 29. Juni 4. DVFA-Symposium Wealth Management: Qualitätsmanagement im Private Banking >> www.dvfa.de
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nach obenMit Feng Shui durch das Jahr des Tigers
Von Claus Döring
Die Rechnung kommt zum Schluss. Das ist bei einer Finanz- und Wirtschaftskrise, wie wir sie seit zwei Jahren erleben, nicht anders. Doch so langsam ahnt man: Die Rechnung kann richtig teuer werden. Einen Vorgeschmack haben die Turbulenzen an den Märkten geliefert, als die Zweifel an der finanziellen Solidität und Stabilität der Euro-Länder Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien ins Kraut schossen. Das dicke Ende könnte noch kommen.
Durchaus ernst zu nehmende Ökonomen zweifeln am Fortbestand des Euroraums, halten die europäische Gemeinschaftswährung für gefährdet. Markt-Gurus wie der Rohstoffexperte Jim Rogers können sich sogar vorstellen, dass einst die USA zahlungsunfähig werden. Für den Anleger stellt sich die Frage: Wie bringe ich Sicherheit und Stabilität ins Depot, ohne völlig auf Rendite verzichten zu müssen? Wer nicht zur Fraktion der professionellen Schwarzseher gehört, ist mit Staatsanleihen immer noch gut bedient. Der risikofreie Zins liegt zwar nahe null, 10-jährige Bundesanleihen rentieren aber immerhin wieder oberhalb von 3 % und US-Bonds derselben Laufzeit mit 3,6 %. Wer den Regierungen der USA, Japans und Eurolands nicht zutraut, die grassierende Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen, sollte umschichten: erstens in inflationsgeschützte Anleihen und zweitens in dividendenstarke Aktien cash-stabiler Unternehmen und vor allem Titel aus den Emerging Markets.
Die Standardempfehlung in turbulenten Zeiten lautet immer noch: Gold. Bei dem gegenwärtig niedrigen Zinsniveau sind die Opportunitätskosten der Goldanlage gering, die Aussichten auf eine Fortsetzung der Hausse wegen der hohen Liquidität und des Vertrauensverlustes in die Reservewährungen gut. Mit Einschränkungen gilt diese Empfehlung auch für Rohstoffe, insbesondere Agrarrohstoffe und Öl.
Die fundamentale Betrachtung ist bekanntlich nur die eine Seite der Medaille. Gerade die Finanzkrise hat die Irrationalität der Märkte vor Augen geführt. Deshalb sollten Anleger immer auch einen Blick auf die technische Analyse wagen. Man mag die klassische Charttechnik für Hokuspokus halten und damit wissenschaftlich recht haben. Doch bekanntlich hält auch ein Placebo-Medikament der naturwissenschaftlichen Überprüfung nicht stand, hilft in vielen Fällen aber trotzdem. Im einen Fall muss man selbst nur fest genug an die heilende Kraft glauben, im anderen Fall müssen nur ausreichend viele Anleger an die Signale der Chartanalyse glauben und ihr Investitionsverhalten daran orientieren.
Wer in diesen unsicheren Zeiten der Psychologie noch mehr Bedeutung für seine Anlageentscheidungen beimessen möchte und auf den Zukunftsmarkt China setzt, kann sich am Feng-Shui-Index orientieren, einer Art chinesischem Börsenhoroskop, den das Brokerhaus CLSA Asia-Pacific Markets entwickelt hat. Demnach würde die Hongkonger Börse ab August haussieren. Allerdings könnte es auch ganz anders kommen, wie das Brokerhaus selbst einräumt. Denn in der Vergangenheit war der Feng-Shui-Index eher ein Kontraindikator. Sicher ist: Seit Mitte Februar steht China im Zeichen des Tigers. Er steht für Mut und Risikofreude, aber auch für Unberechenbarkeit. Ein Grund mehr, Stabilität und Sicherheit im Portfolio Vorrang zu geben.
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