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Editorial
Eigenheim an der Spitze
Unwissen bei Finanzfragen
Wie drei A 380
Unabhängigkeit gefragt
Rentenpapiere bleiben beliebt
Crashkurs Management
Dividenden, Edelmetalle und Immobilien sichern das Vermögen
Deutsche Bank
Bankhaus Metzler
DZ Bank
Japan ist stärker als die Krise
Nur für Risikobewusste
Das Dilemma der AAA-Papiere
Mehr Stellschrauben für das Portfolio
Interview mit Christian Kempe
Geschlossene Schiffsfonds in schwerer See
Tanker-Fonds unter Wasser
China öffnet sich den Bondinvestoren
Dim-Sum-Bonds
Die härteste Währung der Welt
Investoren
Interview mit Ulrich Freiesleben
Zinszertifikate geben dem Portfolio Halt
Denkmalschutz hilft Steuern sparen
Fokus auf Leipzig und Berlin
Termine
Griff des Fiskus ins Depot


Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,

erst Immobilienkrise, dann Finanzkrise, jetzt Schuldenkrise: Die Belastungen, die das Weltfinanzsystem in den zurückliegenden Jahren vor eine Zerreißprobe gestellt haben und dies weiterhin tun, sind immens. An den Finanzmärkten sehnen sich inzwischen viele Akteure nach einer klaren Perspektive, nach etwas mehr Ruhe, denn die anhaltende Verunsicherung geht selbst den Profis an die Substanz. Mit Blick auf das Jahr 2012 ist aus heutiger Perspektive jedoch zu befürchten, dass daraus so schnell nichts werden kann:

Für die Schuldenkrise in der Eurozone liegen nach wie vor keine Details für eine "umfassende Lösung" der Probleme auf dem Tisch, die Lage in Griechenland ist prekär, hinzu kommt nun die Sorge um die finanzielle Stabilität Italiens. Zudem kühlt sich die globale Konjunktur zusehends ab, der Eurozone droht die Rückkehr in die Rezession.
Für Investoren, institutionelle ebenso wie private, ist das eine große Herausforderung. Wichtigstes Ziel ist dabei zunächst der Kapitalerhalt. Dieses Ziel zu erreichen, ist angesichts des tiefen Zinsniveaus sowie der nun mit Staatsanleihen verbundenen Risiken eine anspruchsvolle Aufgabe. Breite Diversifikation ist mehr denn je empfehlenswert, und welche Assets dafür in Frage kommen, lesen Sie in der Titelgeschichte ab Seite 8.
Eine Alternative für Privatanleger stellen Investmentfonds mit einem Multi-Asset-Ansatz dar. Weshalb sich diese Produkte allerdings mitunter deutlich voneinander unterscheiden und man auch dabei auf die Streuung des Kapitals achten sollte, lesen Sie ab Seite 22.
Berichte über die Perspektiven japanischer Aktien, die Misere geschlossener Schiffsbeteiligungen und Anlagechancen mit Diamanten zählen diesmal zum weiteren Angebot. Und in der Rubrik Recht & Praxis erfahren Sie, weshalb Anleger mit Investitionen in denkmalgeschützte Wohnimmobilien Steuern sparen können.
Ich wünsche Ihnen eine Lektüre mit Gewinn,

Thorsten Kramer
Leitender Redakteur

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Eigenheim an der Spitze
Selbst genutzte Immobilie zum Vermögensaufbau
Beim Vermögensaufbau der Deutschen steht das Eigenheim an der Spitze. 44 % sehen laut dem Vermögensbarometer 2011 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) die selbst genutzte Immobilie als beste Möglichkeit der Vorsorge, gefolgt von der Lebensversicherung (28 %) und dem Sparbuch (27 %). 71 % der Sparer sind laut der Umfrage optimistisch, die gewünschte finanzielle Absicherung im Alter "auf jeden Fall" oder "wahrscheinlich" erreichen zu können.

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Unwissen bei Finanzfragen
Unterrichtsfach "Finanzen" an Schulen gewünscht
Beim Thema Geldanlage und Finanzwissen klaffen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander, zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Börse Stuttgart. Während 84 % angeben, dass sich jeder mit Geldanlage und Finanzen gut auskennen müsse, fühlen sich 52 % weniger bis überhaupt nicht gut informiert. Lediglich 18 % bezeichnen sich als informiert. 73 % der Befragten würden ein Unterrichtsfach "Finanzen" an Schulen begrüßen. 65 % der Bürger holen sich ihr Wissen aus Büchern und Fachzeitschriften.

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Wie drei A 380
Reger Handel mit offenen Immobilienfonds
In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres sind an der Börse Hamburg offene Immobilienfonds im Wert von rund 732,7 Mill. Euro gehandelt worden - damit hat der Umsatz schon Anfang November (Stichtag: 9.11.2011) den Gegenwert von drei Airbus A 380 erreicht, dem größten Passagierflugzeug der Welt.

An der Börse Hamburg können 23 offene Immobilienfonds gehandelt werden, darunter sind sieben, die sich in Abwicklung befinden. Bei vier Fonds ist die Anteilsrücknahme ausgesetzt und die Entscheidung über eine Wiederöffnung steht noch aus. Bei weiteren zwölf Fonds nehmen die Kapitalanlagegesellschaften die Anteile regulär zurück.

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Unabhängigkeit gefragt
Lob der Kunden für Vermögensverwalter
Die Mehrheit der Geldanleger ist mit der Beratung durch ihren Vermögensverwalter mehr als zufrieden. Dies ergab eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens ConM im Auftrag der DAB Bank unter rund 1 000 Kunden von 25 Vermögensverwaltungen. 94 % der Befragten waren mit dem jüngsten Beratungsgespräch vollkommen, sehr oder zumindest zufrieden. 78 % würden ihren Berater bestimmt oder wahrscheinlich wieder wählen, 72 % bestimmt oder wahrscheinlich sogar weiterempfehlen.

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Rentenpapiere bleiben beliebt
J.P.-Morgan-Fixed-Income-Studie 2011
Institutionelle Anleger erwarten in den kommenden zwölf Monate nur mäßige Renditen an den Rentenmärkten, halten aber dennoch an ihrer Renten-Allokation fest und überlegen sogar, ihr Engagement bis zum Jahresende 2011 weiter auszubauen. 22 % der für die J.P. Morgan Asset Management Fixed Income Studie Befragten sind im aktuell niedrigen Zinsumfeld besorgt, ihre Ertragsziele erreichen zu können, während 19 % die politischen Risiken zunehmend als ernst zu nehmende Gefahr ansehen.

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Crashkurs Management
Ausgezeichneter Überblick über die Wirtschaftsliteratur
Jährlich werden allein in den USA 11 000 Wirtschaftsbücher publiziert - hier den Überblick zu behalten bzw. treffsicher zu entscheiden, mit welchem Titel man sich in ein Thema einliest, ist fast unmöglich. Abhilfe schafft die deutsch-amerikanische Co-Produktion "Die 100 besten Wirtschaftsbücher aller Zeiten" aus dem Murmann-Verlag. Vier absolute Profis, die seit Jahren Wirtschaftsbücher verkaufen bzw. rezensieren, haben ihre jeweiligen Best-of-Listen zusammengeworfen und eine einzige Top-100-Liste herausdestilliert. Auf wenigen Seiten werden Inhalt, Bedeutung und mögliche Lehren für den Leser prägnant zusammengefasst. Nach der Lektüre ist man bestens gerüstet, um eine Unterhaltung über Wirtschaftsthemen bestreiten zu können - ein kleiner Crashkurs Management sozusagen. Bis zu einer Neuauflage wird eine jährliche Top Ten der Neuerscheinungen auf der Verlagsdomain veröffentlicht.

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Dividenden, Edelmetalle und Immobilien sichern das Vermögen
In Krisenzeiten gilt breite Diversifikation als Erfolgsfaktor für KapitalerhaltViele Privatanleger setzen dies aber nur unzureichend um
Über Monate haben die Märkte auf ein Konzept der Politik zur Bekämpfung der Schuldenkrise in der Eurozone gedrungen. Seit Ende Oktober liegt es endlich vor, doch genutzt hat es wenig. In Griechenland scheint die Lage anhaltend prekär, zudem wächst die Furcht vor der Zahlungsunfähigkeit Italiens. Investoren, institutionelle ebenso wie private, stellen hohe Volatilität, trübe Wachstumsperspektiven und zunehmende Teuerung vor anhaltend große Herausforderungen. Das wichtigste Ziel heißt Kapitalerhalt.

Von Thorsten Kramer

Als Europas Regierungschefs Ende Oktober unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Schuldenschnitt für Griechenland, die Hebelung des Rettungsschirms und die Rekapitalisierung der Banken beschlossen, sorgte dies unter Investoren für Erleichterung. Die Aktienmärkte setzten unter Führung der Finanzwerte regelrecht zu einer Rally an, auch wenn viele Analysten schnell auf die fehlenden Details hinwiesen. Mit dem endlich unter Beweis gestellten Handlungswillen, so die Einschätzung vieler Marktteilnehmer, werde Europa die Krise meistern.
Die neue Zuversicht hielt sich aber nur wenige Tage. Zunächst schreckten die Pläne des inzwischen abgetretenen griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou für ein Referendum über die europäischen Hilfen die Märkte auf. Die Verunsicherung war damit auf einen Schlag zurück. Vor allem aber stieg die Sorge um Italien, weil der ohnehin durch Sex- und Korruptionsvorwürfe belastete Regierungschef Silvio Berlusconi lange Zeit überzeugende Reformpläne zur Stabilisierung der Staatsfinanzen schuldig blieb, nach seinem Rücktritt aber womöglich ein politisches Vakuum droht. Das Land, das zu den größten Wirtschaftsnationen der Welt zählt, muss in den folgenden drei Jahren laut Daten der DZ Bank allein am Anleihemarkt 456 Mrd. Euro refinanzieren. Die aufwärts gerichtete Zinsentwicklung wirft diesbezüglich große Fragen auf: Bedingt durch die wachsende Verunsicherung kletterte die Rendite der italienischen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit im November bereits auf 7,5 %, das höchste Niveau überhaupt. Viele Experten halten bereits einen Zinssatz von 7 % für die Refinanzierung für langfristig nicht tragbar. Den endgültigen "Todeszins", der Italien in die Pleite stürzen ließe, sehen sie bei 9 %. Die Sorge um die Zukunft der Eurozone ist deshalb wieder mindestens so groß wie vor dem EU-Gipfel in Brüssel.
Als wäre dies nicht schon schlimm genug, trübt sich nun zunehmend das konjunkturelle Umfeld ein. Rückläufige Einkaufsmanagerindizes in China deuten zweifellos darauf hin, dass die Wachstumslokomotive der globalen Wirtschaft an Fahrt verliert. In den Vereinigten Staaten unterstrich zuletzt der Oktober-Bericht für den krisengeschüttelten Arbeitsmarkt, dass dort keine schnelle Trendwende zu erwarten ist und die extrem konsumabhängige Volkswirtschaft von dieser Seite auf absehbare Zeit keine belebenden Impulse zu erwarten hat. Und hierzulande wirken sich nun die konjunkturellen und finanziellen Schwierigkeiten der europäischen Partnerländer immer stärker auf die Perspektiven aus. So brach der Auftragseingang für die Industrie im September gegenüber dem Vormonat um 4,3 % ein und damit so stark wie seit Anfang 2009 nicht mehr; die Bestellungen aus den Euro-Ländern fielen um mehr als 12 %. Aus Sicht der Commerzbank ist dies ein Zeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal bestenfalls stagnieren wird, zumal es der dritte Rückgang hintereinander war. Die deutsche Produktion kühlte sich im September um 2,7 % ab und damit ebenfalls so stark wie zuletzt Anfang 2009.
Ökonomen von UBS Investment Research rechnen fest damit, dass die Eurozone - beeinflusst vor allem durch Italien und Spanien, aber auch durch Frankreich - in der ersten Jahreshälfte 2012 zurück in die Rezession rutschen wird. Auch aus Sicht der Société Générale deuten die jüngsten Konjunkturdaten auf eine erneute Rezession zu Beginn des neuen Jahres hin. Die Anlagegesellschaft Allianz Global Investors sieht eine Rezession bislang noch nicht als Basisszenario, auf einer Pressekonferenz in Frankfurt räumte Global Chief Investment Officer Andreas Utermann jedoch ein, dass eine konjunkturelle Kontraktion immer wahrscheinlicher wird, "wenn Regierungen mit Haushaltsmaßnahmen hart gegensteuern und sich das Sentiment in der Wirtschaft gleichzeitig drastisch verschlechtert".

Auswirkungen auf die Realwirtschaft

Dies ist allerdings bereits der Fall. Wie die Resultate einer Studie von Roland Berger zeigen, rechnet jeder zweite Top-Manager damit, dass Schuldenkrise und konjunkturelle Abkühlung im ersten Quartal voll durchschlagen werden. Für die Analyse befragte die Beratungsgesellschaft 150 Entscheider in deutschen Unternehmen. Die Hälfte der Firmen rechnet für 2012 maximal mit stagnierendem

Umsatz, für zwei Drittel der Befragten steht zudem fest, dass der Gewinn im nächsten Jahr maximal wieder das Niveau von 2011 erreicht. Hinzu kommt die speziell in Deutschland zunehmende Sorge über einen deutlichen und anhaltenden Anstieg der Inflation, weil viele darin den - möglicherweise einzig praktikablen - Weg sehen, wie die Staaten inklusive der USA in einem überschaubaren Zeitraum und ohne umfassende Strukturveränderungen von der hohen Verschuldung herunterkommen. Für Investoren sind dies alles in allem keine positiven Perspektiven.
Anlagestrategen raten in diesem Umfeld dazu, dem Vermögenserhalt absoluten Vorrang einzuräumen. Dabei ist "das A und O die richtige Gesamtstruktur des Vermögens und das Vermeiden einseitiger Risiken", so Chris-Oliver Schickentanz, Chief Investment Officer der Commerzbank. Die richtige Struktur für das Vermögen mache 90 % des Anlageerfolgs aus.
Eine Analyse der Fondsgesellschaft Schroder macht in diesem Zusammenhang immerhin ein wenig Hoffnung: Zurzeit sind noch 71 % der Privatanleger vor allem im Heimatland investiert nach 79 % im Vorjahr. Zudem sehen nur noch 58 % der insgesamt 1 034 befragten Haushalte Deutschland als wichtigstes Anlageziel für die nächsten 24 Monate. Gleichwohl reicht die Diversifikation bei vielen längst noch nicht aus, zumal nach wie vor enorme Summen als Tages- oder Festgeld investiert sind, bei denen Anleger wegen der geringen Rendite letztlich draufzahlen. Achim Küssner, der Geschäftsführer von Schroder in Deutschland, kommt deshalb zu diesem Fazit: "Privatanleger sind sich der Gefahren an den Kapitalmärkten zwar bewusst, ziehen aber nicht die richtigen Konsequenzen." Er stellt insbesondere fest, dass Anlegern wegen eines zu geringen Kenntnisstands der Mut zu Auslandsinvestments fehlt. Zudem, so zeigt die Analyse weiter, sind sehr viele zu eindimensional aufgestellt: Lediglich jeder Fünfte investiert neben Wohneigentum in mehr als zwei Assetklassen. "Die Zurückhaltung gegenüber einer breiteren Streuung der Anlagegelder auch in regionaler Hinsicht geht grundsätzlich zu Lasten von Diversifikationseffekten", sagt auch Lutz Johanning, Professor an der Otto Beisheim School of Management. 84 % des Vermögens haben Privathaushalte in Rentenpapieren und Geldmarktinstrumenten angelegt, 9 % in Aktien, 5 % in Immobilien und 1 % in Private Equity. Investitionen in Hedgefonds oder Asset Backed Securities erfolgen derzeit gar nicht.
Die Basis in der Vermögensallokation bilden auch in der Krise drei große Anlageklassen: Aktien, Festverzinsliche und Liquidität. Im Aktienanteil reicht es allerdings nicht aus, einfach auf Titel aus defensiven, also weniger von der Konjunktur abhängigen Sektoren zu setzen. Stattdessen sollten Anleger vorrangig auf große und somit liquide, ertrags- und substanzstarke Konzerne setzen, die Anlegern eine hohe Dividendenrendite versprechen, die deutlich oberhalb des Zinsniveaus am Anleihemarkt sowie der Teuerungsrate von 2,6 % liegt. So bietet beispielsweise der Logistikkonzern Deutsche Post, der soeben mit seinen Geschäftszahlen überzeugte, seinen Aktionären zurzeit eine Dividendenrendite von 6,2 %, der Handelskonzern Metro lockt mit 4,6 % und der weltgrößte Chemiekonzern BASF bringt es auf 4,2 %. Im europäischen Ausland beträgt die Dividendenrendite des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé immerhin 3,7 % und die des Elektronikkonzerns Philips etwas mehr als 5 %. Schutz vor steigender Inflation bieten die Papiere von Unternehmen, deren Produkte mit zunehmender Teuerung im Wert steigen, also beispielsweise Öl- und Minenkonzerne. Als vielversprechend gelten in Zeiten steigender Inflation zudem die Anteilscheine von Immobilienfirmen.
Am Anleihemarkt droht Investoren bereits bei der aktuellen Inflation ein Kaufkraftverlust, denn berücksichtigt man die Abgeltungsteuer, muss eine festverzinsliche Anlage bereits jetzt einen Zins von deutlich mehr als 3 % bringen, damit die reale Rendite nicht negativ ist. Mit Fest- und Tagesgeldern ist dies zurzeit in der Regel nicht zu erreichen. Staatsanleihen sind vielen Vermögensverwaltern inzwischen zu riskant geworden, sie sehen in den Anleihen bonitätsstarker Konzerne eine geeignete Alternative. Einen Blick wert können aus Sicht der WestLB zudem Realzins-Anleihen sein, im Sinne einer breiten Diversifizierung bieten sich zudem ausgewählte Pfandbriefe sowie Schwellenländer-Anleihen an, zu denen beispielsweise UBS Global Asset Management rät. "Nicht zuletzt wegen der schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung in den USA und der Eurozone dürften diese Papiere weiter an Attraktivität gewinnen", heißt es in einem aktuellen Investmentbrief der Vermögensverwaltung. Obwohl sich diese Länder nicht komplett vom Konjunkturzyklus der Industrieländer abkoppeln können, sprechen nach Überzeugung von Uta Fehm, Expertin für Schwellenländeranleihen bei der UBS, vor allem die gesünderen öffentlichen Finanzen und der bessere mittelfristige Wachstumstrend für ein Investment in den aufstrebenden Märkten. Aktuell könnten Anleger unter anderem mit Anleihen aus Indonesien und den Philippinen einen positiven Ertrag erzielen.

Gold bleibt als Beimischung interessant

Von wachsender Bedeutung ist im aktuellen Umfeld die Berücksichtigung von Realwerten. Ralf Zimmermann, Chief Investment Officer der Vermögensverwaltung Döttinger Straubinger, hält dabei Gold weiterhin für ein geeignetes Investment, um das Portfolio gegen Liquiditätsschwemme, Inflationsrisiken und systembedrohende Verschuldungsrisiken abzusichern. "Die fundamentalen Werttreiber für Gold sind nach wie vor intakt", resümiert er. Die US-Liquidität wachse mit Rekordraten, und die Euro-Schuldenkrise habe ihre Spitze angesichts der Rezessionsrisiken in den großen Peripherieländern Spanien und Italien und der starken Widerstände in den Euro-Kernländern gegen die Übernahme weiterer Risiken noch nicht erreicht. Gold bleibe deshalb eine wichtige Beimischung in einem diversifizierten Portfolio. Zu bevorzugen sei dabei der physische Besitz.
Goldminenaktien könnten eine interessante Alternative sein. Nach Einschätzung von Döttinger Straubinger wird ein Nachziehen der Minenaktien immer wahrscheinlicher, je länger sich der Goldpreis auf hohem Niveau zeigt. Umgekehrt sollten sie bei einem nachgebenden Goldpreis nicht so stark unter Druck geraten, weil sie die vorangegangene Goldrally nicht mitgemacht haben.

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Deutsche Bank
Musterportfolio
Im Bereich Private Wealth Management empfiehlt die Deutsche Bank ihren Privatkunden eine weiterhin zurückhaltende Allokation in Aktien. Das wirtschaftliche Umfeld in den USA zeichnet laut Chief Investment Officer Björn Jesch mittlerweile zwar ein etwas optimistischeres Bild als noch vor einigen Wochen. In Europa bleibe die Situation trotz der jüngsten EU-Gipfelbeschlüsse aber angespannt. In diesem Umfeld sieht die Deutsche Bank für die Vermögensverwaltung grundsätzlich Chancen auf Kursgewinne bei Qualitätsaktien, die historisch niedrig bewertet sind und attraktive Dividendenrenditen aufweisen. In Anbetracht der bestehenden Extremrisiken setzt sie aber weiterhin Absicherungsinstrumente im Portfolio ein: Neben Derivaten, die sich auch für die Nutzung hoher Schwankungen an den Märkten anbieten, können Bundesanleihen bei einer möglichen Eskalation der europäischen Schuldenkrise als stabilisierender Faktor fungieren. Im Rentenanteil wird der Qualität der Emittenten ein hoher Stellenwert zugebilligt. Pfandbriefe und staatsnahe Emittenten werden mit Blick auf die erzielbaren Renditeaufschläge gegenüber Staatsanleihen vergleichbarer Laufzeit und Bonität als attraktiv eingeschätzt. Ein Schwerpunktthema bleiben Unternehmensanleihen mit guter Qualität. Neben soliden Bilanzrelationen steht die nachhaltige Ertragskraft der Unternehmen bei der Titelauswahl im Vordergrund. Eine deutliche Gold-Position rundet das global diversifizierte Portfolio ab. Die taktisch erhöhte Liquiditätsposition bietet die nötige Flexibilität, künftige Marktopportunitäten nutzen zu können.

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Bankhaus Metzler
Musterportfolio
Mehr denn je ist es nach Überzeugung der Anlagestrategen der Privatbank Metzler in Krisenzeiten notwendig, das Vermögen auf unterschiedliche Anlagekategorien zu verteilen. So konnten Rentenpapiere erster Bonität zuletzt zwar zur Portfoliostabilität beitragen, als Anlageform des Nominalvermögens sind sie allerdings einem inflationsbedingten Kaufkraftverlust ausgesetzt. Aktien hingegen weisen höhere Kursschwankungen auf, profitieren als unternehmerische Substanzbeteiligung jedoch oft von steigenden Güterpreisen. In der Gesamtvermögensbetrachtung sollten daher stets beide Anlageklassen berücksichtigt sein. Dies gelte insbesondere in von Staatsschuldenkrisen geprägten Zeiten auch für konservative Anleger, denn im Gegensatz zu Anleihen sind Qualitätsaktien keinem Emittentenrisiko ausgesetzt und haben im Falle übermäßiger Kursverluste ein hohes Wertaufholungspotenzial. Das Bankhaus ist der Meinung, dass nun gerade der europäische Aktienmarkt Anlegern die Chance bietet, von Kurserholungen zu profitieren: Damit das aktuelle Bewertungsniveau auf Basis des breit gefassten Index Stoxx 600 gerechtfertigt wäre, müssten die Unternehmensgewinne 2012 um circa 25 % einbrechen; einen derart dramatischen Gewinnrückgang halten die Anlageexperten jedoch nicht für realistisch. Sie gehen zwar von einem Rückgang der weltweiten Wachstumsdynamik, nicht aber einer schweren Kontraktion der Wirtschaft aus. Im Falle einer stärkeren konjunkturellen Entwicklung als angenommen würden sie die derzeitige Aktienquote von 35 % in Richtung 50 % anheben.

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DZ Bank
Musterportfolio
Die DZ Bank geht davon aus, dass in der europäischen Schuldenkrise insbesondere der Politikfaktor unberechenbar bleibt. Zudem befindet sich der Währungsraum bereits am Rande der Rezession. Entsprechend dürfte das Geschehen am Kapitalmarkt auch mittelfristig maßgeblich von den Ereignissen rund um das Thema Schuldenkrise bestimmt werden. Das Haus empfiehlt daher, eine hohe Cash-Quote als Sicherheitspuffer für Zukäufe vorzuhalten. Am Aktienmarkt kam es am Anfang der Schuldenkrise nur zu temporären Stimmungs- und Kursschwankungen, aber inzwischen wirkt sich die Krise auf die Aussichten der Unternehmen aus. Die Gewinnschätzungen fallen, und die DZ Bank erwartet, dass dieser Negativtrend anhalten wird. Vor diesem Hintergrund empfehlen die Anlagestrategen der Bank bei Aktien eine defensive Aufstellung. Konservative Titel in Form internationaler Blue-Chips (10 % DJ Global Titans) und dem S & P 500 (16 %) sowie zusätzlich neu rund je 5 % in europäische Versorgeraktien und deutsche Versicherer sollten im Falle einer weiteren Wirtschaftsabschwächung deutlich mehr Schutz als zyklische Titel bieten. Investitionen in den Dax oder den Euro Stoxx 50 erscheinen der Bank auf Sicht von sechs Monaten wenig aussichtsreich. Im Bondbereich setzten die Strategen auf eine hohe Gewichtung von Covered Bonds, da diese vom Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank profitieren sollten. Zusätzlich empfiehlt das Institut eine Beimischung von Firmenanleihen sowie von Schwellenländeranleihen, da diese momentan mehr Substanz vermitteln als die überbewerteten Staatsanleihen aus Kerneuropa oder den USA.

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Japan ist stärker als die Krise
Nach Erdbeben und Atom-GAU ist das Land wieder auf KursEiner Outperformance steht noch der teure Yen im Weg
Japan hat den Schock durch Erdbeben, Tsunami und Atomunfall unerwartet schnell überwunden. Die zunehmende Nachfrage aus den schnell wachsenden asiatischen Ländern eröffnet der Börse nun endlich die Chance auf eine Outperformance. Dazu muss die Regierung aber die Deflation und den Yen-Anstieg stoppen.

Von Georg Blaha

Japans rasche wirtschaftliche Erholung nach der verheerenden Dreifachkatastrophe vom März hat viele überrascht. Angesichts der hohen Anzahl der Opfer und der schweren Schäden durch Erdbeben, Tsunami und den Atomunfall in Fukushima drohte der seit Anfang der neunziger Jahre stagnierenden Wirtschaftsmacht sogar der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit bevorzustehen. Zu groß schienen die Zerstörungen in Nordjapan, das Produktionsstandort vieler Konzerne und Zulieferer ist. Doch die Robustheit der Wirtschaft und der Gesellschaft war größer.
Japanische Manager und Banker merken nicht ohne Stolz

an, dass Mitarbeiter in den betroffenen Firmen Sonderschichten schoben und Wochenenden opferten, um die Produktion schnell wieder anlaufen zu lassen und ausgefallene Lieferungen nachzuholen. "Ganbarou Nihon" (etwa: "Streng dich an, Japan") lautete die Parole, die Medien, Politiker und Firmenchefs ausgaben und dadurch den Gemeinschaftsgeist beschworen. Eine V-förmige Erholung gelang der japanischen Wirtschaft zwar auch schon nach dem schweren Erdbeben in Kobe 1995, doch nur wenige hatten erwartet, dass Japan auch diesmal so rasch wieder auf die Beine kommt. Schon im August stieg die japanische Industrieproduktion um 0,6 % gegenüber dem Vorjahresniveau.
Für Japans Wirtschaft wird für das laufende Jahr ein leicht rückläufiges Wachstum prognostiziert, 2012 soll es aber deutlich über 2 % liegen. Japans Notenbank geht von 2,2 % aus, die Volkswirte der Investmentbank Nomura rechnen mit 2,6 %. Zum Vergleich: Für die Eurozone erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im kommenden Jahr ein Mini-Wachstum von 0,3 % und für die USA von 1,8 %. In Japan dagegen soll Auftrieb von einem insgesamt 18 Bill. Yen (171,6 Mrd. Euro) schweren Sonderbudget der Regierung für den Wiederaufbau kommen. Zudem dürfte Japans zunehmend in Asien vernetzte Wirtschaft vom anhaltenden Wachstum in den asiatischen Schwellenländern profitieren.

Große Verunsicherung am Aktienmarkt

Der Optimismus der Volkswirte ist jedoch noch nicht am japanischen Aktienmarkt angekommen, weil Anleger nach der Dreifachkatastrophe vom März im Sommer vor allem durch die Herabstufung der US-Bonität sowie die Verschärfung der Schuldenkrise in der Eurozone aufs Neue stark verunsichert worden sind. Im September sackte der Leitindex Nikkei 225 deshalb unter 8 400 Yen ab, der breit gefasste Topix rutschte im Oktober sogar auf das Jahrestief von 725 Punkten. Mit dem wiederholten Absturz enttäuschte der japanische Aktienmarkt ein weiteres Mal. Schon 2009 und 2010 hatten Strategen jeweils ein gutes Jahr prophezeit, doch die Indizes waren in beiden Jahren der weltweiten Marktentwicklung nicht hinterhergekommen. Trotz steigender Firmengewinne befielen die Anleger angesichts der demografischen Probleme des schnell alternden Japan, des hohen Schuldenstands von mehr als 200 % des Bruttoinlandsproduktes und der hartnäckig festsitzenden Deflation immer wieder spürbare Zweifel.

Goldman hebt Prognosen an

Aktuell hellen sich die Perspektiven wieder etwas auf: In Reaktion auf die historischen EU-Beschlüsse vom 27. Oktober zur Stabilisierung der Europäischen Währungsunion hoben die Analysten von Goldman Sachs ihr Kursziel für den Topix zum Jahresende von 760 auf 800 Punkte an und stuften die Wahrscheinlichkeit einer über den Jahreswechsel hinaus anhaltenden Erleichterungsrally als relativ hoch ein. Zum Jahresbeginn lautete die Indexprognose freilich noch auf 1 080 Zähler - allerdings unter der mittlerweile obsoleten Annahme, dass der für Japan wichtige Exportmarkt USA tüchtig zulegt und sich die Yen-Aufwertung abmildert.
Die Analysten von Nomura raten angesichts der vom Staat bereitgestellten Mittel für den Wiederaufbau zurzeit zum "Domestic Play" am japanischen Aktienmarkt, also zur Wette auf Unternehmen, die hauptsächlich im Heimatmarkt tätig sind. Hier gelten Titel aus dem Bausektor als interessant, wie etwa der Maschinenhersteller Komatsu, wobei das Gros der neuen Aufträge in der kleinteiligen Bauwirtschaft eher auf Mittel- und Kleinbetriebe entfallen dürfte, was besonders den Aktien von Small- und Mid-Cap-Unternehmen zugute kommen dürfte (siehe nebenstehender Text). 2012 dürften die Aktien von Japans namhaften Exportunternehmen wieder stärker zulegen, schätzen die Analysten, vorausgesetzt, der teure Yen verbilligt sich wieder. Genau diese Voraussetzung wackelt aber derzeit: Jüngst fiel der Dollar auf ein Nachkriegstief zum Yen, was Japans

Finanzminister zu einer weiteren Intervention auf dem Devisenmarkt bewegte. Viele Analysten glauben allerdings nicht, dass die Intervention langfristig Wirkung zeigen wird.
Nomura rechnet dennoch mit Kursgewinnen für Nikkei und Topix. Zum Jahresende prognostiziert die Bank Indexstände von 9 200 Yen beziehungsweise 800 Punkten. Mitte 2012 sieht Nomura die Indizes dann bei 9 700 Yen beziehungsweise 850 Zählern.

Eine Grundlage dieser Einschätzung ist die Tatsache, dass ausländische Investoren bereits im September nicht mehr zu den Nettoverkäufern japanischer Aktien gehörten. Hinzu kommt, dass Japans Aktienmarkt den durch die Yen-Stärke stark beeinflussten Gewinnrückgang um mehr als 30 % bemerkenswert gut weggesteckt hat, was ein unübersehbares Zeichen dafür ist, dass Belastungen von dieser Seite bereits in den aktuellen Kursniveaus eingepreist sind. Andere Experten setzen ihre Hoffnungen auf eine aktivere Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ). Zwar sind die Leitzinsen in Japan schon bei oder nahe null, aber die Notenbank kann die Geldpolitik durch Anleihekäufe weiter lockern. Ende Oktober war sie bereits tätig und erweiterte ihr Anleihekaufprogramm um 5 Bill. auf 20 Bill. Yen, nicht zuletzt um den Yen zu schwächen. Gerhard Wiesheu, Partner beim Bankhaus Metzler und zuständig für das Japan-Geschäft, geht davon aus, dass die BoJ aus den Fehlern der Vergangenheit - einer zu restriktiven Geldpolitik in den neunziger Jahren und Anfang des Jahrtausends - gelernt hat. "Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit hoch ein, dass es Japan mit dem derzeitigen staatlich finanzierten Aufbauprogramm in Kombination mit der aggressiveren Haltung der BoJ schaffen wird, aus der Deflationsfalle zu entkommen", sagt Wiesheu.

Nähe zu Schwellenländern schafft Perspektive

Einen langfristigen Treiber für Japans Börsen macht

Christian Wrede aus, Vorsitzender der Geschäftsführung des Fondsanbieters Fidelity und Japan-Experte. Seiner Ansicht nach sind Japans Unternehmen bestens positioniert, um vom Trend der wachsenden Mittelschichten in den asiatischen Schwellenländern zu profitieren. Er verweist auf Unternehmen wie den Online-Händler Rakuten oder den Hersteller von Haushaltswaren und Kosmetikartikeln Unicharm, die mittlerweile einen Großteil ihres Umsatzes in der Region machen und nicht mehr im Heimatmarkt. Zwischen 2001 und 2011 seien die gesamten Exporte aus Japan nach Asien auf 57 von 40 % gestiegen, die in die USA gingen dagegen auf 15 von 32 % zurück.
Die positiven Effekte der Geldpolitik und die Regionalisierung der Unternehmen könnten aber schnell zunichte gemacht werden, wenn sich der Dollar unter 80 Yen hält. Zudem dürfte es lange dauern, die seit vielen Jahren festsitzenden Deflationserwartungen der Bevölkerung und der Unternehmen zu ändern. Zwar weist die BoJ regelmäßig eine knapp über der Nulllinie liegende Inflation aus, was ihr nicht zuletzt durch eine kreative Zusammenstellung des gemessenen Warenkorbs gelingt. Doch das einstige Hochpreisland Japan ist mit vielen Discountern und Billiganbietern mittlerweile ein Schäppchenjäger-Paradies geworden, und sinkende Preise sind Realität. Mit den vielen Sparern der älteren Generation stehe zudem eine große Gruppe der Bevölkerung der Deflation positiv gegenüber, räumt Metzler-Experte Wiesheu unter Bezugnahme auf eine BoJ-Studie ein.
Den Analysten von Nomura zufolge lauern weitere, wenn auch als überschaubar eingeschätzte Risiken für den japanischen Aktienmarkt in einer Verlangsamung des Wachstums in China sowie in Engpässen in der Energieversorgung, sollte Japan auf Druck der Bürger weitere Atomkraftwerke abschalten. Vor dem hohen Schuldenstand des Landes dagegen sollten Anleger sich nicht fürchten. Der Großteil davon wird im Inland gehalten. Zudem trauen politische Beobachter dem Staat - anders als anderen hochverschuldeten Ländern - saftige Steuererhöhungen und Konsolidierungsmaßnahmen zu. Insgesamt ergibt sich für den japanischen Markt das Bild, dass die relative Stagnation der japanischen Wirtschaft im Vergleich zu den Großrisiken der USA und der Eurozone mittlerweile eher nach Stabilität aussieht und dass durch die räumliche und kulturelle Nähe zum schnell wachsenden Rest von Asien eine Outperformance etwas wahrscheinlicher ist als zuvor. Jedoch trüben Makrorisiken wie Deflation und teurer Yen das Bild. Ohne gezielte Auswahl von Sektoren oder Einzeltiteln könnten Anleger 2012 abermals enttäuscht werden.

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Nur für Risikobewusste
Small Caps
Nun muss er seine Gefängnisstrafe doch antreten: Im Frühjahr hatte Japans oberster Gerichtshof die Berufung von Takafumi Horie (38) zurückgewiesen, der 2007 wegen Bilanzfälschung und "Irreführung von Investoren" zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Bereits Anfang 2006 hatten japanische Ermittler den Bilanzskandal bei dem schillernden Internet-Unternehmer aufgedeckt. Eine der Folgen davon war, dass das Sentiment für japanische Nebenwerte nachhaltig litt. Investoren halten sich seither deutlich zurück, und nach zwei Abstürzen in den Jahren 2006 und 2008 ist der Topix Small Index kaum mehr von der Stelle gekommen.
Die Aktien mit mittlerem und eher geringem Börsenwert sind für ausländische Investoren schwer zugänglich. Ein Problem dabei ist die geringe Liquidität, da viele Unternehmen durch Überkreuzbeteiligungen von ihren größten Abnehmern, in der Regel den bekannten Konzernen und Unternehmensgruppen, kontrolliert werden. Allerdings gebe es auch Chancen, sagt Yun-Young Lee, Fondsmanager für japanische Nebenwerte bei der Gesellschaft Henderson Global Investors. Durch die geringe Beachtung durch Analysten und Investoren gebe es zahlreiche unterbewertete, aber solide Börsentitel. Zudem könnten Anleger davon profitieren, dass die Großkonzerne derzeit zunehmend ihre Lieferanten aufkauften. Das Abwärtspotenzial der Small Caps, von denen aktuell rund zwei Drittel unter ihrem Buchwert notieren, hält Fondsmanager Lee für vergleichsweise gering.
Vom Bauboom, der nach dem Erdbeben im März einsetzte, profitieren in Japans kleinteiliger und staatlich subventionierter Bauindustrie die kleinen und eher unbekannten gelisteten Firmen überproportional. Die Aktien von Fudo Tetra, einem Spezialisten für Landaufschüttungen, legten seit Jahresbeginn schon um 220 % zu. Die Titel der Baufirmen Nissei Build und Wakachiku Construction gewannen im gleichen Zeitraum jeweils rund 170 %, Hazama rund 110 %. Doch ohne genaue Kenntnisse des Marktes bleibt dieses Segment ausländischen Investoren verschlossen - internationale Investor Relations ist bei den meisten dieser potenziellen Perlen Fehlanzeige.

Georg Blaha

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Das Dilemma der AAA-Papiere
Wachsendes Risiko, sinkende RenditenInvestoren sollten Kapital breiter streuen
Die hohe Verschuldung der Industrieländer stellt Staatsanleihen als Basisinvestment für konservativ ausgerichtete Investoren in Frage. Kapitalmarktexperten sehen etwa in Unternehmensanleihen und Pfandbriefen geeignete Alternativen.

Von Christopher Kalbhenn

Die Chefinvestoren großer Kapitalsammelstellen wie Versicherer und Pensionsfonds sind nicht zu beneiden: Staatsanleihen, die stets als risikoarm und zuverlässige Renditeträger galten, haben durch die Schuldenkrise in der Eurozone ihren Nimbus verloren. Dadurch ist die Basis der Anlagestrategie dieser Investoren, die in der Regel das Gros der verfügbaren Mittel in Staatsanleihen und Emissionen halbstaatlicher Organisationen investierten, gefährdet.
Um eine ungeordnete Insolvenz Griechenlands abzuwenden, einigte sich Europa Ende Oktober auf einen Schuldenschnitt. In den Portfolios hinterließ dies ebenso wie die starken Kursverluste bei den Titeln aus weiteren Ländern der Euro-Peripherie tiefe Spuren. Bedenklich stimmt dabei insbesondere, dass Italien in den Sog der Griechenlandkrise geraten ist. Das Land ist gemessen am ausstehenden Volumen der drittgrößte Staatsanleihenmarkt der Welt. Die Risiken für die Investoren nehmen aber auch außerhalb der Peripherie zu. So erkannte die Ratingagentur Standard & Poor's den USA längst die Bestnote "AAA" ab, und Moody's drohte Frankreich, einem weiteren Top-Emittenten, mit einer Herabstufung.

Niedrigzinsumfeld schafft Probleme

Probleme bereitet den mit teilweise rigiden Anlagebeschränkungen arbeitenden Institutionellen nicht nur das Ende der "Risikolosigkeit" der Staatsanleihe. Erschwerend hinzu kommt die durch die Krise ausgelöste Flucht in die Staatsanleihen bester Bonität. Das hat die Renditen der Papiere auf rekordtiefe Niveaus gedrückt, mit der Folge, dass die mit neu angeschafften Beständen zu erzielenden Erträge nicht ausreichen, um langfristig die Auszahlungszusagen zu decken. Noch ist der Anteil der mit niedrigsten Renditen erworbenen Papiere am Gesamtbestand relativ klein. Je länger das Niedrigzinsumfeld andauert und somit der Bestand der Papiere mit Niedrigstrenditen wächst, desto prekärer wird aber die Lage der Institutionellen. Somit steigt der Druck, sich nach sinnvollen Anlagealternativen umzusehen - und zwar auch für Privatanleger.
Der auf Anleihen spezialisierte Vermögensverwalter Pimco, eine Tochtergesellschaft von Allianz Global Investors, präsentierte jüngst eine "Safe-Spread-Strategie". Diese sieht vor, die Mittel auf verschiedene Ertragsquellen aufzuteilen. Als Beispiele nennt Pimco deutsche Pfandbriefe, Unternehmensanleihen mit guter Bonität (Investment Grade) sowie Hochzinsanleihen. Pimco bevorzugt Absolute-Return-Strategien, die flexibler als herkömmliche Ansätze sind, da sie bei negativer Einschätzung auch Short-Positionen zulassen und zudem Engagements in der ganzen Vielfalt der Rentenmärkte ermöglichen.

Feri: Etwas geringere Liquidität akzeptieren

Feri Institutional Advisors rät Investoren vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Bonität der Industrieländer und der extrem niedrigen Staatsanleiherenditen "zu investieren, statt zu sparen". Die Bereitschaft zu mehr (kalkulierbarem) Risiko und einer etwas geringeren Liquidität verspreche deutlich attraktivere Rendite/Risiko-Aussichten als eine weitgehende Fokussierung auf Staatsanleihen der Industrieländer. Laut Feri sind in dem neuen Umfeld unter anderem Sachwerte, Unternehmensanleihen, Schwellenländer und Rohstoffwährungen zu bevorzugen.
Für Privatanleger, die bislang wesentlich auf Staatsanleihen gesetzt haben, ergeben sich somit zwei Schlussfolgerungen. Zum einen werden sie künftig noch weniger als bisher umhinkönnen, die Investments breit zu streuen. Nur auf Staatsanleihen zu setzen, birgt zunehmend Risiken. An Alternativen zu denken, wird insbesondere für diejenigen wichtiger, die außerdem noch über Altersvorsorgeprodukte wie Rentenversicherungen indirekt in Staatsanleihen investiert sind. Zum anderen bleibt Anlegern nichts anderes übrig, als bis zu einem gewissen Grad höhere Risiken einzugehen.
Viele Privatanleger werden allerdings nicht so leicht dazu in der Lage sein, selbständig ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Für sie bieten sich Fonds an, die breit angelegte Investments tätigen können. Dazu zählen Fonds, die in das ganze Angebot des Anleiheuniversums investieren, also

auch in Pfandbriefe sowie Unternehmens- und Schwellenländeranleihen. Interessant können auch Multi-Asset-Fonds sein, die neben den klassischen Instrumenten Anleihen und Aktien in Devisen, Rohstoffe, Hedgefonds und Immobilien anlegen. Eine ähnliche Produktgattung sind Absolute-Return-Fonds, die in vielfältige Assetklassen investieren, mit dem anspruchsvollen Ziel, in jeder Marktphase positive Erträge zu erwirtschaften. Dies gelingt diesen Fonds allerdings nicht immer. Da der Aufbau eines gut diversifizierten Portfolios eine sehr anspruchsvolle Aufgabe ist, sollten Anleger Produkten den Vorzug geben, deren Management in der Vergangenheit nachweislich erfolgreich gearbeitet hat, und zudem nicht nur auf ein Produkt setzen.
Anleger, die ihre Investments selbständig zusammenstellen wollen, können Fonds und börsengehandelte Indexfonds

mischen, die auf einzelne Marktsegmente wie Investment-Grade-Unternehmensanleihen, Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen setzen. Ergänzt werden sollte dies mit Investments in Sachwerte, also etwa Edelmetalle oder Immobilien.
Als interessante Alternative zu den Anleihen aus den Industrieländern gelten außerdem die auf Landeswährungen lautenden Staatsanleihen aus den Schwellenländern. Derzeit werden zwar die Risiken dieser Assetklasse sichtbar, weil die Schuldenkrise in der Eurozone dazu geführt hat, dass Investoren insgesamt weniger Risikobereitschaft zeigen und deshalb Mittel aus den Schwellenländern abgezogen haben, was die Währungen dieser Staaten unter Druck gesetzt hat. Allerdings werden diese Risiken durch entsprechend höhere Renditen kompensiert. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Schwellenländeranleihen in den zurückliegenden Jahren überdurchschnittliche Erträge gebracht haben. Als Beimischung in einem Portfolio waren sie also lohnenswert.

Schwellenländer-Risiken sind gar nicht so groß

Wichtig für langfristig orientierte Anleger sind die fundamentalen Rahmenbedingungen, die eindeutig für die Schwellenländer sprechen und zeigen, dass die Risiken auf lange Sicht im Vergleich zu den Industrieländern eben nicht so hoch sind. So ist die Staatsverschuldung in den Schwellenländern mit 16 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) deutlich geringer als in den Industrieländern mit 106 %. Ein für 2011 geschätztes Haushaltsdefizit der Emerging Markets von 2,1 % des BIP vergleicht sich mit einem Fehlbetrag der Industrieländer von 6,7 %. Die aufstrebenden Nationen weisen zudem ein deutlich stärkeres Wachstum und wesentlich bessere demografische Strukturen auf. Ferner haben sie große Devisenreserven aufgebaut, die dafür sorgen, dass sie gegen externe Schocks wesentlich resistenter geworden sind. Zwar sind ihre Bonitätsnoten derzeit schlechter als die der Industrieländer. Wichtiger ist jedoch der Trend der vergangenen Jahre, und der zeigt bei den Schwellenländern steil nach oben, während die Bonität der Industrienationen bröckelt.

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Mehr Stellschrauben für das Portfolio
Multi-Asset-Fonds zählen zu den Profiteuren der KriseAber eine Versicherung gegen Verluste sind sie nicht
Multi-Asset-Strategien teilen das angelegte Vermögen über Aktien, Renten und Cash hinaus auch auf alternative Anlageklassen auf und versprechen sicherheitsorientierten Anlegern stabile Erträge bei reduziertem Risiko. Das gelingt Fonds, die sehr breit diversifizieren, allerdings deutlich besser als vielen anderen. Auch hier gilt daher: Anleger müssen bei der Auswahl genau hinsehen.

Von Stefan Paravicini

"Leg nicht alle Eier in einen Korb." So lautet einer der am häufigsten zitierten Ratschläge, der zum kleinen 1x1 für Privatanleger zählt. Doch die Anforderungen an die Diversifikation sind in den vergangenen Jahren - insbesondere seit der ersten Verschärfung der weltweiten Finanzkrise ab Mitte 2007 - enorm gestiegen. Die Volatilität und damit das Risiko haben in vielen Märkten zugenommen. Die Korrelationen zwischen einzelnen Branchen und Märkten sind größer geworden. Sicherheitsorientierte Anleger fragen daher zunehmend nach "Multi-Asset"-Strategien, die neben Aktien, Renten und Cash auch alternative Anlageklassen wie Rohstoffe, Immobilien, Wald und Private Equity in ihrem Investmentprozess berücksichtigen und in das Portfolio einbinden, um die Erträge zu stabilisieren. Sogenannte "Vermögensverwaltende Fonds", die auf mehrere Anlageklassen setzen, verzeichnen daher in der Krise erhebliche Mittelzuflüsse.
"Multi-Asset-Ansätze sind die Königsdiziplin in der Vermögensverwaltung", sagt Christian Kempe, Portfoliomanager beim Frankfurter Family Office Focam. "Es gibt mehr Stellschrauben zur Risikosteuerung - das macht das Management aber auch komplexer." Multi-Asset-Fonds versprechen den Anlegern, die Kombination verschiedener Anlageklassen erfolgreich zu meistern und das Vermögen ertragsstabil zu verwalten. "Der wichtigste Vorteil eines Multi-Asset-Fonds ist der, dass ein Fondsmanager dem Privatanleger die Entscheidung abnimmt, welche Asset-Klassen gerade attraktiv sind", bringt es Christopher Wolter, Analyst der Bad Homburger Agentur Feri Eurorating, auf den Punkt. Statt das Vermögen über verschiedene Einzelinvestments auf die Anlageklassen zu verteilen, soll ein einziger Fonds ausreichen, um das Portfolio zu diversifizieren. Bei der Umsetzung einer Multi-Asset-Strategie auf der Ebene eines

täglich liquiden Fonds ist allerdings zu beachten, dass Investments in illiquide Anlageklassen oft nur indirekt möglich sind.
Das Produktangebot für die Vermögensverwaltung auf Fondsebene ist unübersichtlich. "Multi-Asset-Fonds sind Mischfonds, die mit Blick auf die verschiedenen Anlageklassen flexibel anlegen können", definiert Wolter den Fondstyp. Welche der mittlerweile mehr als 2 000 Mischfonds mit Vertriebszulassung in Deutschland aber auch das Prädikat "Vermögensverwaltend" verdienen, ist für den Anleger nicht transparent. Für die Berliner Ratingagentur Scope Analysis ist neben der Streuung über mehrere Assetklassen dafür entscheidend, dass der Fonds auf der Grundlage eines verbindlich definierten Investmentprozesses verwaltet wird. Außerdem muss das Fondsmanagement nach Ansicht von Sasa Perovic, der die Investmentfondsanalyse bei Scope leitet, ein effizientes Risikomanagement zur Begrenzung der maximalen Verluste vorweisen sowie eine Anlagestrategie, die unabhängig von der Entwicklung von Marktindizes ist. "Am Ende ist entscheidend, ob das Produkt eine Asset-Allokation abbilden kann, also die Aufteilung des angelegten Vermögens auf die verschiedenen Anlageklassen leistet und sie auch aktiv managt", sagt Thomas Engel, Chief Investment Officer der Düsseldorfer Targobank, einer Tochter von Crédit Mutuel.
Doch gerade mit Blick auf den Anlagestil gibt es bei Multi-Asset-Fonds große Unterschiede. "Da sind die Manager, die prognosegestützt und im Vertrauen auf ihre Markterwartungen handeln, es gibt aber auch prognosefreie Ansätze bis hin zu sehr technischen Investmentprozessen, etwa bei Trendfolgemodellen", sagt Feri-Experte Wolter. Die Erfolgsaussichten der unterschiedlichen Stile seien dabei stark vom Marktumfeld abhängig. Eine klare Aussage über die Erfolgswahrscheinlichkeit einzelner Konzepte zu treffen sei nicht möglich.
Auch unabhängig vom Anlagestil bieten Multi-Asset-Strategien kein Allheilmittel, um in volatilen Märkten Verluste zu vermeiden. "Natürlich kann man mit Multi-Asset-Produkten auch Geld verlieren", sagt Targobank-Chefinvestor Engel, dessen Haus nach dem Best-Select-Prinzip nach attraktiven Fonds für seine Kunden sucht. Vor einem Investment in einen Multi-Asset-Fonds sei daher nicht nur zu klären, ob der Kunde überhaupt bereit sei, die Entscheidung über die Asset-Allokation an das Fondsmanagement zu delegieren. Auch das Risikobudget und der Anlagehorizont müssten zum Investmentprodukt passen. "Anleger sollten einen Anlagehorizont von mindestens drei, besser noch fünf Jahren mitbringen", sagt Engel.

Expertise des Fondsmanagers berücksichtigen

Bei der Bewertung der Fondsprodukte achtet er nicht nur auf die Performance: "Wir prüfen Produkt und Fondsgesellschaft zusammen: Wie kommt die Performance zustande, und welche Expertise bringt das Fondsmanagement in den einzelnen Assetklassen mit?", erläutert Engel. Persönlich achte er vor allem auf die Historie und das Verhalten des Managements an bestimmten "Prüfsteinen" der Entwicklungen im Marktumfeld. Der Nutzen von immer neuen Multi-Asset-Produkten sei für den Anleger auch in Ermangelung dieses "Track Record" gering. Vielen Investmentgesellschaften, die das Thema "Multi-Asset" wegen der aktuellen Nachfrage ebenfalls mit Produkten besetzen, mangelt es nach Einschätzung von Experten an der nötigen Erfahrung und den erforderlichen Ressourcen für die erfolgreiche Kombination von Asset-Klassen. Wohl auch deshalb nutzen manche Anbieter von Multi-Asset-Fonds ihre Freiheiten im Fondsmanagement gerade mit Blick auf alternative Anlageklassen häufig gar nicht aus.
Diese Zurückhaltung bleibt allerdings nicht ohne Wirkung. Eine Untersuchung von Scope legt nahe, dass gerade sogenannte "defensive" Multi-Asset-Fonds, die in ihren Möglichkeiten zur Diversifikation begrenzt sind und zu maximal 30 % in volatilen Assets investiert sein dürfen, in der Finanzkrise wenig überzeugende Ergebnisse erzielt haben. So verfehlten mehr als ein Fünftel von 142 Fonds, die
Scope im Sommer einer Prüfung unterzog, in den vergangenen drei Jahren das Ziel des Kapitalerhalts. Ein Viertel verzeichnete über diesen Zeitraum einen maximalen Verlust im zweistelligen Prozentbereich. Etwas mehr als ein Drittel der untersuchten Produkte schaffte im Untersuchungszeitraum den Kapitalerhalt und konnte den "Maximum Draw Down" auf 5 % begrenzen. Nur jeder zehnte Fonds lag nach drei Jahren vor einem hypothetischen Indexprodukt, das sich zu vier Fünfteln aus Renten (gemessen am Index REXP) und zu einem Fünftel aus Aktien (gemessen am MSCI World Index) zusammensetzt.
"Offensiv" ausgerichtete Fonds, die nach der Definition von Scope zwischen 60 und 100 % volatile Assets halten dürfen, erfüllten die Anlegererwartungen in höherem Maße. Fast zwei Drittel wiesen über fünf Jahre eine bessere Performance als ein offensiv ausgerichtetes Indexprodukt mit einer Aktienquote von 80 % aus. Die untersuchten Produkte entwickelten sich in diesem Zeitraum fast identisch zum MSCI World, konnten den Maximalverlust aber auf 34 % begrenzen - das sind rund 15 Prozentpunkte weniger, als der Vergleichsindex in diesem Zeitraum abgeben musste. Für sicherheitsorientierte Anleger lohnt sich die Wahl eines aktiv verwaltenden Multi-Asset-Fonds gegenüber einem passiven Indexprodukt demnach umso mehr, desto stärker der Fonds auch tatsächlich die Chancen von risikoreichen Assets nutzen kann - und das in einem geeigneten Marktumfeld auch tut.

Im Schnitt errechnet sich ein kleines Minus

Das Gesamtbild der Performance von Multi-Asset-Strategien in der jüngsten Krise ist gemischt. Der von Feri berechnete Peergroup-Durchschnitt-Index "FUX DE Mixed Assets Global flexible", der die Entwicklung von Mischfonds abbildet, die die Quoten in den einzelnen Anlageklassen vollständig variieren können, hat in den drei Jahren seit dem Fall der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 pro Jahr im Schnitt 0,6 % verloren. "Ist die schwarze Null die Benchmark, haben Multi-Asset-Konzepte im Durchschnitt enttäuscht. Allerdings sind sehr viele Fonds erfolgreich durch die Krise gekommen", sagt Wolter. Die Ergebnisse aller von Feri berücksichtigten Fonds lagen in den vergangenen drei Jahren zwischen minus 21 % und plus 18 % pro Jahr.
Der Bedarf für Multi-Asset wird nach Ansicht der Branche weiter steigen. "Multi-Asset-Fonds taugen aus unserer Sicht als Core-Produkte fürs Portfolio, auf die Anleger ein großes Gewicht legen sollten", sagt Feri-Experte Wolter. Der Trend zu verstärkter Nachfrage nach Multi-Asset-Ansätzen wird nach seiner Einschätzung weitergehen. "Nicht nur bei Vermögensverwaltenden Fonds, sondern auch bei Mischfonds und Absolute-Return-Konzepten." Auch Sasa Perovic von Scope ist davon überzeugt, dass das Interesse insbesondere von defensiv ausgerichteten Investoren weiter zunehmen wird: "Dennoch sollten sich Anleger im Klaren sein, dass die Strategie dieser Fonds nicht per se den Kapitalerhalt garantiert. Es kommt auf die Qualität der Strategie und vor allem des Fondsmanagements an."

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Interview mit Christian Kempe
"Risikoseite sollte den Ton angeben"
Herr Kempe, warum investieren Sie in Multi-Asset-Strategien?

Um die Portfolios unserer Mandanten im aktuellen Marktumfeld angemessen zu diversifizieren, reichen Investments in Aktien, Renten und Cash - anders als vor fünfzehn Jahren - nicht mehr aus.

Können täglich liquide Fonds auch die Eigenschaften von illiquiden Assets nutzen?

Es gibt manchmal die Möglichkeit, illiquide Assets indirekt auch in einem täglich verfügbaren Portfolio abzubilden. Allerdings müssen sich Anleger darüber im Klaren sein, dass nicht alle Eigenschaften portabel sind. So ist beispielsweise ein Goldzertifikat anders als physisches Gold eine Inhaberschuldverschreibung des Emittenten, die im Krisenfall vielleicht wertlos ist.



Worauf sollten Anleger bei der Wahl von Multi-Asset-Fonds außerdem achten?

Aus meiner Sicht sollte der Investmentprozess des Fonds möglichst prognosefrei sein. Technische und makroökonomische Daten müssen Basis für die Asset-Allokation sein und damit die Verteilung des Vermögens auf die einzelnen Anlageklassen bestimmen. Die Risikoseite sollte dabei den Ton angeben.

Ist mit einem Multi-Asset-Investment das Thema Diversifikation im Portfolio erledigt?

Anleger sollten unabhängig von den konkreten Anlageprodukten nicht zu stark auf ein Szenario setzen - und daher nach Möglichkeit auch nicht nur auf einen Fondsmanager, der eben nur seiner Sicht der Dinge folgen kann. Es geht nicht nur um die Diversifikation von Anlageklassen, sondern auch um die richtige Mischung von Anlagestilen und Philosophien.

Ist Multi-Asset nur für sicherheitsorientierte Privatanleger interessant?

Im Kern von Multi-Asset-Ansätzen steht der Vermögenserhalt mit einem moderaten, stetigen Vermögensaufbau. Es geht also nicht immer um das schnellste Pferd, sondern auch einmal um den lahmen Gaul, der aber die Spur halten kann.


Christian Kempe ist Portfoliomanager beim Family Office Focam in Frankfurt.

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Geschlossene Schiffsfonds in schwerer See
Strukturelles Überangebot verschärft Liquiditätsnöte der ReederKG-Modelle müssen sich verändern
Die Krise der Schiffsfonds hält unvermindert an. Rund ein Drittel der Schiffskreditportfolios der Banken gilt inzwischen als notleidend, die Liquiditätsnöte der Reedereien wachsen entsprechend. Kaufgelegenheiten gibt es in diesem Umfeld vor allem für antizyklische Anleger und Schnäppchenjäger.

Von Gottfried Mehner

Die Perspektive für den Schifffahrtsmarkt ist und bleibt trübe. Sah es in der zweiten Jahreshälfte 2010 kurzzeitig so aus, als würden sich die Charterraten endlich erholen, steht nach einem erneuten Rückgang im laufenden Jahr fest, dass selbst die leisesten Hoffnungen auf eine Stabilisierung des Marktes vergebens gewesen sind. Der Vertrieb von geschlossenen Beteiligungen ist in einem derartigen Umfeld extrem schwierig: Im dritten Quartal brach das Zeichnungsvolumen noch einmal um 69 % auf nur noch 55,9 Mill. Euro ein, und davon bezog sich auch noch rund die Hälfte auf Sanierungsmaßnahmen, also Eigenkapitalnachschüsse, mit denen Anteilseigner die Fonds über Wasser halten mussten.
Dies hat natürlich direkte Rückwirkungen auf das Neugeschäft, denn die enttäuschten Anleger leiden nicht leise und behalten ihren Misserfolg für sich, sondern schalten immer häufiger Fachanwälte ein, um Schadenersatz geltend zu machen oder im Falle einer fehlerhaften Anlageberatung eine Rückabwicklung zu erreichen. Zu erwarten ist in diesem Umfeld ein grausam schlechtes Zeichnungsjahr.
Geschlossene Schiffsbeteiligungen sind unternehmerische Beteiligungen. Dass sich die Branche im zurückliegenden Jahr 2010 für viele überraschend schnell stabilisierte, lag in erster Linie am kollektiven "Slow Steaming", mit dem Reeder den Treibstoffverbrauch nahezu halbieren können. Durch die Langsamfahrt stieg der Bedarf an Schiffen, und die daraus resultierenden Neubestellungen setzen dem Sektor nun aufs Neue zu, denn nun drückt das neue strukturelle Überangebot verstärkt in den Markt. Bei Fracht- und Charterraten besteht daher in den meisten Bereichen keine Chance, das Vorkrisenniveau auch nur annähernd zu erreichen. Somit steuern Tanker, Bulker und die bei den deutschen Anlegern so beliebten Containerfrachter flott ins nächste Wellental, und der Markt ist schwieriger denn je einzuschätzen.

Gigantischer Verdrängungswettbewerb

In den Vorjahren waren Fondsfinanzierer und Charterreeder mit hochspekulativen Bestellungen aufgefallen. Jetzt sind es die Linienreeder, bei denen - angezettelt durch den Weltmarktführer AP Møller-Mærsk - ein gigantischer Verdrängungswettbewerb stattfindet. Die Mærsk Line bestellte in jüngerer Vergangenheit allein 20 Containerriesen mit einer Tragfähigkeit von 18 000 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit), also Standardcontainern, zum Stückpreis von 190 Mill. Dollar.
Aus Sicht des Analysehauses Alphaliner sitzen die Werften dieser Welt auf Schiffsbestellungen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 57 Mrd. Dollar. Dabei stammt ein Volumen von 27 Mrd. Dollar aus Neubestellungen nach der Krise. Keine Bank, das ist dabei zu berücksichtigen, finanziert zurzeit Neubauten ohne Beschäftigungsnachweise bzw. Langfristcharter. Die auf den Markt drängende Neubautonnage verfügt also stets über feste erste Aufträge. Dieses Volumen fehlt dann aber der Bestandsflotte. Dadurch kommen nun die zu absoluten Boomzeiten georderten teuren Schiffe mit entsprechend teuren Finanzierungen

in Schwierigkeiten. Das Sanierungsvolumen der schiffsfinanzierenden Banken schätzt Roland Berger auf 23,7 Mrd. Euro. Dies bedeutet, dass bislang rund ein Drittel des Schiffskreditportfolios der Banken notleidend ist.
Die Banken gehen deshalb inzwischen zu Kombinations-Deals über: Wer ihnen einen Sanierungsfall abnimmt, erhält im Gegenzug betont günstige Konditionen für ein anderes Projekt. Generell aber ist es das Ziel der Schiffsbanken, ihre Risikoaktiva zu reduzieren. Die Liquiditätsnöte der Reeder nehmen dementsprechend weiter zu. In diesem Umfeld sollten antizyklische Investoren und Schnäppchenjäger zu Kaufgelegenheiten kommen. Weil Banken - abgesehen von einigen chinesischen Akteuren, die sich als Exporthelfer für die nationaler Werften verstehen - nach dem dreijährigen Desaster die Taschen zuhalten, sind Reeder auf Finanzierungsalternativen angewiesen. Bislang dominiert in Deutschland das zumeist fondsfinanzierte Ein-Schiffs-Modell, also das "KG-Modell": Rund 440 000 Privatanleger sind über geschlossene Fonds als Kommanditisten an Containerfrachtern, Tankern oder Bulkern beteiligt. Immer weniger Investoren sind nach der tiefen Krise aber dazu bereit, das Risiko einer unternehmerischen Beteiligung neu einzugehen. Der Markt für geschlossene Schiffsfonds hat deshalb sein Vorkrisenniveau nicht annähernd wieder erreicht.
Viele Schiffsbanken scheuen zudem die eigenkapitalbelastenden Wirkungen dieser Finanzierungen nach den verschärften Anforderungen von Basel III. Das verteuert die Kredite und führt zu höheren Eigenkapitalanforderungen. Die Folge sind gravierende Finanzierungslücken bei Reedern. "Der Einstieg amerikanischer Private-Equity-Gesellschaften bietet den deutschen Reedern eine Finanzierungsalternative zu den bisherigen Modellen", heißt es bei der HSH Corporate Finance. Amerikanisches Private Equity sei in Europa bislang vor allem bei griechischen Schifffahrtsgesellschaften wie beispielsweise Euroseas aktiv. Das Negativbeispiel der insolventen Bremer Reederei Beluga mit dem Finanzinvestor Oaktree gelte aus Sicht der US-Investoren als Einzelfall. Das Engagement amerikanischer Private-Equity-Firmen stehe zwar aktuell noch ganz am Anfang, könnte aber mittelfristig "zum Zukunftsmodell" avancieren. Die Renditeerwartungen lägen bei 15 % und mehr. Ein Exit könnte später auch über Börsengänge erfolgen.
Welche Zukunft fondsfinanzierte Modelle haben, ist schwer abzuschätzen. Eine solidere Kalkulation würde in jedem Fall helfen. Die Qualitätsführer der Branche operieren ohne Agio, legen keine überzogenen Fondskonzipierungskosten auf überlange Laufzeit um, damit sie nicht so auffallen, sie arbeiten nicht mit überzogenen Treuhandgebühren und halten auch bei den Vertriebskosten nicht beide Hände auf. Bei solchen Anbietern stimmt immer noch die Rendite. Für konservative Anleger passen Schiffsfonds aber immer weniger.

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Tanker-Fonds unter Wasser
Dr. Peters Gruppe
Für die erfolgsgewöhnten Kunden der Dortmunder Dr. Peters Gruppe ist das ein tiefer Einschnitt gewesen: Ende Oktober musste der Initiator für den DS-Rendite-Fonds Nr. 111 Insolvenz anmelden. Hinter dem Fonds stehen die großen Rohöltanker "DS Performer" und "DS Power", die Dr. Peters vor sechs Jahren im Doppelpack auf den Markt gebracht hatte. In den ersten fünf Jahren war das Geschäft mit den Schiffen dank einer Festcharter der A.P. Moeller-Mærsk-Gruppe gesichert, danach entwickelte sich angesichts der globalen konjunkturellen Abkühlung und der daraus resultierenden nachlassenden Nachfrage nach Rohstoffen wie beispielsweise Rohöl eine wirtschaftliche Schieflage. Berichten zufolge verdienten die Schiffe zuletzt statt der geplanten 24 000 Dollar nur noch etwas mehr als 5 100 Dollar pro Tag - zu wenig, um die Schiffsbetriebskosten sowie Zins und Tilgung zu decken. Knapp 1 200 Anleger hatten zum Fondsvolumen von rund 114 Mill. Euro insgesamt 44,7 Mill. Euro beigesteuert. Ihnen droht nun schlimmstenfalls der Totalverlust.




Thorsten Kramer

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China öffnet sich den Bondinvestoren
Guggenheim startet ersten Indexfonds auf Yuan-Anleihen Risikobewusste Anleger sollten sich ein Engagement gut überlegen
Die Zulassung des ersten börsennotierten Indexfonds auf Yuan-Anleihen lässt aufhorchen, zumal Anbieter bereits die Einführung weiterer Produkte planen. Doch es gibt einige Faktoren, die eher dafür sprechen, dass speziell Privatanleger nicht zu den Investoren der ersten Stunde zählen müssen.

Von Norbert Hellmann

Chinas Aufstieg zur weltwirtschaftlichen Führungsmacht erfolgt noch immer vor dem Hintergrund einer gewissen Anonymität der eigenen Währung. Der Renminbi, kurz Yuan genannt, ist nicht frei konvertibel, weshalb er im Konzert der internationalen Devisenmärkte noch eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Das soll sich allerdings nach dem Willen Chinas ändern, und die Weichen dafür sind mit der Förderung eines Yuan-Offshore-Marktes in Hongkong zur Erschließung der Währung für grenzüberschreitende Handelstransaktionen und zur Kapitalmarktfinanzierung von Unternehmen mit China-Geschäft gestellt.
In diesem Jahr ist der Markt für in Hongkong begebene und gehandelte Yuan-denominierte Anleihen, sogenannte Dim-Sum-Bonds, richtig in Fahrt gekommen und wird nun auch von westlichen Investoren als Assetklasse wahrgenommen. So beginnt die internationale Anlegergemeinde den Charme einer Währung zu entdecken, die eine bemerkenswerte Härte und Stabilität an den Tag legt. Von der People's Bank of China eng an der Leine geführt, hat China die direkte Anbindung an den Dollar im Jahr 2005 aufgegeben. Auf dem Rücken einer immer stärkeren Wirtschaft konnte der Yuan in den vergangenen fünf Jahren um fast 30 % gegenüber dem Dollar zulegen.
Der Trend einer kontrollierten Aufwertung des Yuan gegen den Dollar scheint ungebrochen und weckt auch das Interesse privater Anleger. Denn die Möglichkeiten, auf eine Aufwertung der chinesischen Währung zu spekulieren, sind mit der rapiden Ausdehnung des Offshore-Yuan-Bondmarktes in Hongkong mittlerweile gegeben. Seit über einem Jahr können ausländische Investoren Yuan-Bonds in Hongkong ohne nennenswerte Beschränkungen kaufen, das Angebot ist freilich noch sehr limitiert.
Wurden im gesamten Jahr 2010 Dim-Sum-Emissionen über eher magere 36 Mrd. Yuan (gut 4 Mrd. Euro) gezählt, hat sich das Volumen im laufenden Jahr auf mehr als 130 Mrd. Yuan gesteigert. Und mittlerweile sind es nicht mehr nur ausländische Unternehmen wie etwa Caterpillar, McDonald's, Tesco, Unilever oder Volkswagen, die sich teils aus Prestigegründen, teils wegen eines tatsächlichen Mittelbedarfs an Yuan-Finanzierungen in den Hongkonger Markt begeben. Auch chinesische Adressen sind mit von der Partie, nachdem die Regierung chinesischen Staatsunternehmen und den Großbanken grünes Licht gegeben hat, sich im begrenzten Umfang von 50 Mrd. Yuan in diesem Jahr auch im Offshore-Bondmarkt zu refinanzieren. Das Volumen ausstehender Dim-Sum-Bonds liegt mittlerweile bei knapp 200 Mrd. Yuan. Damit scheint eine kritische Masse erreicht, die auch westliche Asset Manager dazu animiert, Yuan-Titel nicht nur zur Beimischung ihrer Schwellenländerfonds zu verwenden, sondern als eigene Produktkategorie zu vermarkten.
Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, DWS, ist beispielsweise bereits mit dem DWS Invest China Bonds am Start, einem Produkt, das auf 25 bis 50 Anleihen chinesischer Emittenten sowie Yuan-denominierte Titel ausländischer Adressen setzt, die mindestens ein Investment-Grade-Rating aufweisen. Auch Allianz Global Investors bietet mit dem neuen Fondsprodukt Allianz RCM Renminbi Currency einen Zugang zu Anlagen im Yuan.
Besonders hellhörig dürften Yuan-Interessenten bei der Nachricht werden, dass der Asset Manager Guggenheim den Markt mittlerweile reif genug wähnt, um erstmals einen Exchange Traded Fund (ETF) auf Yuan-Unternehmens- und Staatsanleihen anzubieten. Weitere US-Gesellschaften haben entsprechende Anträge bei der US-Wertpapieraufsicht SEC zur Zulassung von Yuan-ETF gestellt. Sie halten das Volumen der ausländischen Investoren zugänglichen Yuan-Anleihen für ausreichend, um die Auflage von Indexfonds zu ermöglichen, was als ermutigendes Signal gewertet werden kann. Schließlich müssen ETF jederzeit handelbar sein und bedürfen der Einschaltung von Market Makern, die für genügend Liquidität sorgen. Bei aller Euphorie über die Entwicklungschancen des Yuan-Bondmarktes sollte allerdings nicht übersehen werden, dass es sich um ein Segment handelt, das trotz rapiden Wachstums in den vergangenen 15 Monaten noch in den Kinderschuhen steckt und zahlreiche Unwägbarkeiten aufweist. Sie hängen mit der noch sehr spärlichen Liquidität und den Schwierigkeiten einer Weiterverwendung von Yuan-Geldern außerhalb Hongkonger Offshore-Welten zusammen.
Dazu muss man wissen, dass die chinesische Regierung mit Blick auf die Erfahrungen in anderen asiatischen Schwellenländern nichts mehr fürchtet als den unkontrollierten Zustrom von spekulativen Geldern (Hot Money), die sich destabilisierend auf die chinesische Wirtschaft auswirken. Entsprechend begrenzt sind auch die Möglichkeiten der Emittenten, im Offshore-Yuan-Markt aufgenommene Mittel nach China zu schleusen, bzw. der Investoren außerhalb des Hongkonger Marktes, Verwendung für den Yuan zu finden.

Rendite wird Risiken nicht gerecht

Die Barrieren für den Kapitaltransfer zwischen Hongkong und dem chinesischen Festland führen aber dazu, dass es außerhalb einer Festgeldanlage praktisch keine Investitionsmöglichkeiten für die rasch akkumulierten Yuan-Gelder gibt. Entsprechend dankbar greifen die Investoren trotz der eigentlich dürftigen Konditionen bei den Yuan-Festverzinslichen nach jedwedem Titelangebot, das einen Schnaps mehr als das Festgeld bringt. Das heißt aber auch, dass in Hongkong eine Preisbildung stattfindet, die die Bonitätsrisiken von Regierungs- wie Unternehmensemittenten stark unterzeichnet. Die aus Sicht der Emittenten attraktiven Niedrigrenditen für Yuan-denominierte Papiere erklären wohl auch den diesjährigen Emissionsboom bei Dim-Sum-Bonds seitens ausländischer Firmen mit China-Geschäft. Sie sehen den Dim-Sum-Markt als günstige Chance, zu verzerrten Konditionen Yuan-Mittel aufzunehmen, die sie als Direktinvestoren dann auch tatsächlich aufs chinesische Festland schleusen dürfen.
Anleger, die sich im Yuan-Anleihenmarkt tummeln möchten, sollten sich also dessen bewusst sein, dass die gegenwärtige Nachfrage-Angebot-Konstellation tendenziell zu niedrigen Renditen führt, die sich nur mit einer sehr nachhaltigen Aufwertung des Yuan ausgleichen lassen. Gleichzeitig darf man sich die Frage stellen, ob es im Falle einer stetigen Vertiefung des Marktes nicht zur Angleichung der Renditen kommen muss, sodass sich diese wieder stärker an der Emittentenbonität und dem Rating orientieren. Früheinsteiger im Yuan-Bondmarkt würden dann, wenn man so will, eine Seltenheitsprämie zahlen, deren Einebnung keine sonderlich gute Performance ihrer Rentenanlagen in Aussicht stellt.
Auch was die Chance auf Partizipation an Währungsgewinnen angeht, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es Risiken gibt. Das Interesse an Yuan-denominierten Bonds wird Analysten zufolge in erster Linie von den stabilen Aufwertungserwartungen und einem steigenden Bedürfnis nach einer Diversifizierung weg vom US-Dollar, aber nicht hin zum krisengeschüttelten Euro erklärt. Der Yuan weist denn auch in der Tat die mit Abstand beste Performance unter den Währungen asiatischer Schwellenländer auf. Gleichzeitig wird die niedrige Korrelation der Yuan-Bonds mit anderen Assetklassen - insbesondere Dollar-Anlagen oder asiatische Aktien - als Diversifizierungsargument hervorgehoben. Da das Yuan-Fixing in Hongkong nicht den Referenzsätzen der stets interventionsbereiten People's Bank of China unterliegt, sind aber heftigere Schwankungen möglich. Wird der vermeintlich stabile Aufwertungstrend des Yuan unterbrochen, kann dies entsprechende Volatilität in den Dim-Sum-Bondhandel bringen.
Dass sich der Yuan-Markt nicht gerade als Safe Haven eignet, zeigte sich vor allem im an Börsentumulten reichen September. Angesichts des dünnen Handelsvolumens im Dim-Sum-Markt, der von Investoren geprägt ist, die dazu neigen, die Titel bis zur Endfälligkeit zu halten, erweist sich die Bewertung der Bonds in unruhigen Marktzeiten als besonders haarig. Die zeitweilige Abverkaufswelle von DimSum-Bonds wurde nicht zuletzt von Hedgefonds angeheizt. Sie hatten im Offshore-Markt Dollar in Yuan getauscht und in Dim-Sum-Titel angelegt und dabei ihr Währungsrisiko mit Derivaten abgesichert. Die Schwankungen des Yuan am Handelsplatz Hongkong erschwerten indes die Absicherung der Positionen und führten letztlich zum schnellen Rückzug der Hedgefonds.

Nur ein sehr schmaler Ertrag

Analysten der HSBC haben den bis August errechneten Total Return für Dim-Sum-Bonds auf Basis von Kurs- und Währungsgewinnen sowie Kuponerträgen bei 4,5 % angesiedelt, um dann festzustellen, dass er binnen weniger Wochen auf 1,2 % zusammenschrumpfte. Inzwischen hat sich der Markt wieder erholt, aber die heftige Volatilität des Yuan-Marktes sollte risikoaversen Anlegern zumindest zu denken geben. Selbst die fundamental zu erwartende Aufwertung des Yuan ist in Zeiten einer abkühlenden Konjunktur in China keine feste Größe. Von Mitte 2008 bis Mitte 2010, als die chinesische Wirtschaft von der weltweiten Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen wurde, ließ die chinesische Regierung in Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie die Aufwertung des Yuan effektiv unterbinden. So war für einen Zeitraum von zwei Jahren ein weitgehender Stillstand zu beobachten.
Wenn der chinesischen Konjunktur über die bereits zu beobachtende Abkühlung hinaus schwereres Ungemach droht, kann man sich zumindest ausmalen, dass die Aufwertungstendenz des Yuan erst einmal zum Erliegen kommt. Dann aber sind tendenziell schwach verzinste Yuan-Bonds wirklich nur noch für Investoren geeignet, die sehr dezidierte Diversifikationseffekte mit einer neuen Assetklasse wollen und so auf ihre Kosten kommen.

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Dim-Sum-Bonds
Verzerrte Strukturen und niedriger Zins
China hat in diesem Jahr mit Regierungsanleihen über 20 Mrd. Yuan zweifelsohne Leben in den Hongkonger Bondhandel gebracht: Damit wurde der Umlauf an staatlichen Dim-Sum-Bonds mehr als verdoppelt. Zuvor war China nur zweimal (2009 und 2010) mit Yuan-Emissionen in Hongkong über 6 Mrd. bzw. 8 Mrd. Yuan vorstellig geworden. Für die nach neuem Material lechzenden Investoren - und das sind in erster Linie nicht ausländische Adressen, sondern Hongkonger Banken, Asset Manager und Privatanleger - ist die fünffach überzeichnete China-Anleihe nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Wie eng es auf dem Yuan-Anleihenmarkt zugeht, zeigte sich bei der 5 Mrd. Yuan schweren fünfjährigen China-Tranche, die bei der Begebung eine Rendite von nur 1,4 % mit sich führte. Kurz davor aber hatte China fünfjährige Anleihen im heimischen Markt zu 3,9 % Rendite abgesetzt. Hier zeigt sich also eine ungewöhnliche Diskrepanz beim Pricing von Staatstiteln mit der exakt gleichen Bonität, die nicht gerade für die Reife des Hongkonger Marktes spricht. Die verzerrten Nachfragestrukturen haben einen triftigen Grund: Seit Mitte 2010 ist es zu einer Liberalisierung des Hongkonger Bankenmarktes gekommen, mit dem Resultat, dass Private und Institutionelle Konten im Yuan führen können.
Norbert Hellmann

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Die härteste Währung der Welt
Diamanten gefallen durch hohe Wertbeständigkeit Sie gehören aber nicht in jedes Portfolio
Angesichts der ausufernden Schuldenkrise haben immer mehr Anleger Sorge vor einer sehr unsicheren wirtschaftlichen Zukunft verbunden mit anhaltend volatilen Finanzmärkten und suchen deshalb nach sicheren Investments. Diamanten als härteste Währung der Welt kommen in dieser Situation für weite Investorenkreise in Betracht.

Von Kai Johannsen

Ein Investment in Diamanten gilt als solide. Sie zeichnen sich durch hohe Wertbeständigkeit, gute Performance und Diversifikationseigenschaften aus. Damit ist auch schon der erste Aspekt dieser Kapitalanlageform angesprochen: die Langfristigkeit. Diamanten eignen sich nicht als kurzfristige Spekulationsobjekte.


Vor einem Investment müssen sich Interessierte allerdings umfassend mit der Materie befassen. Denn Diamanten sind nicht für jeden geeignet (vgl. Text auf Seite 35). Doch welche Steine kommen überhaupt für eine Anlage in Frage, worauf müssen Anleger achten? Klassifiziert werden Diamanten über die sogenannten vier C: Carat (Gewicht), Cut (Schliff), Clarity (Reinheit) und Colour (Farbe). Das Gewicht eines Steins wird in Karat angegeben (1 Karat = 0,2 Gramm). Gehandelt werden die Steine ab 0,01 Karat aufwärts. Marktgängige Steine werden in etwa bis zu 11 Karat gehandelt. Hier hat man es bei den besten Qualitäten mit Preisen von 2,5 Mill. bis 3 Mill. Dollar für einen einzelnen Stein zu tun.
Unter Cut zusammengefasst werden die Schliffform (Shape), das Größenverhältnis (Proportion) und die Schliffausführung (Polish). Bei der Graduierung von Diamanten wird unter anderem die Schliffform bestimmt. Am häufigsten vertreten ist der sogenannte Brillantschliff. In dieser Form sind 95 % aller Diamanten geschliffen. Ein runder Diamant, der als Brillant geschliffen wurde, hat 24 Facetten (Schliffflächen) im Unterteil und 32 Facetten sowie eine sogenannte Tafel (größte Facette) im Oberteil. Der Brillant ist nicht nur die gebräuchlichste Schliffform, sondern auch die am höchsten bewertete unter den traditionellen Schliffen. Das Größenverhältnis ist ursächlich für die Stärke der Lichtreflexionen und damit die Wirkung des Diamanten. Die Proportionen beziehen sich auf das Verhältnis zwischen der Größe der Tafel und den Winkeln im Ober- und Unterteil. Bei idealen Größenverhältnissen wird das einfallende Licht total reflektiert. Die handwerkliche Leistung des Schleifens wird als Schliffausführung bezeichnet. Hierbei wird gefordert, dass alle Facetten in genauer symmetrischer Anordnung ausgeführt sind und die Facettenkanten jeweils in einem Punkt zusammenlaufen. Für die Preise von Brillanten gilt: Je besser die Proportionen gewählt sind und je präziser die Schliffausführung ist, desto höher ist der Preis des Steins. Die preisliche Bedeutung der Schliffqualität wird der Bedeutung von Reinheit und Farbe gleichgesetzt.
Bei der Clarity (Reinheit) wird bestimmt, wie deutlich erkennbar die sogenannten Einschlüsse sind. Dabei handelt es sich um Verunreinigungen in Form von Staub-/Schmutzpartikeln oder auch Gold. Diamanten gelten als lupenrein (internally flawless), wenn ein Gutachter sogar mittels Mikroskop bei zehnfacher Vergrößerung keine Einschlüsse feststellen kann. Aber auch äußere Merkmale an einem Stein werden berücksichtigt. Diese können natürliche Eigenschaften oder Bearbeitungsfehler sein. Ein Stein gilt als flawless (makellos, lupenrein) wenn er sowohl innen als auch außen als einwandfrei beurteilt wird. Es gibt insgesamt elf Abstufungen hinsichtlich der Grade von Einschlüssen. Auf den untersten drei Stufen sind die Einschlüsse bereits mit bloßem Auge erkennbar. Als Investment kommen laut Experten nur Steine in Frage, die lupenrein (internally flawless/flawless; IF/F) sind, nur sehr, sehr kleine Einschlüsse (Grade VVS1 und VVS2, Very Very Small Inclusions 1 und 2) oder sehr kleine Einschlüsse 1/2 (VS1, Very Small Inclusions 1/2) aufweisen.


Nur überdurchschnittliche Qualität ist interessant


Das vierte C steht für Colour (Farbe). Bei der Farbe eines Steins geht es um die Bestimmung von unterschiedlichen Graden der Farbe Weiß, es werden Farbsättigungen definiert. Im internationalen Diamantgeschäft haben sich die Farbbezeichnungen des Gemological Institute of America (GIA) durchgesetzt, einem Zertifizierer von Diamanten mit international sehr hohem Renommee. Die Farbskala reicht von D bis Z, marktgängige Steine finden sich zumeist im Bereich von D bis O. D steht dabei für hochfeines Weiß+, E für hochfeines Weiß, F für feines Weiß+, G für feines Weiß und H für Weiß. Danach (I bis O) werden die Tönungen nach dem Sättigungsgrad abgestuft. Unter Wertsicherungsaspekten raten Experten nur zu den höherwertigen Farbgraden D bis G. Bei den sich anschließenden Farbgraden weisen die Steine gelbliche oder bräunliche Tönungen auf.
Angesichts dieser Klassifizierungen und vielfältiger Ausprägungen der vier C gibt es eine große Anzahl von Kombinationen und damit Qualitäten von Steinen. Doch in welche Steine sollten Anleger letzten Endes investieren, wenn es um eine langfristige Wertsicherung von Kapital geht? "Nur überdurchschnittliche Qualitäten eignen sich für eine nachhaltige Vermögenssicherung. Der Investor hat offenkundig nichts davon, wenn er in Steine investiert, die wenige Dollar kosten und schon im Bereich von Modeschmuck Einzug halten", sagt Ulrich Freiesleben, Rohdiamantenhändler an der Diamantenbörse im belgischen Antwerpen. Auf überdurchschnittliche Qualitäten sollten Anleger deshalb bei den Farben (Grade D bis G) und bei den Reinheiten achten. Die Reinheitsgrade des Steines sollten im Bereich "lupenrein" bis "sehr kleine Einschlüsse" (IF/F bis VS 1/2), d.h. auf den ersten vier/fünf Stufen der elfstufigen Skala sein. "Im Bereich der Brillanten eignen sich Steine ab dem Halbkaräter aufwärts für eine Vermögensanlage. In Abhängigkeit von der jeweiligen Investitionssumme empfiehlt sich auch eine Mischung von unterschiedlichen Größen. Zu einem großvolumigen Portfolio sollten dann aber auch Brillanten in Spitzenqualitäten ab zwei Karat aufwärts gehören. Hier sprechen wir aber von Portfoliovolumina, die gut und gern im mittleren sechsstelligen Dollarbereich beginnen", sagt Freiesleben (siehe Interview auf Seite 36. Allerdings gibt es Diamanten auch schon für das kleinere Depot. Ein lupenreiner (IF) Halbkaräter mit "excellent" bewerteten Schliffformen der Farbe H kostet derzeit rund 2 250 Euro. Bei der Farbe D sind es bei ansonsten gleichen Qualitätsmerkmalen für den Stein rund 4 200 Euro.
Doch wie können Anleger überhaupt herausfinden, wie die Beschaffenheit eines Steines ist? Anleger sollten laut Experten darauf achten, dass sie nur Steine kaufen, die mit einem Zertifikat eines renommierten gemmologischen Instituts versehen sind. Die Expertisen des GIA verfügen weltweit über die höchste Akzeptanz und Reputation. In Europa sind es die Expertisen des "Hoge Raad voor Diamant" in Antwerpen. Das Zertifikat ist entscheidend beim Kauf und späterem Wiederverkauf. Das Zertifikat ist eine Art Pass des Diamanten. Hier sind die Schliffform und die Abmessungen des Steins festgehalten. Das Zertifikat enthält zudem Angaben über das Gewicht des Steins, den Farbgrad, den Reinheitsgrad und die Graduierung der Schliffform. Weitere Informationen gibt das Zertifikat zu der Schliffausführung, den Symmetrieeigenschaften und der Fluoreszenz des Steins. Bei den Schliffausführungen sollten Anleger darauf achten, dass die Einstufung mindestens "Very Good", besser aber "Excellent" ist. "Good" - die dritte von fünf Graduierungen - gilt im Diamantenhandel als nicht gut genug. Jeder Stein ist somit eindeutig klassifiziert. Jeder Stein hat außerdem eine weltweit nur einmal vorkommende Identifikationsnummer. Sie ist im Zertifikat vermerkt und findet sich auf der sogenannten Rondiste des Brillanten - quasi die Äquatorlinie des Steins.

Sie wird per Laser auf den Stein gebracht. Damit sind Zertifikat und Stein eindeutig zuordenbar.


Das Angebot wird knapp


Die Aussichten des Diamantenmarktes werden für die kommenden Jahre von Experten optimistisch beurteilt. Im Wesentlichen wirken vier Faktoren auf den Markt. Das Minenangebot kann nicht mehr mit der Nachfrage Schritt halten. Viele Minen sind bereits ausgereizt, zum Beispiel in Südafrika und Australien. Neue Minen bedeuten für die Explorationsunternehmen sehr hohe Kosten, die eher gescheut werden. Und selbst wenn eine neue Mine entdeckt wird und letzten Endes Steine zu Tage gefördert werden, dauert der Prozess, bis die Steine letztlich auf den Markt gelangen, fünf bis zehn Jahre. Von der Angebotsseite besteht am Diamantenmarkt somit eine Knappheitssituation. Auf der Nachfrageseite wirken die sich rasant entwickelnden Mittel- und Oberschichten der aufstrebenden Volkswirtschaften, wie China oder Indien. Die Bevölkerungsgruppen dieser Länder sind traditionell sehr viel schmuckaffiner als beispielsweise Deutsche. Hier entsteht ein sehr großer Markt für die Schmuckindustrie. Experten erwarten, dass China und Indien in zehn Jahren die Nachfragevolumina der USA erreicht haben werden, die derzeit einen Weltmarktanteil von 50 % am Diamantschmuckmarkt haben. Hinzu kommt die Nachfrage nach Investmentdiamanten, die nicht zuletzt von den geopolitischen Unruhen in arabischen Ländern und der Schuldenkrise in Europa, aber auch in den USA gespeist wird. Diese Schuldenkrise ist aufgrund der nach wie vor ungelösten Situation und der nicht absehbaren Folgen für die Weltwirtschaft aber auch ein großer Risikofaktor.

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Investoren
Vor allem für Vermögende
Diamanten gelten vielen Anlegern als interessantes Investment. Sie kommen aber keinesfalls für jeden in Frage. Diamanten werden von Experten nicht als Spekulationsobjekt angesehen, sie sind eine langfristige Anlage. Sie müssen zudem zur Gesamtvermögenssituation des Anlegers passen. Experten raten dazu, dass der Anteil des Nettogesamtvermögens (Finanzvermögen und reale Assets abzüglich Verbindlichkeiten), der in Diamanten investiert wird, 20 % nicht überschreiten sollte, und zwar aus Gründen der Absicherung und der Diversifikation.
Für diesen Investor kommen Diamanten in Frage: Angestellter, 55 Jahre, bezahlte Wohnimmobilie über 750 000 Euro, bezahlte Ferienimmobilie über 350 000 Euro, 375 000 Euro Jahresbruttoeinkommen, Finanzvermögen aus Aktien, Anleihen, Gold über 500 000 Euro, diverse Kapitallebensversicherungen, Antiquitäten, Kunst. Termingelder über 75 000 Euro. Keine Kredite.
Für diesen Investor kommen Diamanten nicht in Frage: Angestellter, 33 Jahre, Jahresbruttoeinkommen 60 000 Euro, Besitzer einer Immobilie über 320 000 Euro mit offenstehender Hypothek in Höhe von 80 %, Kapitallebensversicherung in Höhe von 50 000 Euro (10 % angespart), sonstiges Finanzvermögen:
4 000 Euro in Aktien, 2 500 Euro Sparbuch, neuer Riester-Vertrag, 7 500 Euro Schuld in offenen Ratenkrediten.
Kai Johannsen

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Interview mit Ulrich Freiesleben
"Reale Assets zum Wohlfühlen"
Herr Freiesleben, Sie sind Anfang September mit dem Onlineportal diamondax.com für Diamanten gestartet. Welche Investoren nehmen über das Portal Kontakt zu Ihnen auf?

Es sind Personen, die für ihr Geld einen Gegenwert wollen, und zwar einen, den sie in dem Geld selbst nicht mehr sehen bzw. befürchten, dass Geld ihn nicht mehr haben wird - zu welchem Zeitpunkt auch immer. Es sind Personen, die sich mit realen Assets wohlfühlen. Viele haben Gold in physischer Form, und das nicht erst seit der Schuldenkrise. Wir sprechen nicht über luxusverliebte Personen. Der Investorenkreis, der auf uns zukommt, würde eher 20 000 Euro für Diamanten ausgeben als 5 000 Euro für

Schmuck.

Welche Investoren kommen konkret auf Sie zu?

Der Löwenanteil der Interessierten kommt aus der Generation 45 +. Hier sehen wir auch die Zielgruppe. Die Investitionssumme liegt in der Bandbreite von 800 Euro bis 100 000 Euro. Der Favorit bei den Anlegern ist derzeit der Einkaräter. Etwas überrascht hat uns der hohe Frauenanteil: Er liegt über Informationsanfragen und tatsächliche Käufe hinweg betrachtet bei rund 40 %. Viele Investoren interessieren sich zunächst für einen Testkauf und fangen dementsprechend mit einer kleineren Summe an. Sie wollen ein Gefühl dafür entwickeln, wie die Anlage vonstattengeht.

Stellen Sie ein besonders hohes Informationsbedürfnis bei den Anlegern fest?

Ohne Frage stellen wir ein Informationsbedürfnis fest, aber es ist nicht so hoch, wie wir vermuteten. Man merkt, dass sich die Anleger mit der Materie auseinandergesetzt haben. Viele Aspekte werden als Selbstverständlichkeit eingestuft, so zum Beispiel die Vorkasse. Aber auch Fragen des Rückverkaufs erworbener Diamanten kommen weit weniger häufig vor als zunächst gedacht. Viele wollen einfach wissen, wie man das Investment im Diamantenmarkt umsetzt, also das reine "Doing".

Ulrich Freiesleben ist Händler an der Diamantenbörse von Antwerpen.

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Zinszertifikate geben dem Portfolio Halt
Baustein für mehr StabilitätFremdwährungsprodukte als Renditetreiber
Die Schuldenkrise setzt Europas Gemeinschaftswährung zu. Mit einem Investment in Fremwährungszertifikate können Anleger, die auf der Suche nach Alternativen zu Aktien und Anleihen sind, von der Misere profitieren und somit zumindest dem eigenen Portfolio etwas mehr Stabilität geben.

Von Armin Schmitz

Sinnbildlich gesprochen haben viele Sparer derzeit Tränen in den Augen, wenn sich ihr Blick auf die Aushänge in den Banken richtet. Die dort aufgeführten Zinssätze für Schatzbriefe, Tages- oder Festgeld sind - gelinde gesagt - mager. Anleger können damit in aller Regel nicht einmal die Inflation ausgleichen. So stieg die Teuerungsrate im September auf 2,6 %, das höchste Niveau in den zurückliegenden drei Jahren. Kunden, die beispielsweise bei der Deutschen Bank zurzeit einen Betrag zwischen 2 500 und 100 000 Euro für zwölf Monate anlegen möchten, bekommen dafür derzeit aber lediglich 2,0 %. Die sogenannte Top-Zinsanlage, mit der die Commerzbank zurzeit umfassend wirbt, um neue Kunden zu gewinnen, wirft für denselben Zeitraum lediglich 2,1 % ab.
Für Privatanleger schafft das enorme Probleme. Mal abgesehen davon, dass sich laut einer Umfrage von Infratest zwar zwei Drittel von ihnen Investments in Wertpapiere vorstellen können, die meisten Gelder aber als Tages- oder Festgelder angelegt worden sind, bestehen aktuell natürlich erhöhte Risiken für Investoren - und zwar nicht zuletzt selbst bei den bis dato als absolut sicher eingestuften Staatsanleihen. Dies erfordert mehr denn je eine breite Streuung der Anlagegelder.
Eine Alternative können sogenannte Zinszertifikate sein. Als Referenzzinssätze dienen diesen Produkten in der Regel die jeweiligen Tagesgeldzinssätze der Zentralbanken. Ein Vorteil dieser Zertifikate ist, dass Anleger die zeitlich anfallenden Zinsen vollständig vereinnahmen, denn diese Papiere steigen täglich um den anfallenden Zinsbetrag. Allerdings unterliegt der Zertifikatekurs mitunter hohen Schwankungen, weil die Zinssätze nicht festgeschrieben sind und somit vom aktuellen Zinsniveau beeinflusst werden.
Zeichner von Fremdwährungszertifikaten haben häufig die Chance, von einem höheren Zinssatz als im Euroraum zu profitieren. Zusätzlich dürfen sie auf Währungsgewinne hoffen. Beachtlich entwickelte sich in den vergangenen Monaten beispielsweise der Australische Dollar. Dadurch

addierte sich bei dem Australischer Dollar Zins Zertifikat (DE0009187401) der Royal Bank of Scotland zum Zinssatz von 4,89 % noch ein positiver Währungseffekt in Höhe von 6,8 % zu einem Zuwachs von mehr als 11 % für die vergangenen zwölf Monate. Ähnlich gut entwickelte sich das Neuseeländischer Dollar Zins Zertifikat (NL0000412047) desselben Anbieters, das dank der Aufwertung der Devise auf Jahressicht einen Ertrag von 11,2 % einbrachte.

Wachsendes Angebot

Läuft es am Devisenmarkt allerdings in die andere Richtung, so wie beim südafrikanischen Rand, der auf Sicht eines Jahres rund 11% an Wert einbüßte, können die mit einem Fremwährungszertifikat verbundenen Zinszahlungen das Minus gegebenenfalls noch mehr als ausgleichen. Deshalb erreichte das Südafrikanischer Rand Zins Zertifikat (DE0009185561) der Royal Bank of Scotland immerhin noch eine Rendite von etwas mehr als 4 %. Neben dem britischen Institut nahmen in den vergangenen Monaten auch andere Emittenten wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank Fremdwährungszinszertifikate in ihr Angebot auf, sodass Anleger nun auch zwischen einzelnen Produktanbietern diversifizieren können.
Anlegern, die jedwedes Währungsrisiko vermeiden wollen und angesichts der Entwicklung der Teuerung trotz der jüngsten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank tendenziell steigende Zinsen erwarten, bietet sich das Tagesgeld XXL Zertifikat der Royal Bank of Scotland (DE000AA01PQ7) an. Grundlage des Papiers ist der Drei-Monats-Euribor, der quartalsweise festgestellt wird. Die Zinserträge werden dem Zertifikatkurs auf täglicher Basis gutgeschrieben. Der Euribor, der Zinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft, ist seit April des vergangenen Jahres von 0,69 % auf jetzt rund 1,6 % gestiegen. Dank dieser Bewegung verzeichnete das Zertifikat in den vergangenen zwölf Monaten einen Gewinn von 0,8 %.
Eine weitere Alternative ist das Zertifikat auf den Sechs-Monats-Total-Return-Swap-Index von Vontobel (DE000BVT46R6), das den Sechs-Monats-Swap-Index abbildet. Dieser besteht aus einem Korb aus Zinssatzswaps mit konstanter Restlaufzeit. Aus dem festen Zahlungsstrom hat Vontobel ein synthetisches Geldmarkt-Investment konstruiert mit der gewünschten Restlaufzeit von sechs Monaten. Das Produkt erwirtschaftet fortlaufend den kurzfristigen Sechs-Monats-Euribor. In den vergangenen zwölf Monaten erreichte das Zertifikat ein Plus von 0,5 %, über den Dreijahreszeitraum liegt der Wertzuwachs bei respektablen 3,7 %.
Mit dem Euro-Tagesgeld-Indexzertifikat (DE000MQ2EUR5) bietet die australische Macquarie ein Geldmarktprodukt an, in dem es ein Teil seines Fundings mit einpreist. Der von der Bank selbst berechnete Index bildet den Eonia-Zinsatz zuzüglich eines Aufschlags in Höhe von anfänglich 0,25 % jährlich ab. Die Höhe des zusätzlichen Prozentsatzes des Produkts wird in dreimonatigen Abständen neu bestimmt. Am letzten Geschäftstag in den Monaten März, Juni, September und Dezember wird der Aufschlag für die nächste Periode festgestellt. Einen Abschlag wird es nicht geben. Der Stand des Index und der Geld- und Brief-Kurs werden jeweils einmal täglich festgelegt. Das Produkt ist ohne Laufzeitbegrenzung. Der Emittent kann aber das Produkt mit einer Frist von einem Monat zu jedem letzten Bankarbeitstag eines Kalenderquartals, erstmals aber zum 31. März 2012, kündigen.

Erst fest, dann variabel

Das Best Tagesgeld Zertifikat der HypoVereinsbank (DE000HV5VS61) partizipiert an der Entwicklung eines Performance-Index, der die Entwicklung der fünf höchsten Tagesgeldsätze von Banken nachbildet. Im ersten Kalendermonat erhält der Anleger einen festen Zins von 4,25 %.

Danach wird monatlich aus den fünf Anbietern mit den höchsten Tagesgeldsätzen ein Durchschnitt ermittelt. Der monatlich festgestellte Tagesgelddurchschnitt wird täglich mit dem aktuellen Eonia-Satz verglichen. Vom niedrigsten Wert werden 0,3 % als Indexkosten abgezogen. Daraus ergibt sich der für den jeweiligen Tag gültige Zins des Zertifikats. Die Maximal-Verzinsung ist auf den aktuellen Eonia abzüglich 0,3 % begrenzt.

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Denkmalschutz hilft Steuern sparen
Sanierung alter Immobilien eröffnet attraktive RenditechancenMan muss allerdings zehn Jahre lang investiert bleiben
Es gibt kleine und große Wohnungen, gut geschnittene und unpraktische, es gibt Wohnungen in den typischen Arbeitersiedlungen und es gibt stilvolle Altbauwohnungen, die Patina haben: Fassadenverzierungen, Holzdielen, hohe Stuckdecken. Denkmalgeschützte Immobilien sind hoch emotional - und lukrativ für Anleger dank steuerlicher Begünstigungen.

Von Ulli Gericke

Kern der steuerlichen Förderung ist der § 7i des Einkommensteuergesetzes (EStG). Der besagt, dass Hausbesitzer oder neue Eigentümer bei einer Vermietung oder Verpachtung einer denkmalgeschützten Immobilie in den ersten acht Jahren maximal 9 % der Sanierungs- bzw. Modernisierungsaufwendungen und in den danach folgenden vier Jahren maximal 7 % der anfallenden Kosten steuerlich absetzen können. Damit können binnen zwölf Jahren alle Denkmalschutzaufwendungen als Werbungskosten in Rechnung gestellt werden. Für Besserverdiener sind diese Sonderabschreibungen durchaus interessant - und für den Staat ebenso, tragen doch diese privaten Investitionen maßgeblich dazu bei, das bauliche Erbe des Landes zu bewahren. Rein auf Staatskosten wäre dies unmöglich. Käufer, die ihre Wohnung selber nutzen und nicht vermieten, können laut § 10f EStG ihre Erhaltungs- oder Sanierungsaufwendungen zehn Jahre lang 9 % per annum als Sonderausgaben absetzen.
Gedacht sind diese Steuererleichterungen als Ausgleich für die erheblichen Zusatzkosten, die das jeweilige Landesdenkmalschutzrecht den Eigentümern auferlegt. In der Praxis bedeutet das, dass neben der obligatorischen Bauordnungsbehörde, die für jegliche Sanierung bzw. Modernisierung eine Baugenehmigung erteilen muss, eine zweite, wenn nicht gar dritte Institution mitentscheidet bei der Frage, wie viel der geplanten Investitionen tatsächlich im Einzelfall erhöht abgesetzt werden kann. Denn erst mit dem Bescheid der unteren und oftmals auch der oberen Denkmalschutzbehörde, welche der geplanten Baumaßnahmen aus denkmalpflegerischer Sicht notwendig sind, kann der (künftige) Eigentümer kalkulieren. Denn nur diese Kosten können steuerlich erhöht geltend gemacht und damit schneller abgeschrieben werden. Investitionen zur besseren Vermietbarkeit - wie eine neue Kücheneinrichtung oder ein luxuriöses Bad - werden nicht staatlich gefördert. Eine klare, nachvollziehbare Regel, die in der Praxis jedoch nicht selten zu langwierigen Diskussionen führt.
Kein Wunder, geht es doch um Geld, viel Geld. Jeder Hausbesitzer möchte natürlich die Kosten begrenzen - und davon möglichst viel als denkmalschutzbescheinigt erhöht abschreiben. Die Denkmalschutzbehörde sorgt sich dagegen eher um ästhetische Fragen, mit einer klaren Priorität: Stadtbild vor Ökonomie. Praktiker wissen, dass dieser Zwist zwischen "Geschmäcklerischem" und Vermietbarkeit nicht selten nur "sehr, sehr mühsam und zeitaufwendig" mit einer Unmenge an Bürokratie zu lösen ist.

Bewährtes Modell für Kapitalanleger

Trotz dieser permanenten Streitereien hat sich die steuerbegünstigte Denkmalschutzsanierung als solche bewährt - und erfreut sich bei Bauträgern und Anlegern großer Beliebtheit. Der Bauträger erwirbt bei diesem Modell eine alte, geschützte Fabrik, eine ehemalige Kaserne, ein nicht mehr benötigtes Krankenhaus, eine Werkssiedlung oder im Einzelfall sogar ein früheres Gefängnis. Diese Immobilien werden denkmalschutzgerecht saniert, in Eigentumswohnungen aufgeteilt und anschließend an Kapitalanleger verkauft, die sie wiederum vermieten. Diese Wohnungen sind im Regelfall begehrt, da sie, wie viele alte Gemäuer, eigenen Charme haben: mit hohen Räumen samt Stuckdecken, mit alten Dielen und stilvollen Türgriffen oder - bei Umbauten einstiger Gewerbeflächen - oftmals ganz ungewöhnlichen Grundrissen. Und fast immer gilt, dass die Altbauten relativ stadtnah und damit verkehrsgünstig liegen. Begehrte Lagen wiederum sichern genauso wie hochwertige Wohnungen hohe Mieten und eine gute Nachfrage.
Das alles wissen Bauträger. Und sie wissen auch, dass eine schöne Fassade sowie alte Räume mit Echtholzparkett und Stuck Anlegerherzen höher schlagen lassen. Kommt dann noch die Aussicht auf Steuerersparnisse hinzu, ist ein zu teurer Kauf oftmals programmiert. "Anleger sehen den Steuervorteil und gucken nicht so sehr auf den Preis", sagt

Hans-Joachim Beck, Berater beim Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmen Röver Brönner - "für die Bauträger ist das tendenziell lukrativ." Was für den Anleger nur allzu oft heißt, dass die schönen, erstrebenswerten Steuerersparnisse "verloren gehen", weil vorher überteuert eingekauft wurde.

Auf den Kaufpreis achten

Diese "Großzügigkeit" wird noch dadurch verstärkt, dass einige Bauträger Banken im Schlepptau haben, die den Immobilienkauf zu 100 %, wenn nicht gar zu 110 % fremdfinanzieren, berichten Marktkenner. Während allgemein angenommen wird, dass eine Vollfinanzierung nach dem Desaster mit US-Subprime-Krediten Historie ist, feiert sie bei Denkmalschutzobjekten fröhliche Urständ. Nach einer genauen Bonitätsprüfung des Bauträgers, der Gegend und der zu sanierenden Wohnungen wird auch hierzulande der Immobilienkauf nicht selten komplett fremdfinanziert - im Einzelfall sogar inklusive Grunderwerbsteuer. Zwar müsste aus Prinzip nach den Subprime-Erfahrungen gelten, dass ein Käufer, der eine 100-Prozent-Finanzierung benötigt, fehl am Platze ist. Doch da hinter den steuerbegünstigten Bauherrenmodellen in der Regel Besserverdienende stehen, sind Banken offenbar wieder großzügiger. Ob dabei gleichzeitig auch Vermittlungsprovisionen vom Finanzinstitut an den Bauträger fließen, bleibt offen. Steuerrechtlich wären sie zwar verboten. Dass dennoch verdeckt gezahlt wird, halten nicht wenige Marktkenner für wahrscheinlich.
Voraussetzung für eine lukrative Anlage ist freilich, dass der Käufer seine Immobilie nicht innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist weiterveräußert. Sieht er sich dazu gezwungen, muss er alle Vorteile der Sonderabschreibungen nachversteuern. Ein schlechter Deal: Zu teuer gekauft und dann noch nicht einmal gespart.

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Fokus auf Leipzig und Berlin
Deutsch-deutsche Schieflage
Von wegen Einheit. Sucht ein Anleger bei irgendeinem überregional präsenten Bauträger nach Denkmalschutzimmobilien, zeigt sich nach wie vor eine "Schieflage". Von den 42 steuergeförderten Denkmalschutzprojekten, die etwa die Wi-Unternehmensgruppe aktuell auflistet, liegen drei in Köln, je eines in Darmstadt, Düsseldorf und Frankfurt - genauso wie in Potsdam. Das kleine Dresden jedoch kommt wie das große Köln auf drei Modernisierungsvorhaben, während Leipzig und Berlin mit jeweils zehn Projekten Spitzenreiter sind. Während Westdeutschland grosso modo schon seit Jahren durchsaniert ist, bietet der Osten noch immenses Potenzial - in Städten, in denen wegen der chronischen Geldknappheit der DDR oftmals selbst der Abriss alter Häuser, ja ganzer Straßenzüge unterblieb. Saniert sind sie Perlen.
Dass die teure denkmalgerechte Sanierung trotz nicht unerheblicher Steuerersparnisse auch teure Mieten zur Folge hat, wissen die Stadtväter. Und doch befördern sie trotz inzwischen überall aufflammender "Gentrifizierungsängste" den Wandel von Alt zu Neu - auch weil damit Schandflecken im Bild der Kommune verschwinden und ganze Viertel aufgewertet werden. Gerade Leipzig mit seiner großen Anzahl erstklassig sanierter Häuser zeigt aber auch, dass es selbst 22 Jahre nach der Wende immer noch viele Schandflecken gibt. Um zumindest den weiteren Verfall zu stoppen, existieren mittlerweile 15 "Wächterhäuser" in der Stadt. Diese sind zwar in einem schlechten baulichen Zustand, liegen aber an städtebaulich bedeutsamen Standorten, womit sie laut kommunalem Stadtentwicklungsplan dringend erhalten werden sollten. In diese leer stehenden Häuser ratloser Eigentümer ziehen junge Leute, die das Haus durch ihre Nutzung vor Vandalismus bewahren und Witterungsschäden eingrenzen.
Ulli Gericke

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Termine
Frankfurt
26. November Frankfurter Börsentag 2011
Finanzmesse für Privatanleger
>> 2011.frankfurter-boersentag.de


Stuttgart
28. November Seminarreihe für Privatanleger: Derivative Anlageprodukte
>> www.boerse-stuttgart.de


Berlin
3. Dezember Berliner Börsentag
>> www.berliner-boersentag.de


Stuttgart
5. Dezember Seminarreihe für Privatanleger: Derivative Hebelprodukte
>> www.boerse-stuttgart.de


München
6. Dezember Jobcon Finance München Bewerbermesse der Finanzbranche für junge Leute
>> www.iqb.de


Frankfurt
13. Dezember CFS Colloquium Series: "Staat und Finanzwirtschaft: Auf der Suche nach neuen Strukturen" - Die Europäische Währungsunion - politische Union durch die Hintertür fiskalischer Transfers? Otmar Issing, Präsident Center for Financial Studies
>> www.ifk-cfs.de


Dresden
21. Januar Börsentag Dresden
>> www.boersentag-dresden.de


Frankfurt
27. Januar Basisseminar Bilanzanalyse und Kennzahlen
>> www.dvfa.de


Zürich
1. - 3. Februar Fonds'12 - Schweizer Finanzmesse
>> www.fonds-messe.ch


Frankfurt
3. Februar Jobcon Finance Frankfurt Bewerbermesse der Finanzbranche für junge Leute
>> www.iqb.de


Frankfurt
9. Februar Basisseminar Aktienanalyse
>> www.dvfa.de


Frankfurt
10. Februar Basisseminar Analyse von Finanzmarktdaten
>> www.dvfa.de


Frankfurt
29. Februar CFS Colloquium Series: "Staat und Finanzwirtschaft: Auf der Suche nach neuen Strukturen" - Über Erfahrungen mit und Visionen für den öffentlich-rechtlichen Bankensektor. Gerd Häusler, Vorsitzender des Vorstands, Bayerische Landesbank
>> www.ifk-cfs.de


Frankfurt
1. März DVFA-Ausbildungsprogramm Vermögensmanagement - CeFM|EFA. Postgraduierten-Programm für

Vermögensverwalter, Private Banker und Anlageberater, die ihre Kunden ganzheitlich betreuen
>> www.dvfa.de/finanzakademie


Frankfurt
2./3. März Deutsche Anlegermesse
>> www.deutsche-anlegermesse.de


Erfurt
3. März Börsentag Erfurt
>> www.boersentag-erfurt.de


München
3./4. März Numismata München Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Neuzeit, Banknoten, Wertpapiere, Zubehör und Fachliteratur
>> www.numismata.de


München
10. März Börsentag München
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Eschborn
12. - 17. März Lehrgang zur Qualifizierung im Wertpapier- und Börsengeschäft
>> www.wm-seminare.de


Frankfurt
14./15. März 5. Finanzplatztag Der Finanzplatztag ist ein Forum für alle Marktteilnehmer am Finanzplatz. Es werden damit sowohl die Regulatoren als auch Emittenten, Intermediäre, Börsen, Abwickler und Investoren angesprochen, die hier die Gelegenheit erhalten, mit Experten aus Wirtschaft und Politik aktuelle Fragen und Themen aus dem Kapitalmarktbereich zu erörtern. Übergeordnete Schwerpunktthemen: Zukunft des Finanzplatzes Frankfurt, Neuregulierung der Finanzindustrie und neue Trends an den Finanzmärkten. Keynote-Speaker: Sabine Lautenschläger, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, und Ilse Aigner, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
>> www.finanzplatztag.de

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Griff des Fiskus ins Depot
Von Claus Döring

Sie wird wohl kommen, die Finanztransaktionssteuer. Nicht weltweit, auch nicht EU-weit, aber in der Eurozone. Ab dem Jahr 2014 wird dann jedes Geschäft mit Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Optionen sowie Termin- und Differenzkontrakten besteuert. Nach den Plänen der EU-Kommission soll der Steuersatz für alle Transaktionen 0,1 % betragen, mit Ausnahme der Derivate, für die mindestens 0,01 % erhoben werden sollen. Die EU-Kommission hat den Euroland-Regierungen zusätzliche Steuereinnahmen von 55 Mrd. Euro als Karotte vor die Nase gehängt, um auf dem Weg zu dieser neuen Steuer voranzukommen. Denn noch gibt es in manchen Ländern der Eurozone Bedenken, während Deutschland und Frankreich den Druck zur Einführung erhöhen.
Wissenschaftlich ist die Finanztransaktionssteuer, die auf einer Idee des Nobelpreisträgers James Tobin beruht, umstritten. Ob eine solche Steuer geeignet ist, die Stabilität der Finanzmärkte zu erhöhen, ist empirisch nicht belegt. Aber darum geht es inzwischen auch nicht mehr. Ursprünglich in der Finanzkrise vorgeschlagen, um überschießende Spekulationen und destabilisierende Effekte des Hochfrequenzhandels einzudämmen, stehen inzwischen die potenziellen Steuereinnahmen im Mittelpunkt.
Die Finanzbranche soll einen finanziellen Beitrag zur Krisenbewältigung leisten, so die Intention. Doch die Finanztransaktionssteuer wird für Banken und Finanzdienstleister nur ein durchlaufender Posten sein. Getragen wird sie am Ende von den Anlegern, insbesondere den Privatanlegern. Zwar gehört diese Investorengruppe in der Regel nicht zu jenen, die permanent ihr Depot umschichten und mit diesen Transaktionen eine hohe Steuerbelastung auslösen. Doch gerade Kleinanleger sind seltener in Einzeltiteln engagiert, wie beispielsweise die alle sechs Monate veröffentlichte Statistik des Deutschen Aktieninstituts zeigt, sondern häufiger in Fonds oder ähnlichen Investments. Die dort anfallenden Kosten für die laufenden Depotveränderungen gehen zu Lasten der Rendite - und damit zu Lasten des Anlegers.
Der Steuer auszuweichen wird vor allem für Kleinanleger kaum möglich sein. Denn im Steuervorhaben der EU-Kommission ist das sogenannte Sitzlandprinzip geplant. Demnach spielt es für die Steuer keine Rolle, an welchem Handelsplatz oder welcher Börse das Geschäft getätigt wurde, sondern in welchem Land die Handelspartner ihren Sitz haben. Mit dieser Regelung lassen sich die Nachteile für den Finanzstandort Deutschland im Vergleich zu nicht betroffenen Finanzplätzen wie London, New York oder Singapur zwar begrenzen, aber nicht beseitigen. Die Attraktivität des deutschen Finanzplatzes lässt nach.
Die eigentliche Gefahr für den Anleger liegt aber in der Begehrlichkeit des Fiskus und der vergleichsweise einfachen Erhebung der Transaktionssteuer. Da sie im Prinzip wie die Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer im Warenverkehr funktioniert, braucht man nur einen Blick auf die "Erfolgsgeschichte" dieser Steuer zu werfen. Mit schöner Regelmäßigkeit wurde die Mehrwertsteuer erhöht, sogar gegen ausdrückliche Wahlversprechungen. Da die Finanztransaktionssteuer im Gegensatz zur Mehrwertsteuer nicht überproportional einkommensschwächere, sondern eher wohlhabendere Schichten trifft, wird es noch weniger Hemmungen geben, eine einmal eingeführte Steuer auf den Börsenhandel ebenfalls regelmäßig zu erhöhen.

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